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Rund 2000 Bilder zum Thema "Wilder Westen"
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19-Jährige Filmstudentin gewinnt Bremer Fotomarathon

Antje Stürmann 07.10.2017 0 Kommentare

Fotomarathon-Ausstellung
Kreativ, humorvoll und voller Anspielungen  – Besucher betrachten Bilderserien des Foto-Marathons Bremen im Lichthaus. (Sebi Berens)

Paula Stahmann kann es nicht fassen: Sie hat den 3. Bremer Fotomarathon gewonnen. Tränen der Freude rinnen ihr bei der Preisverleihung im Gröpelinger Lichthaus übers Gesicht. Gut, dass sie am Tag der fotografischen Schnitzeljagd durch Bremen nicht hingeschmissen hat. Für einen Moment hatte sie daran gedacht. Als eine von 246 Teilnehmern reichte Stahmann neun Fotos zum Motto „Wilder Westen“ ein.

Im Mittelpunkt stehen bei Paula Stahmann Polaroids, die ein Teil ihres digitalen Fotomotivs vorwegnehmen. Das Motiv „Der große Bluff“ zum Beispiel zeigt den Arm einer Person, die eine Banane auf jemanden richtet. Das Polaroid mogelt sich vor diese Szene, es hat den Moment längst festgehalten. „Der Betrachter hat Freude, sich auf das Spiel mit Schein und Sein einzulassen“, urteilt die Jury. „Die Serie ist quer gedacht, humorvoll umgesetzt und trifft genau den Zeitgeist.“ Es werde sinnbildlich zwar viel geschossen, aber dieser „Exzess“ lohne sich, denn jeder dieser fotografischen Schüsse sei ein absoluter Treffer. „Uns als Jury hat vor allem die kreative Umsetzung überzeugt“, erklärte Kunstvermittlerin Meike Su am Sonnabend während der Preisverleihung.

Zuckerwerkler vom Lankenauer Höft unterstützen Fotomarathon

Meike Su, Fotograf Phil Porter, Manuela Husemann von der Kunsthalle Bremen, Vorjahressieger Florian-David Hellmuth und Christina Vogelsang vom Verein „Kultur vor Ort“ hatten insgesamt rund 2000 Bilder zu bewerten. Zu einer Bilderserie gehören jeweils neun Bilder zu den Themen „Der große Bluff“, „Zwölf Uhr mittags“, „In einem wilden Land“, „Fluss ohne Wiederkehr“, „Im Westen nichts Neues“, „Der Schatz im Silbersee“, „El Dorado“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Das war der Wilde Westen“. Und das war die große Herausforderung: in neun Stunden alle Fotos in der richtigen Reihenfolge abzuspeichern. Mitorganisatorin Steffi Urban weiß, wie schwierig das ist: „Man fotografiert Thema eins und zwei, und dann entdeckt man zu Thema eins ein viel besseres Motiv.“ Und nun? Weitermachen? Von vorn beginnen? „Dazu kommt, dass man aufgeregt und im Wettkampfmodus ist“, sagt Urban. „Da kann man auch schon mal ein Thema verwechseln.“

Für die vielen Hobbyfotografen stand jedoch nicht nur der Wettbewerb im Vordergrund. „Sie haben Spaß daran loszuziehen und mit einem anderen Fokus zu fotografieren“, so Steffi Urban, „Orte zu entdecken, zu denen man sonst nicht kommt“. Die Schnitzeljagd führte vom GOP-Theater über das Lankenauer Höft zum Torhaus Nord nach Gröpelingen bis zum Ziel im Brodelpott Walle. „Wir wollten raus aus der City“, begründet Steffi Urban. Der Bremer Westen, sagt sie, habe den Fotomarathon herzlich willkommen geheißen. „Wir hatten große Unterstützung durch die Kulturschaffenden vor Ort, die auch Vorschläge für die Stationen gemacht haben.“ Die Zuckerwerkler vom Lankenauer Höft haben zum Beispiel Kaffee und Kuchen angeboten. „Das Lankenauer Höft passte gut, weil über die Nutzung aktuell debattiert wird“, sagt Steffi Urban. „Wenn Zuckerwerk die Räume nicht nutzen würde, stünden sie leer.“

Fotomarathon-Ausstellung
Paula Stahmann (Mitte) freut sich über ihren Sieg. Die 19-Jährige hat die Jury mit einer herausragend kreativen Bilderserie zum Thema "Wilder Westen" überzeugt. Ihre Mutter, die Sozialsenatorin Anja Stahmann (links), freute sich mit ihrer Tochter. (Sebi Berens)

Fotoserien sind am Sonntag im Lichthaus zu sehen

Das Ergebnis der Fotorallye kann sich sehen lassen. Die Juroren loben die vielen unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Umsetzung. Fotos in Schwarzweiß, Bunt oder Sepia; eine Zeitung, Skatkarten oder ein Bremer Baum als Blickfang. Requisiten vom schwarz-rot-goldenen Cowboyhut über den knallgelben Regenmantel, die Tigerente, eine fast leer getrunkene Whiskey-Flasche bis hin zu einem Gully-Gitter. Orte des Geschehens: stillgelegte Gleise, verwilderte Gärten, eine Kulturwerkstatt im Westen, das Weserufer. Motive überlagern einander; die Fotografen spielen mit Tiefen, Licht, Formen und Schatten. Viele setzen einfache Motive stark in Szene. Auffällig ist, dass wenige Bremer zu sehen sind. Aber wenn, dann wirken diese sehr sympathisch. Auf Motorrollern „in einem wilden Land“ zum Beispiel oder der alte Mann, der beim Eisessen seinen „Schatz im Silbersee“ im Arm hält.

Manuela Husemann aus der Jury hat so Bremen kennengelernt. Die Kuratorin in Ausbildung wohnt seit Kurzem an der Weser. „Einige Teilnehmer haben wunderschöne Fotos geschossen“, sagt sie. Die kreative Idee zähle immer ein wenig mehr als die professionelle Ausführung. Bei der Bewertung habe es zwar Diskussionspunkte gegeben, „aber wir waren uns besonders bei den höher Platzierten einig“. Paula Stahmanns Serie war Husemanns Favorit.

Stahmann darf demnächst mit einem Profi ins schottische Edinburgh fahren und dort die Stadt fotografisch erkunden. Zu recht, findet Ausstellungsbesucher Gerhard Zacharias. „Nette Idee, ihre Serie“. Was er nicht ahnt: Für die 19-jährige Film- und Theaterstudentin war die Rallye eine Herausforderung. „Mittendrin dachte ich: ,Ich gehe nach Hause. Das funktioniert nicht so, wie ich das möchte.'“ Am Ende hat es doch geklappt. Sogar mit dem Sieg.

Die Fotoserien sind an diesem Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Lichthaus, Hermann-Prüser-Straße 4, in Gröpelingen zu sehen.


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Leserkommentare
rondon am 21.10.2019 17:14
Vllt ist auch die Kluft zwischen einem erfolgreichen Abiabschluß und einem erfolgreichen Studienabschluß zu groß
rondon am 21.10.2019 17:06
und da liegt der Vorteil, wenn er den Partei-Vorsitz hat, kann (sollte) er nicht mehr im TV auftreten.
Fr. Merkel spielt ja auch nicht im ...
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