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Bettenhaus im Hulsberg-Quartier bleibt vorerst stehen

Jürgen Hinrichs 07.12.2017 5 Kommentare

Im Bettenhaus an der St.-Jürgen-Straße wird vorübergehend die Notaufnahme untergebracht.
Im Bettenhaus an der St.-Jürgen-Straße wird vorübergehend die Notaufnahme untergebracht. (Christina Kuhaupt)

Pleiten, Pech und Pannen sind die steten Begleiter, seit am Klinikum Bremen-Mitte gebaut wird. Jetzt tauchen neue Schwierigkeiten auf. Das Bettenhaus an der St.-Jürgen-Straße kann nach Informationen des WESER-KURIER vorerst nicht abgerissen werden, weil es überraschend noch gebraucht wird. Die Folge ist, dass an der Stelle entgegen der ursprünglichen Absicht in nächster Zeit kein Parkhaus entstehen kann.

Ein neues Krankenhaus, das Anfang 2019 in Betrieb gehen soll, aber keine Flächen, um die Autos der Mitarbeiter und Besucher abzustellen – jedenfalls nicht dort, wo die Parkplätze geplant waren. Das ist die Situation, und sie berührt insbesondere die Entwicklung des Hulsberg-Quartiers. Auf dem 14 Hektar großen Teil des bisherigen Klinikgeländes sollen in den kommenden Jahren 1100 Wohnungen entstehen.

"Ursache ist die Bauverzögerung"

Der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) bestätigt, dass das Bettenhaus länger als erwartet benötigt wird. "Ursache ist die Bauverzögerung", erklärt Geno-Sprecherin Karen Matiszick. Dadurch sei der Zeitplan insgesamt durcheinander geraten, eben auch bei der Sanierung von Gebäuden, die stehen bleiben. In einem davon ist die Notaufnahme untergebracht. Sie muss für die Zeit der Bauarbeiten ins Bettenhaus umziehen. Das Hochhaus könne daher erst im Jahr 2021 geräumt werden, sagt Matiszick. Die Parkplätze würden ab Anfang 2019 trotzdem zur Verfügung stehen, es gebe dafür eine Fläche auf dem alten Klinikgebiet – mitten im geplanten Hulsberg-Quartier.

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"Wir bedauern, dass das Bettenhaus erst später abgerissen wird", teilt auf Anfrage die Gesundheitsbehörde mit. Im Vordergrund stehe aber die zügige Fertigstellung des Klinikneubaus.

Florian Kommer, Chef der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) für das Hulsberg-Quartier, bezeichnet das Parkhaus als Schlüsselprojekt: "Wenn es später gebaut wird, behindert das den Fortgang im Quartier." Kommer rechnet allein beim Abriss des Bettenhauses mit einem Jahr. Mindestens ein weiteres Jahr werde für den Bau des Parkhauses beansprucht. "Dann sind wir irgendwo bei Mitte 2023." Bis dahin könne das Hulsberg-Quartier nicht so entwickelt werden wie vorgesehen, weil die Parkflächen vorgehalten werden müssten.

Tiefgreifende Folgen

Konsequenzen hat das nicht nur für den Bau von Wohnungen, die in der Stadt dringend benötigt werden. Die Folgen sind tiefgreifender, weil dort, wo nicht geplant und gebaut wird, auch keine Erlöse beim Verkauf der Grundstücke erzielt werden können. Gerechnet wird bislang mit Netto-Einnahmen von bis zu 50 Millionen Euro. Geld, das direkt in die Kassen der Geno fließt und das sie unbedingt braucht, um ihre großen Finanzlücken zu stopfen. Die Dachgesellschaft der vier kommunalen Krankenhäuser Mitte, Nord, Ost und Links der Weser hat an allen Standorten einen hohen Investitionsbedarf, der jetzt schon nicht mehr zu stemmen ist.

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Alles überragend sind die Probleme mit dem Klinikum-Mitte. Die Arbeiten an dem Neubau hatten im Jahr 2011 begonnen und sollten drei Jahre später abgeschlossen sein. Am Ende werden sie fünf Jahre länger gedauert haben. Ein riesiger Wasserschaden, Probleme mit den Planern, Fehler an der Lüftungsanlage und einiges mehr, was den Bau aufgehalten hat. Massive Vorwürfe standen im Raum, gegen die Projektsteuerer, die Geno, die zuständigen Behörden. Der politische Wirbel gipfelte in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der freilich ohne Konsequenzen blieb.

Die Kosten sind in der Zeit explodiert, von ursprünglich 230 Millionen Euro auf heute 350 Millionen Euro. Zusammen mit der Anschaffung der Medizintechnik sind es bereits mehr als 400 Millionen Euro. Schwierig genug, das zu finanzieren, noch schwieriger, wenn die fest einkalkulierten Einnahmen durch den Verkauf der Grundstücke im Hulsberg-Quartier erst einige Jahre später fließen.

Bebauungsplan soll beschlossen werden

Der Bebauungsplan für das Gebiet ist fertig, er muss von den Gremien der Bürgerschaft nur noch beschlossen werden, was in den kommenden Monaten passieren soll. Dann besitzt die GEG alle rechtliche Voraussetzungen, um ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen. Bislang hat die Gesellschaft Vorarbeiten geleistet und das Beteiligungsverfahren moderiert, das seit sechs Jahren mit unzähligen Foren und Arbeitsgruppen organisiert wird. Bürger, die daran teilgenommen haben, werden sich an ihre Beiträge kaum noch erinnern, wenn auf dem Feld, über das sie beraten haben, endlich die Bagger rollen.

Nur an einer Stelle, ganz am Rande des Geländes, wird sich nach der langen Planungszeit sehr bald etwas Konkretes tun: ein Backsteinbau an der St.-Jürgen-Straße, der einem neuen Ärztehaus Platz macht. Der Abriss beginnt im Januar. Wohnungen sind damit zwar noch keine gebaut, immerhin hat die GEG aber mal ein Geschäft gemacht, das erste.

Abriss und Neubau – der gleiche Plan wie am Standort Bettenhaus. Eine eigens gegründete Genossenschaft hatte sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen, sie will das Hochhaus für Wohnen und Projekte nutzen. Kommer hält das für "ökonomischen und bautechnischen Unfug". Er will den Abriss, will das Parkhaus, und bekommt beides vielleicht auch, jetzt aber um Jahre später.

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Leserkommentare
peteris am 23.10.2019 11:44
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suziwolf am 23.10.2019 11:40
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