Platz im unteren Mittelfeld Bremen rutscht im Städteranking weiter ab

München ist die Nummer eins, Bremen hingegen eine graue Maus und nur im unteren Mittelfeld angesiedelt. Das ist das Ergebnis des Städterankings des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts.
22.10.2015, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremen rutscht im Städteranking weiter ab
Von André Fesser

München ist die Nummer eins, Bremen hingegen eine graue Maus und nur im unteren Mittelfeld angesiedelt. Was sich liest wie die Tabelle der Fußball-Bundesliga ist das Ergebnis des Städterankings, das das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut HWWI und die Berenberg-Bank am Donnerstag veröffentlicht haben.

Die Institute nehmen darin die 30 größten Städte des Landes unter die Lupe, vergleichen die ökonomische Leistungsfähigkeit, die demografische Entwicklung sowie die Standortfaktoren – insgesamt 17 Indikatoren fließen in ein Gesamtergebnis.

Und dabei rangiert Bremen am Ende auf Platz 21. Für die Hansestadt das schlechteste Ergebnis in dem Städteranking, das die beiden Partner seit 2008 zum vierten Mal aufgestellt haben. Nach Platz 16 zum Auftakt belegte Bremen in der Folge die Plätze 18 und 20. Nun fällt es abermals ab. Nach Ansicht von Jan Wedemeier, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am HWWI, ist das Ausdruck des Wettbewerbs, in dem sich die Städte befinden: „Man muss unterstreichen, dass sich Bremen in der Konkurrenz der 30 Städte nicht sonderlich hervorhebt. Die anderen Städte entwickeln sich, und Bremen schafft es nicht, das aufzuholen.“

"Bremen kann nicht mithalten"

Deutlich werde das beispielsweise an der Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen oder auch der Produktivität. In Bremen passiere etwas, aber eben nicht genug, die anderen Städte seien da besser aufgestellt, sagt Wedemeier. Das zeige sich auch an der Bevölkerungsentwicklung. Bremen entwickele sich positiv, viele andere Städte stünden aber noch positiver da als die Hansestadt, sagt Wedemeier. „Bremen steht im Wettbewerb um Unternehmen und Köpfe, kann aber mit den großen Städten nicht mithalten.“ Die Großen, das sind München, Berlin, Leipzig oder Frankfurt, die das Ranking anführen. Hamburg, ebenfalls ein Großer, liegt auf Platz 8, Hannover und Braunschweig belegen die Plätze 15 und 16.

Um in dem Ranking künftig besser dazustehen, empfiehlt Wedemeier den Bremern, vor allem im Bildungsbereich etwas zu tun, beispielsweise indem es die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss reduziert. Außerdem muss es als Unternehmensstandort attraktiver werden. Fachkräfte müssten verfügbar sein, und es müsste weitere Anreize geben, etwa durch eine Anpassung des Gewebesteuersatzes, um Unternehmen aus dem wissensintensiven Bereich anzulocken. Und schließlich müsse Bremen mit Auto, Bahn oder Flugzeug besser erreichbar sein. „Aber dazu“, räumt Wedemeier ein, „sind Entscheidungen nötig, die woanders getroffen werden.“

Das Ergebnis 2015 im Überblick:

1. München
2. Berlin
3. Leipzig
4. Frankfurt am Main
5. Stuttgart
6. Köln
7. Düsseldorf
8. Hamburg
9. Bonn
10. Dresden
11. Wiesbaden
12. Aachen
13. Karlsruhe
14. Nürnberg
15. Hannover
16. Braunschweig
17. Essen
18. Dortmund
19. Augsburg
20. Mannheim
21. Bremen
22. Bielefeld
23. Mönchengladbach
24. Münster
25. Duisburg
26. Wuppertal
27. Bochum
28. Gelsenkirchen
29. Kiel
30. Chemnitz

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