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Auf dem Fahrrad gegen Leukämie

Jakob Milzner 16.07.2019 0 Kommentare

Ulrich Mäurer (rechts) begrüßt Oliver Trelenberg bei seiner Ankunft auf dem Bremer Marktplatz.
Ulrich Mäurer (rechts) begrüßt Oliver Trelenberg bei seiner Ankunft auf dem Bremer Marktplatz. (Frank Thomas Koch)

Nach rund 90 Kilometern Fahrt steht Oliver Trelenberg am Dienstagnachmittag erschöpft, aber zufrieden auf dem Marktplatz. Für heute ist er angekommen. Neben ihm steht Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und wirft einen fachmännischen Blick auf Trelenbergs Fahrrad: „Sie brauchen bald neue Reifen“, stellt er fest.

Kein Wunder: Auf seiner diesjährigen Spendentour hat Trelenberg bereits mehrere tausend Kilometer auf dem Rad zurückgelegt. Seit 2015 unternimmt der 53-Jährige jedes Jahr ausgedehnte Fahrradtouren durch Deutschland, um Spenden für krebs- und schwerstkranke Menschen zu sammeln. Dabei ist seitdem eine ansehnliche Summe zusammengekommen: 2018 hatte Trelenberg mit seinem Projekt „Oli radelt“ bereits mehr als 20 000 Euro an Spenden für unterschiedliche Projekte gesammelt. In diesem Jahr tritt er für krebskranke Kinder in die Pedale.

Dabei ist Trelenberg kein Fahrradfahrer der ersten Stunde. „Ich habe 2009 damit angefangen, aufgrund meiner seelischen Erkrankung. Ich bin trockener Alkoholiker und habe im Laufe der Zeit festgestellt, dass das für mich eigentlich die beste Therapie ist“, erzählt er. Als er 2013 an Krebs erkrankte, half ihm das Fahrradfahren dabei, neuen Lebensmut zu schöpfen. „Da geht es auch nicht darum, Kilometer zu schrubben, sondern einfach schön draußen zu sein“, sagt Trelenberg.

Krebs und Armut

Zu seinen Spendentouren habe ihn der Zusammenhang zwischen Krebs und Armut veranlasst, erzählt er. „Es gibt viele Patienten, die aufgrund ihrer Krebserkrankung verrentet werden und sich aus eigenen Mitteln keinen Urlaub mehr erlauben können.“ Mit seinem Engagement wolle er es mittellosen Krebspatienten ermöglichen, einfach mal eine Woche in Urlaub fahren zu können.

Gestartet ist er am Dienstagmorgen in Bremerhaven, von dort ist er den Weserradweg bis nach Bremen geradelt. Die 90 Kilometer müssten nicht zu Regel werden, schmunzelt er. 50 bis 70 Kilometer seien eigentlich genug, schließlich führe er auf dem Weg auch noch Gespräche mit den Menschen, um neue Spender zu finden.

In Bremen hat Trelenberg bereits eine Unterkunft: Oberst Hans-Peter Dorfmüller, Kommandant des Bundeswehr-Landeskommandos Bremen, hat für ihn eine Übernachtung in der Scharnhorstkaserne organisiert – keine vier Kilometer vom Marktplatz entfernt.

Ulrich Mäurer hat sich extra vor dem Roland eingefunden, um Trelenberg in Bremen willkommen zu heißen. Ihn beeindruckten die zurückgelegten Distanzen, sagt der Innensenator. „So viele Kilometer in einem Rutsch zu strampeln, das ist schon eine Herausforderung. Gerade, wenn man das alleine macht, ist das eine erstaunliche Leistung.“ Er selbst fahre gerne Rennrad, allerdings nicht in der Innenstadt: „Das ist mir alles viel zu gefährlich“, lacht Mäurer. Überhaupt müsse in Bremen noch viel für die Sicherheit von Fahrradfahrern getan werden: „Mir ist vieles hier noch zu riskant. Ich glaube, da ist noch sehr viel zu machen. Die Trennung zwischen Fußwegen, Radwegen und Pkw, da ist noch viel Luft nach oben und die nächste Koalition wird sich damit auch intensiv beschäftigen“, sagt Mäurer.

Für Trelenberg ist Bremen eine der letzten Etappen auf seiner diesjährigen Tour. Am Sonnabend möchte er wieder zu Hause im westfälischen Hagen sein. Ob es auf seinen Touren auch einmal langweilig werde? „Mir nicht. Ich gucke mir die Welt an und genieße einfach meine Lebenszeit“, sagt Trelenberg.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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