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Das Antikolonial-Denkmal im Mandela-Park wird ab August restauriert
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Rettung für den Elefanten

Christian Markwort 29.07.2016 2 Kommentare

Ralph Saxe, Frank Deitschun und Staatsrat Ronny Meyer (von links) vor dem Denkmal.
Ralph Saxe, Frank Deitschun und Staatsrat Ronny Meyer (von links) vor dem Denkmal. (Christian Markwort)

Gudrun Eickelberg ist hin und her gerissen: „Es musste einfach etwas passieren“, sagt die zweite Vorsitzende des Vereins „Der Elefant“. „Wir sind deshalb sehr froh, dass der Senat nun das Gedenken an die Kolonialgeschichte würdigt und die Instandhaltung des Denkmals mitfinanziert.“ Das Anti-Kolonialdenkmal im Mandela-Park, im Volksmund auch „Elefant“ genannt, wird restauriert. Frank Deitschun, Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, hatte zu Jahresbeginn eine Expertise erstellt und dabei erklärt, „dass es fünf vor zwölf“ sei. Noch einen strengen Winter mehr – „und der Elefant wäre vermutlich aus allen Nähten geplatzt“, so Deitschun während einer Ortsbegehung mit Vertretern des Vereins und der Baubehörde. Nun steht die Finanzierung, im August sollen die Arbeiten beginnen.

Der Bau des „Reichskolonialehrendenkmal“, so die offizielle Bezeichnung, wurde im September 1926 von der kolonialen Arbeitsgemeinschaft Bremen beantragt, am 6. Juli 1932 fand die Einweihung statt. In der Zeit des Nationalsozialismus‘ erhielten mehrere Städte im Deutschen Reich Beinamen, sogenannte Ehrentitel. Bremen wurde zu der Zeit „Stadt der Kolonien“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Kolonialzeit geriet das Bremer „Reichskolonialehrenmal“ in Vergessenheit. Erst durch die Anti-Apartheid-Bewegung wurde die Erinnerung wieder wach. Am 21. März 1990 feierte Namibia, das frühere Deutsch-Südwestafrika, seine Unabhängigkeit. Am 18. Mai 1990 wurde der Elefant beim Namibia-Freiheitsfest in „Anti-Kolonial-Denk-Mal“ umbenannt. Danach passierte lange Zeit nichts. Der Elefant fiel in einem Dornröschenschlaf. Es wurden sogar Stimmen laut, die einen Abriss des Denkmals forderten. Anfang 2008 wurde dann von Schwachhausener Bürgerinnen und Bürgern der Verein „Der Elefant!“ gegründet. 2009 wurde die Krypta renoviert und beleuchtet und das wurde Monument gereinigt. Außerdem wurde eine Außenbeleuchtung installiert. Seitdem fanden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen in und rund um den Elefanten statt.

Feuchte Wände: In den Sockel des Elefanten ist über Jahrzehnte Regenwasser eingedrungen.
Feuchte Wände: In den Sockel des Elefanten ist über Jahrzehnte Regenwasser eingedrungen. (Christian Markwort)

Bei den nun geplanten Bauarbeiten müssen auch Fehler der letzten umfassenden Instandsetzung in den 1980er-Jahren korrigiert werden. Seinerzeit war – nach damaligem Wissensstand – im Sockel des Antikolonial-Denkmals war eine Abdichtung gegen den Regen eingebaut worden, die jedoch wenig effektiv war. „Darunter sammelt sich jetzt das Wasser“,erklärt Deitschun, besonders an der Nord-West-Seite sei durch Regenwasser „eine hundertprozentige Durchfeuchtung aufgetreten, die bei starkem Frost zu einer Sprengung des Denkmals hätte führen können“.

Jetzt hat der Senat 120.000 Euro zur Verfügung gestellt, weitere 60.000 Euro kommen aus Bundesmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hinzu. „Damit können wir das für Bremen sehr bedeutsame Mahnmal nun langfristig wieder in Schuss setzen“, freut sich der Vereinsvorsitzende Ralph Saxe. Und auch Gudrun Eickelberg hat wieder Grund zur Freude: „Wir können in diesem Jahr zwar keine Veranstaltungen mehr anbieten“, sagt sie, „aber bis Weihnachten ist der Elefant endlich hoffentlich wieder vollkommen hergestellt.“


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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