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Autofahrer verbringen in Bremen vier Tage im Jahr im Stau

Kim Torster und Max Seidenfaden 12.02.2019 7 Kommentare

96 Stunden haben die Bremer im vergangenen Jahr in Stau verbracht.
96 Stunden haben die Bremer im vergangenen Jahr in Stau verbracht. (Frank Thomas Koch)

In der Hansestadt Bremen haben Autofahrer im Jahr 2018 statistisch gesehen 96 Stunden verloren – ganze vier Tage. Das ergibt sich aus der Studie "2018 Global Traffic Scorecard" des Verkehrsinformationsanbieters Inrix. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover haben Autofahrer mit durchschnittlich 84 Stunden (dreieinhalb Tage) etwas weniger Zeit im Stau verbracht als in Bremen. Bremen landet im landesweiten Vergleich damit auf Platz elf, Hannover auf Platz 13 derjenigen Städte, in denen Autofahrer mit dem größten Zeitverlust rechnen müssen.

In Bremen staut es sich demnach vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Während Autofahrer dann nur mit durchschnittlich 27 Kilometern pro Stunde vorankommen, sind es zwischen den Stoßzeiten immerhin etwa 37 Kilometer pro Stunde.

Deutlich schlechter steht es in der Statistik um den Verkehr in der Stadtmitte: Autofahrer können zur Stoßzeit die Meile im Stadtzentrum (1,6 Kilometer) nur mit rund 19 Kilometern pro Stunde zurücklegen. In Hannover sind es laut Studie immerhin etwa 33 Kilometer pro Stunde. Bremen liegt damit gemeinsam mit Hamburg und Karlsruhe auf dem sechsten Rang, nur rund zwei Stundenkilometer hinter den Spitzenreitern Berlin, München und Frankfurt.

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Der ADAC befürchtet, dass Staus auch in Städten tendenziell weiter zunehmen werden. "Der ÖPNV und Schienenverkehr müssen so gut und attraktiv sein, dass die Menschen das Auto gerne stehen lassen", empfiehlt Nils Linge, Pressesprecher beim ADAC Weser-Ems. Der Referent für Verkehrspolitik beim ökologischen Verkehrsclub VCD, Michael Müller-Görnert, sagt: "Ein besseres ÖPNV-Angebot würde angenommen, wenn es denn da wäre."

"Die Forderung nach mehr öffentlichem Personennahverkehr rennt bei uns im Ressort offene Türen ein", sagt der Leiter des Senatorenbüros für Verkehr, Frank Steffe. Auch zukünftig wolle man mehr in den Ausbau des ÖPNV und von Fahrradwegen investieren – vor allem in der Innenstadt, so Steffe.

Dafür müsse die Bevölkerung aber zunächst weitere Baustellen in Kauf nehmen. Der Stau zu Stoßzeiten sei zudem in Städten generell ein Problem und nicht nur in Bremen. Insgesamt lese er die Studie als positives Zeichen, sagt Steffe. Die Hansestadt komme im nationalen Städtevergleich gut weg.

Tatsächlich verloren Autofahrer bundesweit in 2018 durchschnittlich 120 Stunden im Stau. Vor allem die Spitzenreiter dürften den Schnitt ordentlich nach oben treiben: Laut Studie sorgte der Berliner Verkehr im vergangenen Jahr für ganze 154 Stunden, also fast sechseinhalb Tage verlorene Zeit. Gefolgt von München mit 140 Stunden (5,8 Tage) und Hamburg mit 139 Stunden (5,8 Tage) pro Jahr und Fahrer.

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Im weltweiten Vergleich schneide Deutschland aber gut ab, so das Fazit der Studie. Das liege unter anderem an hohen Investitionen in Schienen- und Straßenbahnnetze sowie in Wege des Fuß- und Fahrradverkehrs. Laut Studie ist die Stauzeit aller gelisteten Städte im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Vor allem Hannover konnte die verlorenen Stunden im Stau mit 16 Prozent deutlich senken. Bremen schaffte nur zwei Prozent.

ADAC-Sprecher Linge verweist darauf, dass Bremen und auch Hannover Oberzentren der Region seien: Viele, die sich Mieten in der Stadt nicht mehr leisten könnten, pendelten in die Städte ein. Allerdings sei der schienengebundene Nahverkehr aber nicht überall so ausgebaut, dass die Pendler ohne Auto zum Arbeitsplatz in die Stadt kämen. Bei zwei oder zweieinhalb Stunden Fahrzeit mit dem Pkw werde das Pendeln schon abenteuerlich.

Erschwerend komme hinzu, dass Städte wie Bremen und Hamburg durch große Flüsse getrennt seien. Wenn sich der Verkehr in Tunneln oder auf Brücken staue, gebe es oft kaum Ausweichmöglichkeiten. VED-Sprecher Müller-Görnert betont, dass es um die Frage der Lebensqualität gehe. Denn Unfälle, Lärm und schlechte Luft würden in den Großstädten vor allem durch den Verkehr verursacht.

Erst im Januar hatte der ADAC eine Staubilanz für Autobahnen vorgelegt. Danach verdoppelte sich die gemessene Gesamtstaulänge in Bremen beinahe: 2017 wurden hier 6115 Kilometer Stau erfasst, im vergangenen Jahr waren es dann 12 668 Kilometer.

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Erst im Januar hatte der ADAC die Stau-Bilanz für Autobahnen vorgelegt. Danach stieg die gemessene Gesamtstaulänge in Niedersachsen 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 33 790 Kilometer auf 155 250 Kilometer. Damit nahm Niedersachsen 2018 unter den norddeutschen Bundesländern den Spitzenplatz ein. In Bremen verdoppelten sich die Zahlen fast: 2017 wurden hier 6115 Kilometer Stau erfasst, im vergangenen Jahr waren es 12 668 Kilometer. Die meisten Staukilometer in Niedersachsen (44 809) wurden auf der A1 gemessen, die von Norden über Bremen und Osnabrück Richtung Ruhrgebiet führt. Zuletzt traten auch vermehrt Staus auf der A27 zu Tage. Grund dafür ist die beschädigte Lesumbrücke, auf der seit Montag dem Verkehr nur noch eine Spur zur Verfügung steht


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Leserkommentare
rondon am 21.10.2019 17:14
Vllt ist auch die Kluft zwischen einem erfolgreichen Abiabschluß und einem erfolgreichen Studienabschluß zu groß
rondon am 21.10.2019 17:06
und da liegt der Vorteil, wenn er den Partei-Vorsitz hat, kann (sollte) er nicht mehr im TV auftreten.
Fr. Merkel spielt ja auch nicht im ...
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