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Eigentümer haben noch bis Ende 2015 Zeit
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Wohnungen müssen mit Rauchmeldern ausgestattet werden

Alexander Tietz 14.01.2015 15 Kommentare

Eine Wohnung ohne Rauchmelder zu vermieten, ist ein Spiel mit dem Feuer. Bis zum 31. Dezember haben Eigentümer in Bremen noch Zeit, ihre Wohnungen mit Warnsystemen auszustatten. Wer die gesetzlichen Vorgaben ignoriert, kann Ärger mit der Justiz bekommen – weniger allerdings mit der Versicherung.

Es ist Nacht. In der Wohnung bricht ein Feuer aus, irgendwo. Der Qualm zieht ins Schlafzimmer, doch niemand bemerkt den Geruch. Die Hausbewohner schlafen tief und fest. Ohne es zu wissen, schweben die Betroffenen in Lebensgefahr. Während sich das Feuer immer weiter ausbreitet, sinken die Chancen, den Brand zu überleben. Ein Wunder, wer in dieser Notlage mit dem Leben davonkommt.

Rauchmelder
Ein Rauchmelder an der Decke warnt, wenn es brennt. Die Bewohner können sich in Sicherheit bringen. (Roland Weihrauch, dpa)
Szenarien wie dieses sind der Grund, warum Rauchmelder in vielen Bundesländern bereits verpflichtend vorgeschrieben sind. In Bremen sind die kleinen Warnsysteme – ausgenommen für Neubauten – noch nicht vorgeschrieben. Am Ende des Jahres tritt jedoch die Rauchmelderpflicht in Kraft. In der Bremer Landesbauverordnung ist gesetzlich festgeschrieben, dass Eigentümer ihre Wohnungen und Häuser bis zum 31. Dezember 2015 mit Rauchmeldern ausstatten müssen. Genauer bedeutet das: Schlaf- und Kinderzimmer müssen mit jeweils einem Warnmelder ausgestattet werden, ebenso Flure, die als Rettungswege dienen.

Wie viele der etwa 286 200 Wohnungen in Bremen und rund 64 600 Wohnungen in Bremerhaven (Stand 2011) nachgerüstet werden müssen, ist nicht bekannt. Der Verband Haus und Grund Bremen rät Eigentümern, die derzeit keine Warnmelder installiert haben, so schnell wie möglich zu handeln. Es gehe um „Leib und Leben“, sagt Haus-und-Grund-Geschäftsführer Bernd Richter.

Die Baubehörde geht davon aus, dass die Eigentümer die Frist einhalten werden. Sie stünden in der Verantwortung, Warnmelder zu beschaffen und anzubringen. Die Wartung der Geräte obliegt wiederum den Besitzern, also den Mietern, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Hängen ab dem 31. Dezember keine Warnmelder an den Decken, drohen rechtliche Konsequenzen. Bis zu fünf Jahre Haft kann ein Eigentümer nach Angaben der Bremer Justizbehörde bekommen, wenn einer oder mehrere seiner Mieter bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommen und nachgewiesen werden kann, dass ein Warnmelder die betroffenen Personen hätte retten können.

Im Brandfall droht Eigentümern, die keine Rauchmelder installiert haben, auch Ärger mit der Versicherung. Sofern die Rauchmelderpflicht Bestandteil der Hausrats- und Gebäudeversicherung ist, kann der Anspruch auf Schadenersatz erlöschen. Diese Möglichkeit besteht nach Angaben des Verbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jedoch nur theoretisch. Praktisch, so GDV-Sprecher Christian Ponzel,

könne ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Brandschadens und einem fehlenden Rauchmelder nur selten festgestellt werden. Ponzel versichert: „In der Regel kommt die Versicherung trotz fehlender Rauchmelder für den Schaden auf.“

Spezielle Kontrollen sind in Bremen nicht vorgesehen. Jens Tittmann von der Baubehörde verweist auf Artikel 13 des Grundgesetzes, wonach das Betreten von Wohnungen untersagt ist. Sollten sich in größeren Einrichtungen jedoch Bewohner über fehlende Rauchmelder beklagen, verfährt die Behörde wie bisher: Die Bauaufsicht macht eine Begehung in dem Gebäude und spricht eine Frist von bis zu vier Wochen aus. Installieren die Vertreter der betroffenen Einrichtung keine Rauchmelder, wird ein Zwangsgeld verhängt und ein Unternehmen beauftragt, die Warnsysteme einzurichten.

Unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung sollte jeder Eigentümer aber, vor allem der Sicherheit wegen, seine Wohnung mit den kleinen Warnsystemen ausstatten. Die Geräte sind in der Regel im Baumarkt für etwa sieben bis 30 Euro erhältlich. Das Hamburger Unternehmen Kalorimeta, das auf Rauchmeldersysteme spezialisiert ist, rät beim Kauf, auf das CE-Zeichen zu achten. Produkte mit dieser Kennzeichnung entsprechen den Anforderungen der Europäischen Union.

Stiftung Warentest empfiehlt außerdem Rauchmelder mit Langzeitbatterie, die eine Haltbarkeit von zehn Jahren haben. Nach Ansicht der Warentester sind Langzeitgeräte für all jene von Vorteil, die selten auf eine Leiter steigen wollen. Außerdem könnten so Batteriekosten gespart werden.

Die richtige Montage

In der Regel lassen sich Rauchmelder schnell anbringen. Meist werden sie durch ein oder zwei Schrauben an der Decke befestigt. Einfacher sind magnetische Rauchmelder. Hierfür werden Magnetpads mit Heißkleber an der Decke befestigt. Der Rauchmelder wird an die Pads geführt, bis die Magnetwirkung einsetzt und Melder daran haften bleibt. Die kleinen Warnsysteme sind grundsätzlich an der Decke zu befestigen, weil Rauch nach oben steigt. Der Abstand zu Wänden, Ecken, Deckenleuchten und Balken sollte dabei mindestens einen halben Meter betragen, damit Rauch ungehindert in die Kammern des Melders dringen kann. Auch wenn Warnmelder nur in Schlaf- und Kinderzimmern sowie im Flur vorgeschrieben sind, ist es ratsam, auch die restlichen Räume mit Warnmeldern zu versehen. In der Küche sollten hitzetaugliche Geräte eingerichtet werden, weil die üblichen Rauchmelder wegen der Dämpfe und der hohen Luftfeuchtigkeit oft falschen Alarm geben.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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