Zahlreiche Angebote in der Region Bremen-Nord tanzt

Wer einen Tanzkursus machen oder seine Tanzfähigkeiten auf's Parkett bringen möchte, hat in Bremen-Nord so einige Möglichkeiten. Die Szene hat sich dort verändert und weiterentwickelt.
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Von Iris Messerschmidt

Wer einen Tanzkursus machen oder seine Tanzfähigkeiten auf's Parkett bringen möchte, hat in Bremen-Nord so einige Möglichkeiten. Die Szene hat sich dort verändert und weiterentwickelt.

Tanzschule Renz oder Casa de la Danza – das sind Namen, die sofort fallen, wenn es darum geht, tanzen zu lernen. Dabei hat sich die Szene in Bremen-Nord in jüngster Zeit verändert und weiterentwickelt. Es gibt viele, auch ungewöhnliche Angebote. Gleich zwei Tanzschulen haben erst in diesem Jahr in Vegesack neu eröffnet. Darüber hinaus gibt es viele Vereine, in den getanzt werden kann und sogar Privatinitiativen möchten die Nordbremer in Bewegung bringen.

"Noche Latina" im Muddy

Da sind beispielsweise Bianca und Matthias Jankowiak. Vor 21 Jahren hat das Paar das Tanzen als gemeinsames Hobby entdeckt. Ihre Leidenschaft für lateinamerikanische Rhythmen und Salsa hat sie bereits in entsprechende Länder zum Tanzurlaub gebracht. Am Freitag, 6. November, ab 21 Uhr veranstalten sie eine „Noche Latina“ im Muddy am Vegesacker Bahnhof. Salsa, Bachata, Merengue, Reggaeton, „der Bewegung und der Lust am Tanzen sollen keine Grenzen gesetzt werden“, sagt Bianca Jankowiak.

„Es besteht großes Interesse an so einer Party“, hat die Tanztrainerin schon im Vorfeld erfahren. Bianca Jankowiak engagiert sich nämlich schon seit Jahren im TSV Lesum-Burgdamm, leitet Standard- und Latein-Tanzgruppen und unterrichtet Bogwa-Fitness. „Beim wöchentlichen Unterricht ist häufig darüber geredet worden, dass es leider nicht oft die Gelegenheit gibt, solche Tänze ,einfach mal so’ auf Veranstaltungen zu tanzen“, erinnert sie sich. So wurde die Idee für die „Noche Latina“ geboren.

Mit dem Muddy hat das Ehepaar nach eigenem Bekunden genau den richtigen Ort gefunden. „Das Ambiente im Muddy eignet sich hervorragend für eine ungezwungene Salsa-Party“, ist Bianca Jankowiak überzeugt und ihr Mann Matthias ergänzt: „Das erinnert hier doch sehr an Lokale auf Kuba, in denen wir schon getanzt haben.“ Zwar läuft die Party in der Ankündigung unter dem Motto „Schnupperkurs“, doch die beiden betonen, dass es ganz ungezwungen zugehen soll. „Es soll an diesem Abend nicht wie in einer Tanzschule laufen. Es soll eher eine lockere und freie Atmosphäre sein, in der jeder nach Belieben Tanzen kann, wenn es ihm gefällt. Es kann aber genauso ,nur’ die Unterhaltung oder das Treffen sein, das an diesem Abend geboten wird.“

Ob alleine, zu zweit, in einer Gruppe, ob Mann, ob Frau, „wir wünschen uns ein gut gemischtes Publikum, das Lust an der lateinamerikanischen Musik hat“, sagen die Jankowiaks. Damit es auch so richtig stimmungsvoll zugeht, haben die beiden mit „DJ Pablo Cuesta“ für den entsprechenden musikalischen Part gesorgt. Und: „Wenn es gut läuft und die Besucher es wünschen, könnte diese Salsa-Party durchaus zu einem regelmäßigen Anlauf- und Treffpunkt im Muddy werden“, blickt Bianca Jankowiak in die Zukunft.

