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Wissenschaftsplan 2025
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340 neue Stellen für Bremer Hochschulen

Sara Sundermann 26.10.2018 3 Kommentare

Die jährlichen Mittel des Landes Bremen für seine Hochschulen sollen um 190 Millionen Euro steigen.
Die jährlichen Mittel des Landes Bremen für seine Hochschulen sollen um 190 Millionen Euro steigen. (Frank Thomas Koch)

Es ist eine satte Erhöhung der Mittel um mehr als 50 Prozent: Dadurch sollen insgesamt 343 neue Stellen für Wissenschaftler an der öffentlichen Universität und den drei Hochschulen im Land Bremen entstehen, davon 74 Professuren und 269 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wissenschaftsplan“, betont Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). Während der bisherige Wissenschaftsplan, der 2020 ausläuft, eher für Stabilität als für Zuwachs von Ressourcen gestanden habe, sei nun eine Aufholentwicklung geplant. „Der Grundgedanke des Plans ist: Wir stärken die Wissenschaft und wollen die Städte Bremen und Bremerhaven dadurch weiterentwickeln. Wissenschaft ist dem Land Bremen sehr viel wert.“ Der bisherige Wissenschaftsplan legte eine allenfalls leichte Erhöhung der Mittel um knapp sechs Prozent für Hochschulen fest. Damals ging es darum, die Einstellung von Studiengängen zu prüfen und das Studienangebot zu konzentrieren. Nun steht ganz im Gegenteil Ausbau an: Gleich mehrere neue Studiengänge könnten nach den Vorstellungen der Behörde in Bremen entstehen.

Durch den Wissenschaftsplan soll die Bremer Universität zudem so gestärkt werden, dass sie beim nächsten Wettbewerb der Exzellenzinitiative besser aufgestellt ist. Auch die Ausbildung von Lehrern insbesondere für die Inklusion und für Deutsch als Fremdsprache an der Uni soll gestärkt werden.

Der Wissenschaftsplan setzt den finanziellen und inhaltlichen Rahmen dafür, wie sich die Hochschulen in Bremen und Bremerhaven in den kommenden Jahren entwickeln. Geplant ist, dass die Hochschulen bis Ende des Jahres zu dem Entwurf der Behörde Stellung nehmen und der Plan dann beschlossen wird. Der WESER-KURIER stellt vor, wohin es nach dem Willen des Senats für den Wissenschaftsstandort Bremen künftig gehen soll.

Mehr Studierende

Die Wissenschaftssenatorin will auch die Zahl der Studierenden steigern, und zwar insbesondere in Bremerhaven. In der Seestadt sollen im Jahr 2025 rund 4000 Studierende ausgebildet werden – derzeit sind es der Behörde zufolge rund 3200. Nach den Zielen der Zukunftskommission soll sie bis 2035 sogar auf 5000 anwachsen. Damit ist klar: In Bremerhaven werden nicht nur mehrere Studiengänge ausgebaut, dort werden mehrere größere Fächer neu gegründet – ein ganzer Fachbereich könnte neu entstehen, sagt Quante-Brandt. In Bremerhaven sollen die Bereiche Windkraft und Lebensmitteltechnologie gestärkt werden. Ein neuer Studiengang könnte im Bereich Cyber-Sicherheit entstehen. Laut Quante-Brandt ist auch die Einrichtung eines Studiengangs Soziale Arbeit in Bremerhaven denkbar – die Nachfrage in diesem Bereich sei groß. An der Bremer Uni soll laut Wissenschaftsplan ein Studienangebot im Bereich Raumfahrttechnik entstehen. Auch in Bremen soll die Zahl der Studierenden steigen, allerdings gibt es dazu keine konkrete Zielvorgabe im Plan. Nach den Zielen der Zukunftskommission soll die Studierendenzahl im Land Bremen bis 2035 auf 40.000 wachsen.

Mehr Wissenschaftler

An der Universität sollen 236 Stellen für Wissenschaftler entstehen, darunter 32 neue Professuren. Die Hochschule Bremen soll 47 zusätzliche Wissenschaftler einstellen können, darunter 15 neue Professoren. Die Hochschule Bremerhaven soll 46 neue Stellen für Wissenschaftler erhalten, darunter 23 Professuren. Ziel sei es, den Anteil der Lehrbeauftragten speziell an den Hochschulen zu senken, so die Wissenschaftsbehörde. Die Hochschule für Künste soll 14 neue Stellen bekommen, darunter vier Professuren. Dadurch soll die Hochschule wieder in die Lage versetzt werden, ein ganzes Orchester zu stellen – zuletzt fehlte es zum Beispiel an der Ausbildung von Bläsern.

