Charta soll Milchwirtschaft auf Grünland sicherstellen

Bremen schützt Weidehaltung

Bremen. Bremens Umweltsenator Joachim Lohse (Bündnis 90/Die Grünen) will die Weidehaltung von Milchkühen in Bremen auch weiterhin schützen. Lohse unterzeichnete am Mittwoch die Charta „Weideland Norddeutschland“, die sich für den Erhalt der Weidehaltung und des Grünlands einsetzt.
08.12.2016, 00:00
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Bremen schützt Weidehaltung
Von Nico Schnurr
Bremen schützt Weidehaltung

Die Weidehaltung von Milchkühen soll in Bremen erhalten bleiben.

Christina Kuhaupt

Bremen. Bremens Umweltsenator Joachim Lohse (Bündnis 90/Die Grünen) will die Weidehaltung von Milchkühen in Bremen auch weiterhin schützen. Lohse unterzeichnete am Mittwoch die Charta „Weideland Norddeutschland“, die sich für den Erhalt der Weidehaltung und des Grünlands einsetzt. Im Zuge dessen unterstrich der Bremer Umweltsenator die „große Bedeutung“ der Milchviehhaltung für die Bremer Landwirtschaft.

Die Weidehaltung sei ein „wichtiger Imageträger der Milchwirtschaft“, sagte Lohse. Aufgabe der Charta sei es daher, diese Rolle künftig zu stärken. „Weidehaltung ist absolut sinnvoll“, betonte er, "denn sie dient dem Tierwohl, hilft Grünland zu erhalten, trägt zur Artenvielfalt bei und schafft Anreize für die Vermarktung von Weidemilchprodukten.“

Neben Bremen und Projekt-Initiator Niedersachsen schlossen sich 20 weitere Organisationen und Institutionen der Charta-Gemeinschaft an. Zusammen einigten sie sich auf sechs Ziele. Unter anderem sehen diese vor, die Vielfalt der Milcherzeugung zu wahren und die Weidetierhaltung allein schon deshalb zu schützen und zu fördern, weil sie sich positiv „auf die Umwelt, die Tiergesundheit und das Tierwohl“ auswirke.

So hob der Geschäftsführer des NABU Bremen, Sönke Hofmann, hervor, dass der Erhalt der Weidetierhaltungen und der damit verbundene Schutz von Grünflächen „angewandter Klimaschutz“ sei, da die Humusschicht der Wiesen große Mengen an Kohlendioxid binde.

Das Weideland auch weiterhin zu erhalten, trage darüber hinaus auch zu einer „Stärkung der Artenvielfalt“ in Bremen bei, sagte Martin Rode, der Geschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Die Charta thematisiert auch das Verhältnis von Produzenten und Konsumenten. „Transparent und ehrlich“ solle die Kommunikation verlaufen, heißt es. Klaus Morisse, der Präsident der Landwirtschaftskammer Bremen, warb deshalb für eine klare Kennzeichnung von Milch aus Weidehaltung: „Der Verbraucher kann dann entscheiden, ob ihm der Mehrwert der Weidehaltung auch einen höheren Milchpreis wert ist.“

Martin Rode betonte, dass es zur Weidenutzung Bauern brauche, „die für ihre Produkte einen fairen Preis bekommen müssen“. Denn schließlich müsse auch die Wirtschaftlichkeit der Weidetierhaltung gewährleistet bleiben, heißt es in der Charta.

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