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Auch in Bremen: Verbraucherschutz warnt vor Wurst der Firma Wilke

04.10.2019 2 Kommentare

Am Dienstag schlossen Behörden die Produktion.
Am Dienstag schlossen Behörden die Produktion. (picture alliance/Uwe Zucchi/dpa)

Der Grund für die Warnung sei, dass es einen „möglichen Zusammenhang von Produkten der Firma Wilke mit einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch“ gibt, teilte das Bundesamt auf ihrer Internetseite mit. Die betroffene Produktion der Firma hat das Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“. Die Wurstwaren seien auch in loser Form an Wursttheken verkauft worden, hieß es. Laut Behörden wurden Wilke-Produkte über alle Bundesländer verteilt und auch weltweit ausgeliefert.

Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft den Behörden und dem nordhessischen Wurstproduzenten „schwere Versäumnisse“ vor. Es sei inakzeptabel, dass noch immer keinerlei Angaben zu den Verkaufsstellen der zurückgerufenen Produkte gemacht worden seien, teilte die Organisation am Freitag mit. Auch gebe es bislang keine Liste der betroffenen Produkte. In Waren der nordhessischen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH waren wiederholt Listerien-Keime nachgewiesen worden.

In Südhessen hatte es zwei Todesfälle bei älteren Personen gegeben. Man sei „aufgrund der Daten des Robert Koch-Instituts zu dem Schluss gekommen, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Verzehr von Wurstprodukten besteht“, sagte Hartmut Wecker, Sprecher des Kreises Waldeck-Frankenberg. Der Kreis hatte den Betrieb am Dienstag geschlossen. Laut Wecker habe man schnell reagiert: „Da ist nicht lange abgewartet worden.“

Neue Hinweise auf Keimquelle erhofft

Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Kassel wegen fahrlässiger Tötung. Es gebe einen Anfangsverdacht, sagte eine Sprecherin. Dieser richte sich aber noch nicht gegen eine konkrete Person.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher könnten die Herkunft der Produkte nicht sicher nachvollziehen, kritisierte foodwatch. So habe Wilke offenbar auch für Handelsmarken produziert. Daher reiche es nicht, ausschließlich Wilke als Hersteller der zurückgerufenen Produkte sowie das Identitätskennzeichen der Waren zu benennen.

Behörden hatten zuvor erklärt, eine Rückruf-Liste sei nicht nötig, da alle Produkte von Wilke als solche deklariert seien. Waren unter anderen Markennamen seien nicht bekannt.

Die Behörden erhofften sich am Freitag neue Hinweise auf die Keimquelle. Man warte auf den Bericht der Arbeitsgruppe, die den betroffenen Betrieb untersucht habe, sagte Wecker. In Wilke-Produkten waren mehrfach Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können für Personen mit schwachem Immunsystem lebensgefährlich sein. Es gibt 37 Krankheitsfälle, die möglicherweise mit Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stünden. Diese Zahl habe sich auch nach einem Aufruf der Verbraucherorganisation foodwatch an mögliche weitere Betroffene nicht erhöht, hieß es vom Kreis.

Nach den  Todesfällen in Südhessen ist Wilke in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Unternehmen habe die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Korbach am Freitag. In einem solchen Verfahren werde geprüft, ob die Voraussetzungen zur Durchführung eines Insolvenzverfahrens vorliegen.

Rund 200 Mitarbeiter

Das Unternehmen Wilke Wurstwaren geht nach eigenen Angaben auf eine Dorfmetzgerei vor mehr als 80 Jahren zurück. Die Firma beschäftigt nach Zahlen auf seiner Homepage rund 200 Mitarbeiter und exportiert Waren weltweit.

Unterdessen war bekannt geworden, dass in den vergangenen zwei Jahren nach Angaben niederländischer Gesundheitsbehörden drei Menschen durch mit Listerien verseuchte Wurst gestorben sind. Auch habe es dadurch eine Fehlgeburt gegeben, teilte das Reichsinstitut für Gesundheit und Umwelt am Freitag in Utrecht mit. Die Behörde geht davon aus, dass die Wurstwaren von einer niederländischen Firma in Aalsmeer stammten. Dieser Betrieb wurde vorläufig von den Behörden geschlossen.

Käse wegen schädlicher Bakterien zurückgerufen

Außerdem ruft der französische Käsehersteller Le Moulis mehrere Rohmilchkäse wegen des Verdachts auf gesundheitsschädigende Bakterien zurück. Betroffen seien die in mehreren Bundesländern an der Theke verkauften Produkte „Moulis vache“, „Moulis vache prestige“ und „Bethmale de marterat“, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Der Rückruf gilt für die Käsesorten mit den Chargennummern 19163112, 19170119, 19177126, 19184103, 19191110, 19199118 und 19205124 und den Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) 29. November 2019, 1. Dezember 2019, 5. Dezember 2019, 8. Dezember 2019, 13. Dezember 2019, 20. Dezember 2019 und 22. Dezember 2019. Die Produkte könnten mit Listerien (Listeria monocytogenes) kontaminiert sein, die zu Fieber und Kopfschmerzen führen können, erklärte der Hersteller.

Die Produkte „Moulis vache“ und „Moulis vache prestige“ mit der Chargennummer 19228116 und MHD 20. Dezember bis 27 Dezember 2019 könnten Kolibakterien enthalten. Kolibakterien können zu teils fieberhaften Magen-Darm-Störungen und Nierenkomplikationen führen.

Käufer werden gebeten, den Käse an die Verkaufsstellen zurückzubringen. Konsumenten, bei denen die genannten Symptome auftreten, sollten dringend den Arzt aufsuchen. (dpa)

     +++Dieser Text wurde um 14.43 Uhr aktualisiert+++


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Leserkommentare
alterwaller am 23.10.2019 10:09
Wie ? Jetzt soll man zum parken sogar in die Innenstadt in die Parkhäuser ? Wie gut ist es doch das sich die autofreie Innenstadt noch nicht ...
Hans-OttoRolfs am 23.10.2019 10:07
Bitte nicht vergessen: Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Schifffahrtsmuseum, das sich mehr um seine Reputation als Wissenschaftsmuseum ...
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