Bremer Polizei verhaftet 33-Jährigen

Krankenpfleger soll zwei Patienten getötet haben

Ein Krankenpfleger steht unter Verdacht, zwei Menschen getötet zu haben. Die Polizei hat den 33-Jährigen am Donnerstag verhaftet, die weiteren Ermittlungen dauern an.
15.07.2021, 13:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Jan-Felix Jasch Ralf Michel
Krankenpfleger soll zwei Patienten getötet haben

Ein 33-jähriger Krankenpfleger soll zwei Menschen umgebracht haben (Symbolbild).

Marijan Murat

Spezialeinsatzkräfte der Polizei haben am Donnerstagmorgen einen 33-jährigen Krankenpfleger verhaftet, der im dringenden Verdacht steht, in einem Bremer Krankenhaus zwei Patienten getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Totschlags. 

Um welche Klinik es sich handelt, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Auf Anfrage des WESER-KURIER erläuterte Frank Passade, Sprecher der Anklagebehörde, jedoch die Hintergründe der Tat. Demnach soll im April dieses Jahres ein Patient des Krankenhauses mit auffälligen Blutwerten gestorben sein, was zwar aufgefallen sei, zunächst aber noch keinen konkreten Verdacht begründet habe. Anders sah die Sache aus, als ein paar Tage später erneut ein Patient starb und ebenfalls die selben auffälligen Blutwerte aufwies. "Da hat man sich die Sache in der Klinik dann genauer angeschaut und ist dabei auf den Tatverdächtigen gestoßen", erläutert Passade.

Das Krankenhaus zeigte den Fall daraufhin umgehend bei der Polizei an. Die erwirkte sofort einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Verdächtigen – bereits einen Tag nach der Anzeige wurde die Wohnung durchsucht. Ein dringender Tatverdacht lag zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht gegen den Mann vor, erklärt Passade. Damit blieb der 33-Jährige zunächst auf freiem Fuß, wurde aber sofort vom Dienst suspendiert.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen habe sich der Verdacht gegen den 33-Jährigen dann jedoch erhärtet. Was letztlich zu dem Haftbefehl führte, der am Donnerstag vollstreckt wurde, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht. Man habe bei der Wohnungsdurchsuchung Ende April aber Dinge gefunden, "die schon auffällig sind". In der Pressemitteilung der Polizei heißt es hierzu wörtlich: "Er soll zwei Patienten in einem Bremer Krankenhaus durch die Zuführung von Medikamenten ohne medizinische Indikation getötet haben." Einer der beiden Männer verstarb am selben Tag, an dem er die Medikamente verabreicht bekommen hatte, der andere Patient wenige Wochen später. 

Die beiden Getöteten, 39 und 59 Jahre alt, waren schwer krank und schon länger in medizinischer Behandlung. Bei einem der beiden konnte laut Passade noch eine Obduktion vorgenommen werden. Bei dem anderen war es dafür bereits zu spät – sein Leichnam war bereits eingeäschert worden.

Die weiteren Ermittlungen, Vernehmungen und Prüfungen sowie die Erstellung von Gutachten dauern an. Die Polizei hat hierzu eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe "Robbe" gebildet. 

++ Dieser Artikel wurde um 15.23 Uhr aktualisiert. ++

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