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Trickbetrüger
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Polizeiwarnung sorgt für Ärger

Matthias Lüdecke 01.02.2014 1 Kommentar

Jonas Kuckuk ist freier Dachdecker. Er ärgert sich, dass er mit Trickdieben in einen Topf geworfen wird.
Jonas Kuckuk ist freier Dachdecker. Er ärgert sich, dass er mit Trickdieben in einen Topf geworfen wird. (Frank Thomas Koch)

Immer wieder warnt die Polizei vor Trickdieben, die sich als falsche Handwerker ausgeben. Ehrliche freie Handwerker wie Jonas Kuckuk fühlen sich dadurch in eine kriminelle Ecke gestellt. Sie fordern andere Formulierungen.

Es sind Warnungen, wie man sie immer wieder liest – zumeist dann, wenn jemand Opfer von Trickbetrügern geworden ist. Zum Beispiel im vergangenen Oktober. Da fiel ein 93 Jahre alter Mann in Borgfeld auf falsche Handwerker herein. Sie behaupteten, sie hätten den Auftrag, seine Auffahrt neu zu pflastern, und verlangten eine Vorauszahlung. Der Mann glaubte ihnen, zahlte einen größeren Geldbetrag – und sah sie nie wieder.

Sich als Handwerker auszugeben, ist eine von vielen Maschen von Trickbetrügern. Eine Bande aus Osnabrück etwa, so berichtet Polizeisprecher Dirk Siemering, operiere gerne auf diese Weise – und tauche immer wieder auch in Bremen auf. „Da wird ein Preis für eine Dienstleistung genannt“, berichtet er, „dann werden aus 300 auf einmal 3000 Euro, und das treiben sie dann auch ein.“ Die Polizei berichtet deshalb immer wieder von solchen Fällen. Und sie verbindet den Bericht immer wieder mit Hinweisen, wie sich die zumeist älteren potenziellen Opfer schützen können. Einer dieser Tipps lautet: „Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung oder auf Ihr Grundstück, die Sie selbst bestellt haben.“

Eben diese Formulierung sorgt für Ärger bei Jonas Kuckuk. Er ist freier Handwerker, in erster Linie arbeitet er als Reetdachdecker. Er macht das seit Jahren und hat eine Reisegewerbekarte – ein Dokument, das ihm von Behördenseite bescheinigt, zuverlässig und kein Betrüger zu sein. Weil Kuckuk keinen Meisterbrief hat, darf er allerdings keinen Betrieb eröffnen, bei dem die Kunden zu ihm kommen können. Stattdessen muss er zu den Kunden, an ihre Haustür.

Und deshalb empört ihn die pauschale Warnung vor Handwerkern, die nicht bestellt worden sind. Kuckuk fühlt sich durch solche Hinweise, die sich auch in einem Flugblatt finden, das SWB und Polizei gemeinsam herausgegeben haben, in einen Topf geworfen mit Trickbetrügern, mit denen er nichts zu tun hat.

Auch Kuckuk will nicht, dass Menschen zu Opfern von Betrügern werden. Nie solle man sich an der Haustür zu einem Auftrag drängen lassen, empfiehlt er zum Beispiel. Die pauschale Warnung schießt für ihn allerdings über das Ziel hinaus. „Man müsste bei solchen Hinweisen eben auch betonen, dass nicht jedes Haustürgeschäft kriminell ist“, sagt er – und fordert differenziertere Formulierungen. So könnte man zum Beispiel dazu auffordern, sich die Reisegewerbekarte zeigen zu lassen, schlägt Kuckuk vor.

Bei der Polizei und der SWB, den Adressaten der Kritik, zeigt man durchaus Verständnis für Kuckuks Problem. „Uns ist völlig klar, dass es viele weiße Schafe gibt“, sagt etwa SWB-Sprecherin Angela Dittmer. Vor den schwarzen Schafen, den Betrügern, die sich mitunter auch als SWB-Mitarbeiter ausgäben, wolle man aber weiterhin warnen. Derzeit, so sagt sie, sei eine Neuauflage des Flugblatts in der Planung. Darin wolle man Kuckuks Vorschlag aufnehmen und über eine neue, differenziertere Formulierung nachdenken.

Auch Polizeisprecher Dirk Siemering zeigt sich offen für eine Änderung der Formulierung, sodass sie auch Handwerkern wie Jonas Kuckuk gerecht wird. Bei Haustürgeschäften prinzipiell zur Vorsicht mahnen, wolle die Polizei aber auch dann noch, sagt Siemering. „Und unser wichtigster Hinweis ist und bleibt: ,Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung.’ Davon werden wir nicht abrücken.“


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...
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