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Bremen bekommt städtische Saftpresse

Marike Deitschun 11.06.2016 0 Kommentare

Hilko Eilts (grünes Hemd) stellt mit seinen Mitstreitern eine Apfelsaftpresse am Café Sand vor: Die Gruppe Kleingärtner gründete eine Saftmosterei-Genossenschaft.
Hilko Eilts (grünes Hemd) stellt mit seinen Mitstreitern eine Apfelsaftpresse am Café Sand vor: Die Gruppe Kleingärtner gründete eine Saftmosterei-Genossenschaft. (Karsten Klama)

„Bremen bekommt eine eigene Mosterei“, sagt Hilko Eilts, Mitbegründer von „Saftwerk Bremen“. Die mobile Mosterei-Genossenschaft. Doch bis zur Gründung war es ein langer Weg. Entstanden ist die Idee in einem Kollektiv aus Kleingärtnern, das in den vergangenen Jahren das Apfelpressen am Café Sand veranstaltet hat. „Beim Saftpressen ging es darum, dass das Potential der Äpfel, die im Stadtwerder unter den Bäumen lagen, genutzt wird“, so Eilts. Aus diesem Gedanken heraus wurde eine kommerzielle Mosterei engagiert. Gleich im ersten Jahr wurden 3000 Liter Apfelsaft hergestellt. Die jährliche Veranstaltung wuchs zu einem kleinen Apfel- und Erntedankfest an.

„Einen Wermutstropfen hatte die Aktion allerdings“, berichtet er: „Die Zusammenarbeit mit dem kommerziellen Moster“. Dieser hatte ein Geschäftsmodell, dass die Lasten und Risiken die Organisatoren trugen. „Wir hätten auch ein Ausfallhonorar zahlen müssen, wenn nicht genügend Saft gepresst wurde“, beschreibt Eilts. „Der Moster ist mit seinem Anhänger gekommen, hat die ganzen Umsätze gemacht und ist gefahren“. Das fand das 15-köpfige Kernteam frustrierend, also überlegten sie sich ein anderes Geschäftsmodell.

Interesse aus New York

Die Idee: Eine eigene mobile Mosterei kaufen, die genossenschaftlich organisiert ist. Und: Das Saftpressen am Café Sand auf ganz Bremen ausweiten. Ein Gutachter zertifizierte die Idee, das Potenzial und die Rentabilität wurden abgeschätzt. Am Freitagabend wurde dann die Genossenschaft gegründet. Das errechnete Startkapital beträgt 70.000 Euro. Nach den Formalitäten wurde tatsächlich auch Geld in die Hand genommen. Für 100 Euro konnte jeder einen Genossenschaftsanteil erwerben. „Im Vorfeld haben wir großartige Resonanzen bekommen“, berichtet Eilts. Es habe sich sogar eine Frau aus New York gemeldet und ihr Interesse bekundet. Einige Kooperationspartner wie der Landesverband der Gartenfreunde Bremen und der Sportgarten kamen dazu.

„Noch bis zum 1. August kann jeder Anteile zeichnen“, bekundet Eilts, dann muss das Startkapital für die gemeinnützige Mosterei feststehen, um den Fertigungsauftrag für die Saftpresse rechtzeitig abzugeben. „Man kann mit 100 Euro einsteigen, aber auch mit 2000 oder 20.000 Euro“, erklärt Hilko Eilts, der schon seit sieben Jahren einen Kleingarten besitzt. In den nächsten acht Jahren soll die Anlage dann abgeschrieben werden. Das funktioniert mit einer Mindestsaftmenge von 30.000 Litern pro Jahr, erklärt Eilts. „Das erwirtschaftete Geld aus den Äpfeln soll zurück in die Stadt fließen“, erklärt der 45-Jährige. 50 Prozent des Gewinns wird einem sozialen Projekt gespendet, die andere Hälfte an ein ökologisches.

1,3 Kilogramm Äpfel ergeben einen Liter Saft

Ab September könnte es losgehen. Die Presse wird da aufgestellt, wo sie gebraucht wird. „Die Äpfel kommen auf ein Förderband, werden gewaschen, weiter transportiert und zerkleinert“, erklärt Eilts, „dann entsteht die Maische, die wird dann bis zum allerletzten Tropfen ausgepresst, gefiltert, erhitzt und abgefüllt“. Ungefähr 1,3 Kilogramm Äpfel ergeben einen Liter Saft. Entweder nimmt jeder den gepressten Saft mit nach Hause oder er wird verkauft. Das Café Sand hat schon Interesse am Bremer Apfelsaft bekundet.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 17:47
Diese
,langsame und (auch) demonstrierende‘ Dame
war sich sicherlich darüber im Klaren,
dass 15km/h für einen 🚴🏿‍♀️ ganz schön ...
FloM am 23.10.2019 17:45
"Da sind wir wir letztlich recht nah beieinander"
Häufig ist das so, wenn man erst mal mehr als 140 Zeichen miteinander ausgetauscht hat ...
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