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Innovationspreis der "Sieben Faulen“
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Ehrung für Engagierte

Wigbert Gerling 20.05.2016 0 Kommentare

Innovationspreis Sieben Fauelen e.V
Zu den Trägern des Innovationspreises 2016 des Vereins „Die sieben Faulen“ zählen die Bürgerstiftung Lilienthal, das „Fem Café“, das Jugendkabarett vom Schnürschuh-Theater und die Bremer Suppenengel. Ihre Vertreter erhielten jetzt Geld für die Projekte sowie Blumen. (Cora Sundmacher)

Neue Wege gehen, Mut zeigen und Ideen entwickeln – das zeichnete laut Peter Siemering die sieben Faulen aus, und genau solche Tugenden spielten bei der Auswahl des „Innovationspreises“ eine maßgebliche Rolle. Der Vorsitzende des Vereins, der sich nach den sieben Faulen benannt hat, leitete am Donnerstag im Speicher XI in der Überseestadt die Ehrung ein: Den ersten Rang teilen sich demnach in diesem Jahr die Bürgerstiftung Lilienthal, die sich unter anderem für die Schulbildung benachteiligter Jugendlicher einsetzt, und das „Fem Café“, ein Treffpunkt für Frauen in der Heinrichstraße.

Peter Siemering, Chef der Bremer Touristik-Zentrale, erinnerte an die Geschichte mit den sieben Faulen und betonte, der Preis, den der Verein alle zwei Jahre auslobe, passe ebenso zu diesem erzählerischen Hintergrund wie der Ort der Verleihung, der Speicher XI und auch die Umgebung in der Überseestadt. Sie sei für Bremen ein Symbol für Innovation. Um den „Innovationspreis“, für den der Verein insgesamt 15 000 Euro ausschütte, hätten sich zahlreiche Projekte beworben. Und die Jury habe gut zu tun gehabt, um am Ende eine Entscheidung zu fällen.

Erster Preis für Bürgerstiftung Lilienthal

Weil es gleichrangige Projekte gegeben habe, so Siemering, sei diesmal der erste Preis aufgeteilt worden: 5000 Euro gingen an die Bürgerstiftung Lilienthal, die sich unter dem Motto „Alle Kinder sind neugierig, kreativ und talentiert“ mit viel ehrenamtlichem Engagement unter anderem um die vorschulische und schulische Bildung kümmere. Die Laudatio hielt Joachim Treusch, viele Jahre Präsident der Jacobs University.

Er hob hervor, dass die Lilienthaler in Tausenden von Stunden beispielsweise Nachhilfeunterricht erteilten oder auch Besucher von Museen und Theatern vorbereiteten. Für die Bürgerstiftung nahmen Christa Kolster-Bechmann und Eugen Bechmann den Scheck entgegen – und einen großen Blumenstrauß. „Die Preisverleihung ist eine große Freude“, sagte Kolster-Bechmann, um dann noch auf die Eröffnung eines Kinderforschungszentrums im ehemaligen Naturkundemuseum in der kommenden Woche hinzuweisen.

Treffpunkt für Frauen

Die Direktorin der Bremer Stadtbibliothek, Barbara Lison, stellte den zweiten Preisträger vor, der ebenfalls die Spitzenbewertung bekam und damit 5000 Euro beanspruchen konnte: das „Fem Café“. Um einen Grund für die Auszeichnung augenfällig zu machen, war neben dem Rednerpult im Speicher XI ein Fahrrad aufgestellt. Lison betonte, die Einrichtung sei ein Treffpunkt für Frauen, von denen viele Flüchtlinge seien, die noch nicht lange in der Hansestadt wohnten.

Mit großer ehrenamtlicher Unterstützung werde dazu beigetragen, Hilfen beim alltäglichen Leben anzubieten. Und dazu organisiere das „Fem Café“ unter anderem Fahrradkurse. Den Preis – und ebenfalls einen Blumenstrauß – nahmen Antonia Brinkmann und Clara Ogbedor im Namen des Frauentreffpunkts entgegen.

Den zweiten Preis, dotiert mit 3000 Euro, verlieh Heinz Glässgen, der von 1999 bis 2009 Intendant von Radio Bremen war und wie Siemering zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Die Sieben Faulen“ gehört. Die Auszeichnung ging an die Jugend-Kabarettgruppe im Schnürschuh-Theater für das Projekt Spam Filter.

Flüchtlinge kochen für Obdachlose

Dafür sollten, so Glässgen, in der Spielzeit 2016/2017 vermehrt geflüchtete unbegleitete Jugendlichen gewonnen werden. Die Jugendlichen diskutierten dazu unter anderem politische Themen und erprobten, wie so etwas mit Mitteln kabarettistischer Darstellung auf die Bühne gebracht werden könnte. Josepha Maschke und Lukas Book nahmen den Preis aus den Händen des früheren Intendanten entgegen.

Der dritte Preis des Vereins „Die Sieben Faulen“, verbunden mit einem Scheck über 2000 Euro, wurde den „Bremer Suppenengeln“ zuerkannt. Das Projekt: Flüchtlinge kochen für Obdachlose. Laudator Rajab Ibrahim vom Speicher XI erklärte, es zeuge von gesellschaftlichem Engagement, wenn regelmäßig Mahlzeiten für Obdachlose und andere Bedürftige zubereitet würden.

Laut Peter Siemering ist der Verein „Die Sieben Faulen“ als gemeinnützig anerkannt. Die Zahl der Mitglieder sei auf 50 begrenzt. Mit Aufnahmegebühren und den Jahresbeiträgen komme so viel zusammen, dass die Preise mit einer Gesamtsumme von 15 000 Euro alle zwei Jahre ausgelobt werden könnten.

Legende von den Sieben Faulen

Die Sieben Faulen sind in Bremen zur Legende geworden. Die Erzählung bezieht sich auf Bauernsöhne, die nicht gerade für ihre Tüchtigkeit bekannt waren. Da sie in der Hansestadt – vor allem wegen ihrer mangelnden Motivation, sich krummzulegen – nirgendwo eine Anstellung fanden, verließen sie die Stadt, um ihr Glück anderswo zu suchen.

Nach einigen Jahren kehrten die sieben Brüder mit einem reichen Schatz an Wissen und Erfahrungen nach Bremen zurück. Sie begannen damit, auf den Feldern ihres Vaters zu arbeiten. Dann hoben sie unter anderem auch Entwässerungsgräben aus und bauten einen Damm zur Weser, um das Hochwasser abzuhalten. Außerdem legten sie einen befestigten Weg an, an dem sie ihre Häuser bauten.

Die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt beobachteten den Einsatz der Brüder allerdings mit Argwohn. Sie wollten einfach nicht glauben, dass sich die Sieben Faulen tatsächlich gewandelt hatten – und deren Arbeit sinnvoll war. Also schimpften sie weiter: Die Brüder seien eben nur zu faul, sich die Füße schmutzig zu machen und auf matschigen Feldern zu arbeiten. Die Hansestädter wollten nicht wahrhaben, dass die Sieben Faulen gar nicht faul, sondern vielmehr ziemlich schlau waren.

WIG


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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