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Demo für Werder-Ultra im Viertel
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Vermummte attackieren Polizeistreifen

16.12.2015 55 Kommentare

(Sarah Rauch)

40 bis 50 Vermummte haben am Mittwochabend im Steintorviertel für Unruhe gesorgt. Die überwiegend schwarz gekleidete Gruppe zog gegen 20.45 Uhr von der Straße Vor dem Steintor in Richtung Sielwall, entzündete Bengalische Feuer und Böller und attackierte zwei Polizeiwagen.

Wie die Polizei mitteilte, rief die Gruppe  „Free Valentin“ -  offenbar handelte es sich um eine Solidaritätskundgebung für den inhaftierten Werder-Bremen-Ultra Valentin S., der sich seit Dienstag erneut in Untersuchungshaft befindet. S. wird gemeinschaftliche Körperverletzung in acht Fällen vorgeworfen, die er im Zeitraum von März 2014 bis April 2015 begangen haben soll. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft ging er zum Teil mit erheblicher Rücksichtslosigkeit und Brutalität vor. Die Verhandlung gegen den 21-Jährigen soll am 11. Januar beginnen.

Zwei Polizisten wurden in ihrem Streifenwagen von dem, so die Beamten, "Mob" gezielt angegriffen. Die Vermummten rannten auf das Polizeifahrzeug zu und "bewarfen es mit Flaschen, Bengalos und Böllern", so die Beamten.  "Ein Angreifer richtete eine Pistole auf die Polizisten und schoss eine Leuchtstoffrakete auf den Streifenwagen, die kurz vor dem Wagen aufschlug und explodierte." Aus mehreren Einkaufstüten holten Demonstranten zudem Pflastersteine. Mit diesen und faustgroßen Steinen, welche die Angreifer in Hosen- und Jackentaschen mit sich führten, bewarfen sie den Einsatzwagen und attackierten die Polizisten weiter. Der Streifenwagen wurde stark beschädigt. Im Fahrzeug musste ein 31 Jahre alter Polizist mit beiden Beinen fest gegen die zerborstene Windschutzscheibe drücken, um den gewalttätigen Attacken standzuhalten. Er und seine 25-jährige Kollegin "erlitten so immerhin keine körperlichen Schäden", heißt es im Polizeibericht.

Als ein zweiter Funkwagen eintraf, wurde auch dieser mit Flaschen und Steinen beworfen. Der Fahrer konnte aber ausweichen und Schäden am Fahrzeug verhindern. Die Täter flüchteten anschließend in Richtung Fehrfeld.

Eine Anwohnerin bekundete, dass sie so etwas noch nicht erlebt habe. Menschen seien vor der Gruppe in Cafés geflüchtet, „die Situation war beängstigend“.

Polizeipräsident Lutz Müller verurteilte den Angriff auf das Schärfste: "Das Maß ist voll. Wer noch immer eine Gruppierung hofiert, die schwerste Straftaten begeht, die Menschenleben gefährdet und sich dabei auf eine politische Gesinnung beruft, wird selbst zum Brandstifter. Ich erwarte deutliche Worte und Rektionen aller verantwortlichen Parteien und Fraktionen. Wir werden uns dadurch nicht verunsichern lassen."

Auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, verurteilte den Angriff auf die Polizei. „Dieser Angriffe zeigt erneut, dass es Gruppen in Bremen gibt, die ein klares Feindbild haben. Dieses Feindbild sind die Polizei, die Justiz und somit unser Staat.“

Wilhelm Hinners, innenpolitischer Sprecher der Bremer CDU, äußert sich ebenfalls zu den gewaltsamen Ausschreitungen und Angriffen auf die Polizei im Viertel. Er mahnt, linke Gewalt ernst zu nehmen und konsequent zu ahnden. Jede Form von Gewalt gegen Personen oder den Rechtsstaat sei zu verurteilen. "Ich halte es für gefährlich, wenn linksextreme Gewalt dabei als die scheinbare bessere Gewalt verharmlost wird“, sagte Hinners. 

Jeder habe das Recht, seine Meinung friedlich vorzutragen, betonte Hinners. "Gegen ein rechtskräftiges Urteil zu randalieren, die Polizei anzugreifen und Passanten in Angst und Schrecken zu versetzen, zeugt allerdings von einer fragwürdigen Interpretation unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung“, so der CDU-Abgeordnete. Er fordert von Innensenator Ulrich Mäurer, dass dieser sich hinter seine Beamtinnen und Beamten stellt. Diese Rückendeckung dürfe nicht nur verbal erfolgen, sondern müsse auch die Arbeit der Polizei wertschätzen, indem sie angemessen personell ausgestattet werden. (fea/wk)


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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 14:52
Dann ist es wichtig, alle vier Jahre so zu wählen, damit sich daran nichts ändert. Da freut sich der Verwaltungsbeamte.
IhrenNamen am 19.10.2019 14:35
Die SPD kann hier aber höchstens zu 50% Schuld sein da das DSM zu 50% vom CDU-Regierten Bund finanziert wird.

Ich denke die Schuldigen ...
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