Neue Gebäude

Mit den zusätzlichen Mitteln für die Hochschulen sollen auch neue Gebäude finanziert werden: Das Forschungsinstitut Marum bekommt ein neues Gebäude für den Bereich Tiefseeforschung. Allein durch die Förderung anlässlich der Exzellenzinitiative wird das Marum wachsen und muss mehr Wissenschaftler unterbringen, bestätigt die Wissenschaftsbehörde. Auch das Zentrum für marine Tropenforschung soll einen Neubau bekommen. „Dort gibt es einen erheblichen Personalaufbau, zudem ist das Zentrum derzeit in einem angemieteten Gebäude untergebracht“, sagt Wissenschafts-Staatsrat Gerd-Rüdiger Kück. Auch die Universität soll ein neues Hörsaalgebäude bekommen, und zwar auf dem zentralen Campusgelände. Und in der Neustadt soll eines der Gebäude der Hochschule erneuert werden: Das Lehr- und Forschungsgebäude am Neustadtswall, das vor allem neue Räume für die Bionik benötigt.

Exzellenz

Die Voraussetzungen für Erfolge der Universität in der nächsten Runde des bundesweiten Exzellenz-Wettbewerbs sollen besser werden, heißt es im Wissenschaftsplan. Zehn der insgesamt 32 zusätzlichen Professuren für die Uni sind für die Forschungsbereiche vorgesehen, mit denen sich die Uni zuletzt für die Exzellenz beworben hatte, sagt Staatsrat Kück. Die Uni war mit ihrer Bewerbung zuletzt im Wettbewerb weniger erfolgreich als erhofft: Zwar konnte sich das Forschungsinstitut Marum erneut als exzellenter Bereich beweisen und wird weiter gefördert. Die Universität als Ganze bekommt aber in den kommenden Jahren keine Unterstützung mehr durch das milliardenschwere Bundesprogramm.

Studentenwohnheime

Die Wissenschaftsbehörde will zusätzlich zu den zuletzt neu entstandenen Studentenwohnheimen in den kommenden Jahren weitere Wohnheime bauen. Das Angebot in Bremen soll auf bis zu 2500 Wohnplätze ausgeweitet werden. Der klare Schwerpunkt soll dabei auf der Neustadt liegen – dort soll ein Wohnheim mit 200 Plätzen gebaut werden.

Lehrerausbildung

Gestärkt werden soll auch die Lehrerausbildung an der Universität Bremen – insbesondere im Bereich Inklusion und Deutsch als Fremdsprache. Geprüft werden soll zudem, ob ein Studiengang Sport auf Lehramt in Bremen aufgebaut werden soll. Explizit ist nicht der Aufbau eines Fachs Sportwissenschaften geplant – das wäre aus Sicht der Behörde deutlich aufwendiger und teurer als Sport auf Lehramt. Zuvor hatte der Uni-Rektor betont, dass der Aufbau eines Fachs Sport sehr kostspielig wäre, weil dafür neue und erweiterte Sportstätten gebraucht würden.

Mehr Qualität für die Lehre

Nicht nur die Foschung, auch die Lehre an Bremer Hochschulen soll verbessert werden, kündigt Senatorin Quante-Brandt an. Jede Hochschule soll nun ein Leitbild erarbeiten, das gemeinsame Bildungsziele für alle Lehrenden benennt. „Wir wollen, dass didaktische Weiterbildungen für alle Lehrenden zum Kerngedanken werden“, sagt Quante-Brandt.

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Auch ein neuer Bremer Preis für Lehre soll geschaffen werden, um Anreize zu schaffen, Inhalte gut an Studierende zu vermitteln.

Frauenanteil erhöhen

Zudem will die Senatorin den Anteil von Frauen in der Professorenschaft erhöhen. „Bremen war bei diesem Thema einmal besonders weit vorne – wir sind immer noch gut, aber nicht mehr an der Spitze“, sagt Quante-Brandt. Zuletzt lag der Anteil von Professorinnen an der Uni ihr zufolge bei 26 bis 28 Prozent. „Bei der Steigerung der Professorinnenzahl müssen wir schneller werden, wir wollen bis 2025 auf 35 Prozent Frauen kommen.“ Das sei ein ambitioniertes Ziel, doch die Hochschulen sollten Konzepte vorlegen, wie dieses Ziel erreichbar sei, so die Senatorin.

Medizinerausbildung

Die Einführung einer Medizinerausbildung in Bremen soll geprüft werden. Quante-Brandt hatte sich Anfang des Jahres dafür ausgesprochen, angehende Ärzte künftig in Bremen auszubilden, um eine drohende Versorgungslücke bei Ärzten aufzufangen. Die Senatorin geht davon aus, dass Mediziner auch ein Teilstudium, nämlich nur die Ausbildung in einer Klinik, in Bremen absolvieren könnten. Die CDU forderte dagegen, Medizin als Vollstudium einzurichten. Geprüft werden soll nun nur, ob der klinische Teil der Ausbildung in Bremen aufgebaut wird – und zwar von der Gesundheit Nord in Zusammenarbeit mit anderen Medizinstandorten im Norden.

Zur Sache

Ein Bremer im Wissenschaftsrat

Der Vorstandsvorsitzende des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB, Marco Fuchs, ist am Freitag in den Wissenschaftsrat berufen worden. Das haben die Bundesländer entschieden. Zuvor waren zwei Mitglieder aus dem wichtigen nationalen Beratungsgremium ausgeschieden. Der Bremer Senat hatte Fuchs als „Person des öffentlichen Lebens“ vorgeschlagen.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.
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