Im Video: Senat erklärt Maßnahmen

Bremen macht Schulen und Kitas dicht

Es hatte sich abgezeichnet: Bremen schließt ab Montag alle Schulen und Kitas in der Stadt. Betroffen sind 122.000 Kinder und Jugendliche. Schulisches Personal wird dennoch arbeiten.
13.03.2020, 14:27
Lesedauer: 3 Min
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Bremen macht Schulen und Kitas dicht
Von Jan-Felix Jasch
Bremen macht Schulen und Kitas dicht

Der Bremer Senat erklärt die Schulschließungen.

Screenshot Facebook/weser.kurer

In einer Sondersitzung hat der Bremer Senat am Montag beschlossen, alle Schulen und Kitas in der Stadt bis zum 14. April zu schließen. Der Senat um Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sieht diesen Schritt als notwendig an, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Hier sehen Sie die Pressekonferenz des Senats im Livestream.

Einzelheiten gab der Senat in seiner Pressekonferenz am Mittag bekannt. Demnach seien 122.000 Kinder und Jugendliche von der Schließung der Einrichtungen betroffen. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte Bildungssenatorin Claudia Bogedan. „Es gibt keine besondere Gefährdungssituation in den Einrichtungen.“

Für die Kinder aller Beschäftigten des Gesundheitswesens, der Polizei und Feuerwehr soll es ab Montag eine Notfallbetreuung geben. „Die Beschäftigten gehen am Montagmorgen mit ihren Kindern zur gewohnten Zeit in ihre normale Einrichtung und können ihre Kinder dort erstmal zur Betreuung abgeben“, erklärt Bogedan. Wie die Betreuung weiter organisiert wird, werde dann vor Ort entschieden. „Wir müssen erstmal einen Überblick bekommen, um wie viele Kinder es sich handelt, um dann zu entscheiden, ob wir Gruppen möglicherweise zusammenlegen.“

Der Senat appelliert zudem an alle anderen Arbeitgeber, „sich möglichst kulant gegenüber ihren Beschäftigten zu zeigen, Möglichkeit von Heimarbeit auszunutzen und ein Entgegenkommen zu zeigen“, so Bogedan.

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„Schulisches Personal wird arbeiten“

Lehrkräfte an öffentlichen Schulen müssen am Montag, den 16. März, dennoch zur Arbeit kommen. Es sind Dienstbesprechungen für alle Beschäftigten angesetzt, um über die weitere Vorgehensweise zu sprechen, etwa wie Schüler in den kommenden Wochen auf Prüfungen vorbereitet werden und welche Aufgaben sie bekommen. „Schließungen heißt, der Unterrichtsbetrieb findet nicht in üblicher Form statt, schulisches Personal wird aber arbeiten“, schreibt die Bildungsbehörde. Sprecherin Annette Kemp zufolge sollen die Schülerinnen und Schüler Aufgaben erhalten, auch das Lernen über Online-Formate soll es geben.

Vier Schulen bereits vorsorglich zu

Schon am Donnerstagmittag sind in Bremen vier Schulen als Vorsichtsmaßnahme geschlossen worden. Betroffen sind die Grundschule am Bunnsackerweg, die Grundschule Rönnebeck, die Oberschule an der Egge sowie das Berufsschulzentrum Blumenthal. Die ­Berufsschule ist im selben Gebäude­komplex untergebracht wie die Oberschule, sie hat ei­ne Außenstelle an Lüder-Clüver-­Straße. Auch die ist nun geschlossen.

In Niedersachsen sollen wohl alle Schulen von Montag an geschlossen bleiben. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden dann am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen. Die Einrichtungen werden bis dahin eine Notbetreuung anbieten. Es sei jedoch nicht geplant, die Schüler mit Aufgaben oder Online-Unterricht zu versorgen, sagte Kultusminister Grant Henrik Tonne (SPD) am Freitag zu den angekündigten Schließungen wegen des Coronavirus.

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++ Dieser Artikel wurde um 14.26 Uhr aktualisiert. ++

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Bremen hat Sonderbeauftragten

Der Bremer Senat hat einen Sonderbeauftragten zur Koordinierung der Maßnahmen gegen das Corona-Virus benannt. Rainer Zottmann, einstiger Leiter der Direktion Einsatz bei der Polizei, wird ab sofort sämtliche Schritte aus Bremen und Bremerhaven im Blick behalten und auch das Vorgehen mit dem anderer Bundesländer und dem Bund abstimmen. Zottmann kehrt für diese Aufgabe aus seinem Ruhestand zurück. „Ich freue mich, dass Herr Zottmann keinen Moment gezögert hat, als wir ihn gefragt haben“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitag. Zwei Wochen Gartenarbeit und jetzt wieder in Aktion, scherzte Zottmann am Rande der Pressekonferenz.

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