Bündnis in Bremen Neue Hilfsangebote für Ukraine-Geflüchtete

Stiftungshaus und Bürgerstiftung haben das neue Bremer Bündnis für die Ukraine initiiert. Sie wollen Spenden für ein Förderprogramm für die Geflüchtentenhilfe sammeln.
02.05.2022, 17:05
Lesedauer: 3 Min
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Neue Hilfsangebote für Ukraine-Geflüchtete
Von Ulrike Troue
Inhaltsverzeichnis

Angesichts der unfassbaren Geschehnisse in der Ukraine, die für die Menschen Zerstörung, Tod und Massenflucht mit sich bringen, suchen auch in Bremen tausende von Geflüchteten, vornehmlich Frauen und Kinder, Schutz und Hilfe. Der Bedarf ist riesig. Deshalb wird jetzt eine "Sammlungsbewegung" für ein Förderprogramm gestartet, um gemeinnützige Projekte und Vereine durch Spenden effizient zu unterstützen: das Bremer Bündnis für die Ukraine.

 

Wer steckt dahinter?

Das Stiftungshaus Bremen und die Bürgerstiftung Bremen werden zum ersten Mal gemeinsam aktiv. Sie bilden eine Art Dachverband für Ukraine-Hilfe und haben den Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen initiiert. Diese neue Plattform für Direktkontakte vermittelt lokale Spenden für lokale Engagements – "zu 100 Prozent", wie sie betonen. Erstunterstützer sind unter anderem die Gewoba, Brebau, die Sparkasse Bremen und OHB. Der offizielle Startschuss für das Bremer Bündnis für die Ukraine fällt in der Solidaritätsveranstaltung am 4. Mai.

Welches Ziel wird verfolgt?

Bestehende Organisationen und Strukturen sollen gestärkt und besser vernetzt werden, damit Geflüchtete schnell und unbürokratisch Hilfe bekommen. "Wir setzen uns gemeinsam für Schutzsuchende aus der Ukraine in Bremen ein, um Not zu lindern, ihr Ankommen hier zu erleichtern und Perspektiven für einen längerfristigen Aufenthalt zu schaffen", stellt Harald Emigholz als Präsident des Stiftungshauses heraus. "Wir legen unsere Netzwerke übereinander, damit das Hilfsnetz hier enger und fester wird", erklärt Eberhard Muras, Vorsitzender der Bürgerstiftung Bremen.

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Warum ist der lokale Aspekt wichtig?  

Es gebe viele Projekte und Initiativen von Ehrenamtlichen in Bremen, die Schutzsuchende nach Kräften unterstützen, weiß Stiftungshaus-Geschäftsträgerin Christine Backhaus. Sie hätten gar nicht mehr die Kapazität, um Gelder einzuwerben. In diesen Strukturen sind Stiftungshaus und Bürgerstiftung geübt und verfügen über Kontakte zu potenziellen Spendern. "Wir bilden praktisch eine Brücke, sammeln Spenden ein und geben sie gezielt weiter", erklärt sie. "Vereine, die Schutzsuchende unterstützen, stehen in direktem Kontakt zu ihnen und wissen, was am nötigsten gebraucht wird", ergänzt Eberhard Muras. Zudem werden lokale Akteure bei großen Spendenaufrufen oft nicht bedacht.

 

Wie funktioniert das neue Bündnis?

Bürgerstiftung und Stiftungshaus koordinieren den Kreis der Bündnispartner. Die Bürgerstiftung führt das Spendenkonto und verwaltet das Antragsverfahren. Über die Förderanträge entscheidet ein Fachgremium aus fünf Personen, das verschiedene Perspektiven abdeckt: ein Delegierter der Bürgerstiftung, des Stiftungshauses, der Handelskammer, der Zivilgesellschaft und ein Projektleiter.

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Wie sieht die lokale Förderung aus?

Gemeinnützige Institutionen, die sich direkt an ukrainische Schutzsuchende richten oder sie in ihre Angebote integrieren, können einen Förderantrag stellen. Dazu zählt zum Beispiel auch das "Ukraine Netzwerk Bremen". Das Antragsformular sei bewusst einfach gehalten, versichert Eberhard Muras. Es ist im Internet unter der Adresse www.bb4ua.de zu finden. "Ankommen und Stabilisieren sind die ersten Schritte, aber wir denken Integration von Anfang an mit",  betonen die Bündnis-Initiatoren. Förderungswürdig ist die Bandbreite von dringend benötigten Kleidungsstücken bis zur Unterstützung bei der beruflichen Fortbildung. 

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Wie kann man spenden?

Bremerinnen und Bremer können ab sofort auf das Sonderkonto Ukraine der Bürgerstiftung Bremen Spenden einzahlen: IBAN DE 94 2905 0101 0083 3088 33. Da Stiftungen nicht an ihren Stiftungszweck gebunden sind, können auch sie das neue Bündnis unterstützen.

Info

Der offizielle Startschuss für das "Bremer Bündnis für die Ukraine" fällt während einer öffentlichen Solidaritätsveranstaltung für Menschen in und aus der Ukraine am Mittwoch, 4. Mai, um 17 Uhr in der Stadtteilfiliale Horn-Lehe, Gerold-Janssen-Straße 5-7 (Maskenpflicht). Dabei stellen sechs verschiedene Vereine, die in Bremen Ukraine-Hilfe leisten, sich und ihre Arbeit vor, und es tritt das Exil-Musikensemble "Mriya" auf. 

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