Neues Angebot in Bremen

Beratung zu Intersexualität

Von 500 Kindern ist eines weder eindeutig weiblich noch männlich, davon gehen Schätzungen aus. Für intersexuelle Menschen und für Eltern von intersexuellen Kindern gibt es in Bremen nun eine neue Anlaufstelle.
15.12.2020, 05:00
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Beratung zu Intersexualität
Von Sara Sundermann
Beratung zu Intersexualität

Seit 2014 kämpften Betroffene und ihre Unterstützer für eine "Dritte Option" im Personenstandgesetz – 2018 hatten sie Erfolg.

Jan Woitas, DPA

Für alle Fragen rund um Intergeschlechtlichkeit gibt es jetzt in Bremen erstmals ein eigenständiges Beratungsangebot, dessen Träger der Verein „Trans* Recht“ ist. Das hat die Grünen-Fraktion am Montag mitgeteilt. Die Beratungsstelle mit Sitz Am Wall solle demnach qualifizierte Unterstützung zum einen für Menschen bieten, die weder eindeutig weiblich noch männlich sind. Zum anderen sollen dort den Grünen zufolge auch Eltern von intergeschlechtlichen Kindern umfassende Hilfe erhalten. „Dies ist wichtig, um unnötige genitalverändernde Operationen an Minderjährigen mit oft qualvollen Folgen für Körper und Psyche zu vermeiden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Grünen-Fraktion habe sich seit mehr als zehn Jahren für dieses Beratungsangebot eingesetzt. Möglich werde die Umsetzung nun, nachdem die Mittel des Sozialressorts für queere Beratungsangebote um 80 000 Euro aufgestockt worden seien. Die grüne Bürgerschaftsabgeordnete Kai Wargalla bezeichnet die Einrichtung der neuen Beratungsstelle als „Meilenstein“: „Staat und Gesellschaft haben intergeschlechtlichen Personen in der Vergangenheit sehr viel Unrecht getan und tun es leider immer noch“, so Wargalla. Die Bundesregierung schütze intersexuelle Menschen nicht genug, deshalb sei es umso wichtiger, dass Bremen sich dafür einsetze. Auch in Bremen gebe es aber noch einiges bei dem Thema zu tun.

Seit Ende 2018 ist im Geburtenregister nicht nur der Eintrag „weiblich“ oder „männlich“, sondern auch „divers“ möglich. Diese Option hatte zuvor das Bundesverfassungsgericht eingefordert. Die Richter gingen davon aus, dass etwa einer von 500 Menschen in Deutschland intersexuell ist.

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