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Weiber feiert Premiere

Alexandra Knief 20.09.2019 0 Kommentare

Bärbel (von links, Martina Flügge), Claudia (Suzanne Andres) und Anke (Anne-Kathrin Fremy) wollten ein gemütliches Wochenende miteinander verbringen. Aber dann kommt alles anders.
Bärbel (von links, Martina Flügge), Claudia (Suzanne Andres) und Anke (Anne-Kathrin Fremy) wollten ein gemütliches Wochenende miteinander verbringen. Aber dann kommt alles anders. (Theaterschiff Bremen)

Ganz viel Wellness und vielleicht einen kleinen bis mittelschweren Kater am nächsten Tag. Mit diesen Zielen haben sich die drei Langzeitfreundinnen Bärbel (Martina Flügge), Anke (Anne-Kathrin Fremy) und Claudia (Suzanne Andres) zu einem gemeinsamen Wochenende verabredet. Hauptsache mal eine Weile weg von ihren Ehemännern, Kindern und allem anderen, was der Alltag eben so mit sich bringt. Doch irgendwie sieht die Kaschemme, in der die drei Frauen sich treffen nicht gerade nach einem Wellnesstempel aus. Und auch der Name „Monis Eck“ klingt so gar nicht nach Whirlpool, Gesichtsbehandlung und Entspannungsmassage. 

Nachdem die ersten Gläser Schnaps geleert sind, rückt Anke dann auch mit der Wahrheit raus: Sie hat kein Wellnesswochenende gebucht und ihren Freundinnen das eigentliche Ziel ihrer Reise aus gutem Grund verschwiegen. Das Trio soll seiner alten Freundin Moni aus der Patsche helfen. Diese feiert heute in dem heruntergekommenen Gasthof ihren 50. Geburtstag. Doch die männlichen Stripper, die sie eigentlich als Showeinlage gebucht hatte, haben kurzfristig abgesagt. Also sollen Anke, Bärbel und Claudia einspringen – denn sie waren ja schon früher im Tanztreff für ihre guten Showeinlagen bekannt! Nur leider ist das mehrere Jahrzehnte her.

So beginnt „Weiber“, die erste Premiere auf dem Theaterschiff Bremen in der neuen Spielzeit. Das Grundgerüst des Stückes ist nicht gerade neu oder ausgefallen. Stücke, die sich um Männer-Frauen-Klischees und Geschlechterwitze drehen, sind im Boulevardtheater ja grundsätzlich immer wieder gern gesehen. Das muss man mögen.

Jede Menge Selbstironie

„Weiber“ besticht allerdings durch seine Selbstironie. Hier werden zwar flache Witze erzählt, aber sie werden dabei gleichzeitig leicht beschämt auf die Schippe genommen. Und ja, hier geht es im Grunde um drei Frauen, die sich über die Macken ihrer Männer austauschen und dabei gerne auch zu Klischees greifen. All das tun sie jedoch nicht, ohne in guter nobody-is-perfect-Manier auch ihre eigenen Schwächen auf ganz liebenswürdige Art und Weise zur Schau zu stellen. Abgerundet wird das alles wie immer durch jede Menge Musik, darunter Stücke, die man in einer Komödie über einen Frauenabend erwartet („Weil ich ein Mädchen bin“ von Lucilectric oder „Männer sind Schweine“ von den Ärzten), aber auch Nummern, die der eine oder andere im Publikum schon lange nicht mehr („I Need A Hero“ von Bonnie Tyler) oder gar noch nie gehört hat: Als Highlight des Stückes ist hier eine von den drei Akteurinnen grandios gesungene a-cappella-Version des Songs „Hefe“ der Sängerin und Texterin Thea Eichholz hervorzuheben.

Das Stück lebt vor allem durch seine wunderbare Besetzung. Die ausgebildete Sängerin, Komödiantin und Entertainerin Anne-Kathrin Fremy überzeugt nicht nur stimmlich, sondern verkörpert als Anke so etwas wie die gute, stets optimistische Seele des Stückes. Schauspielerin Suzanne Andres ist bekannt aus TV-Serien wie „Funkes Werkstatt“ oder dem „Großstadtrevier“. Außerdem stand sie schon auf diversen deutschen Bühnen (darunter die Kammerspiele München und das Schauspielhaus Hamburg). Auf dem Theaterschiff mimt sie ihre Figur Claudia mit einer gewissen Härte. Übernimmt den Part der vernünftigen, stets überlegenen Freundin und wird nicht müde zu betonen, dass ohne sie ja sowieso alles schief laufen würde.

Martina Flügge ist die Dritte im Bunde und Bremer Theatergängern keine Unbekannte, steht sie doch regelmäßig im Theaterschiff und in diversen anderen (Bremer) Theatern auf der Bühne. Bei „Weiber“ verkörperte sie nicht nur die stets unglücklich verliebte und sehr kurzsichtige Bärbel mit eindrucksvoll komischer Mimik und großartigem Gesang. Sie ist zudem die Autorin des Stückes. Regie führte der Synchronsprecher, Moderator, Autor und Regisseur Tim Koller.

Weitere Informationen

„Weiber – Ein heißer Mädelsabend“ ist bis einschließlich November auf dem Theaterschiff Bremen zu sehen. Weitere Informationen zu Tickets und Terminen gibt es online unter www.theaterschiff-bremen.de


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