Salsa-Workshop

Im Übrigen gibt es schon vorab die Gelegenheit, sich im Salsa-Tanzen zu versuchen: Am Freitag, 30. Oktober, und Sonnabend, 31. Oktober, werden die richtigen Schritte geübt. Dann gibt es nämlich im Salon del Norte, Uhthoffstraße 56, einen Salsa-Workshop für Anfänger. Überhaupt steht der Salon del Norte für lateinamerikanische Klänge. Salsa-Partys und Tango-Bälle, Workshops, fortlaufende Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene in einem prächtigen, mit Stuck besetzten Spiegel-Saal, der das Rhythmus-Gefühl noch unterstützt. Wer nach der Salsa-Party im Muddy also noch mehr möchte: Am Sonnabend, 7. November, wartet der Salon del Norte mit einem Tango-Salonabend ab 20.30 Uhr auf. Wer sich erst einmal mit dem Angebot und Ambiente vertraut machen möchte, der hat dazu am Sonntag, 15. November, zwischen 15 und 16 Uhr die Gelegenheit. Dann lädt der Salon del Norte nämlich zu einem Tag der offenen Tür.

Tanzen am Sedanplatz

Über mangelndes Interesse muss sich auch Jan Staack keine Gedanken machen. Er hat mittlerweile ganz andere Sorgen. Mitte März eröffnete er sein Tanzzentrum am Sedanplatz. Dabei legt er Wert darauf, „mehr als eine klassische Tanzschule zu sein“. Ähnlich wie die Jankowiaks wollte er einen Ort zum Treffen für jedermann anbieten. Einen Anlaufpunkt für Menschen, die Interesse an Musik haben und bei Lust und Gelegenheit, auch gleich noch Tanzen können. Doch ein Wasserschaden im großen Tanzsaal machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Wochenlang konnten wir nur eingeschränkt unserer Arbeit nachgehen.“

Nun ist Jan Staack auf der Suche nach neuen Räumen in Bremen-Nord. „Möglichst in Vegesack“, ist sein Wunsch für das Tanzzentrum. „Die vielen Menschen, die sich bei uns melden, sollen wissen, dass es weitergeht“, betont Jan Staack. Informationen dazu gibt es auf seiner Internetseite. „Keine Sorge, ich arbeite verstärkt daran, bald wieder zu öffnen“, lautet seine Botschaft an alle Tanzwilligen. Eines will er auch weiterhin im Blick behalten. Die Besonderheit des Tanzzentrums: „Es soll barrierefrei sein“, betont Jan Staack, „damit sich auch Rollstuhl-Fahrer willkommen fühlen und einen Anlaufpunkt haben“.

Tanzen und Kämpfen

Einen ganz anderen Schwerpunkt hat dagegen die Akademie für Tanz und Kampfkunst „Tanzhafen“ an der Alten Hafenstraße 58 gelegt. Ute Mai und Matthias Radtke eröffneten Anfang Juli dieses Jahres die Schule, in der es unter anderem auch um eine besondere Form des Tanzes geht: Capoeira. Immer mittwochs von 18.15 bis 19.30 Uhr wird Capoeira gelehrt.

Capoeira, das ist eine brasilianische Kampfkunst beziehungsweise ein Kampftanz, dessen Ursprung auf den afrikanischen Nigolo (Zebratanz) zurückgeführt wird. Capoeira wurde während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika verschleppten Sklaven praktiziert und weiterentwickelt. Es wird heutzutage zwischen zwei Hauptrichtungen unterschieden: Dem „alten“ Capoeira Angola und dem „modernen“ Capoeira Regional. Im Tanzhafen steht der Capoeira Angola im Fokus. Capoeira, das bedeutet Musik und Akrobatik, ein richtiges Fitnesstraining. Die vom Kampf inspirierten Tänze finden in einer sogenannten Rhoda statt, einem Kreis von Capoeiristas und Musikern. Immer zwei Capoeiristas kämpfen in der Rhoda, wobei während der Capoeira für einen Kampftanz der Begriff „Spiel“ verwendet wird.

Grundsätzlich gilt: Das Angebot in Bremen-Nord und die Möglichkeiten sich durch Tanzen Bewegung zu verschaffen, sind vielseitig. Wer sich lieber in einem etwas familiäreren Rahmen Tanzbewegungen aneignen möchte, der sollte es mal bei der Volkshochschule oder dem Sportverein in der Nachbarschaft probieren. Dort gibt es zahlreiche Angebote – vom Gesellschafts- über Frauen- und Jazztanz bis hin zu Kindertanzkursen.

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