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Essen für den Klimaschutz
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Bürgerstiftung führt den "Veggiday" ein

Elke Gundel 27.01.2010 0 Kommentare

Einkaufen
Einkaufen (dpa)

Bremen. Wer sich mit dem Essen beschäftigt, kann rasch zum Klimaexperten werden. Das ist die Erfahrung von Christiane Schwalbe von der Bürgerstiftung Bremen. Sie möchte, dass möglichst viele Bremerinnen und Bremer beim Mittagessen aktiven Klimaschutz betreiben. Deshalb hat die Bürgerstiftung Ende Januar die Aktion „Veggiday“ ins Leben gerufen. Die Idee: Bremen isst vegetarisch – jeden Donnerstag.

Ernährung hat viel mit Klimaschutz zu tun, mehr als vielen Menschen bewusst ist, erklärt Cornelis Rasmussen. Er ist Geschäftsführer der Bremer Klimaschutz-Agentur Energie-Konsens, die das Projekt „Veggiday“ unterstützt. Einer der größten Klimakiller auf dem Teller sei Rindfleisch. Der Grund: Wenn Kühe verdauen, wird Methan freigesetzt. Und Methan, erläutert Rasmussen, trage in wesentlich größerem Ausmaß als CO2 zum Treibhauseffekt bei.

„Methan ist 25 Mal schlimmer.“ Rein rechnerisch bedeute das: Eine Kuh wirkt sich übers Jahr gesehen fürs Klima genauso schädlich aus wie ein durchschnittlicher Pkw, der 14.000 Kilometer gefahren ist. Wie groß der Spielraum ist, über den persönlichen Speisezettel zum Klimaschutz beizutragen, verdeutlicht der Energie-Konsens-Chef noch mit einer anderen Rechnung.

Im Schnitt trage jeder Mensch in Deutschland pro Jahr mit zehn Tonnen zum gesamten CO2-Ausstoß bei – sei es durch Autofahren, Flugreisen oder den Stromverbrauch zu Hause. Die Ernährung sei dabei mit 1,7 Tonnen CO2 eingerechnet.

„Und 75 Prozent dieser 1,7 Tonnen entfallen auf Fleisch und Milch.“ Diese Zahlen, sagt Christiane Schwalbe, haben vergangenes Jahr schon die Einwohner der belgischen Stadt Gent beeindruckt. Und so hätten sie im Mai 2009 den VeggieDag eingeführt: Donnerstags gebe es in allen öffentlichen Genter Kantinen und Schulmensen seitdem ein vegetarisches Hauptgericht, erklärt Christiane Schwalbe.

Auch etwa 100 Restaurants beteiligten sich an der Aktion. Wenn 240.000 Genter Bürgerinnen und Bürger einmal in der Woche kein Fleisch essen, entspreche das aufs Jahr hochgerechnet einer CO2-Ersparnis von 18.000 Autos, sagt sie. Und: Würden sich alle 550.000 Bremerinnen und Bremer am „Veggiday“ beteiligen, hätte das im Bezug auf den CO2-Ausstoß denselben Effekt, als wären pro Jahr 40.000 Autos weniger unterwegs.

Dabei, betont Christiane Schwalbe, gehe es beim „Veggiday“ nicht nur darum, vegetarisch zu essen. Vielmehr sollen die Zutaten möglichst aus der Region stammen und danach ausgesucht werden, welches Gemüse gerade Saison hat. „Das soll aber nicht heißen, dass es immer nur Kartoffeln und Kohl gibt.“

Als Bündnispartner hat die Bürgerstiftung bereits das Ressort von Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne), die AOK Bremen/Bremerhaven, die Agentur Energie-Konsens, die Bremer Heimstiftung, die städtischen Kitas (Kita Bremen), die Verbraucherzentrale, den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Bremen, Slow Food Bremen und die Verbraucherzentrale gewonnen. Auch ein erstes Restaurant macht mit: „Villa“ in der Villa Ichon.

Und Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hat die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. Er muss sich darauf gefasst machen, dass er demnächst von Christiane Schwalbe zu einem öffentlichen Essen eingeladen wird – natürlich vegetarisch.

Die Bremer Heimstiftung habe sich ohnehin Gedanken darüber gemacht, wie der Speisezettel für ihre etwa 2000 Bewohner künftig aussehen soll, erklärt Monika Böttjer. Zentrales Anliegen: Wie sollten ältere Menschen versorgt werden, um ernährungsbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Auch aus gesundheitlichen Gründen sei es wichtig, weniger Fleisch zu essen. So empfehle die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, dass ältere Menschen pro Woche nicht mehr als 400 Gramm Fleisch und Wurst verzehren sollten.

Kita Bremen versorge täglich etwa 7000 Kinder mit Mittagessen, erklärt Mitarbeiter Peter Große. Dabei stünden auch regelmäßig vegetarische Gerichte auf dem Tisch. Das solle nun donnerstags feste Tradition werden. Auch auf die Qualität der Zutaten werde geachtet: Vergangenes Jahr seien zehn Prozent des Nahrungsmittelbudgets für Bio-Produkte ausgegeben worden.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...
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