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Vorwurf Drogen-Handel
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Blüten und Tees der Bremer Hanfbar beschlagnahmt

Nina Willborn 24.01.2019 17 Kommentare

Der Braunschweiger Hanfbar-Erfinder Bardia Hatefi (l.) und Bastian Jonas, Betreiber der Bremer Filiale.
Der Braunschweiger Hanfbar-Erfinder Bardia Hatefi (l.) und Bastian Jonas, Betreiber der Bremer Filiale. (Kuhaupt)

So hatte er sich den Start in Bremen nicht vorgestellt. Anfang Dezember hatte Bastian Jonas am Ostertorsteinweg die erste Hanfbar der Stadt eröffnet. Im Angebot hat der Braunschweiger die Samen und Blüten der Pflanze für die Tee-Zubereitung und als Bestandteile verschiedener Produkte: Smoothies, Schokoladen, Pestos und Nahrungsergänzungsmittel. In einen Rausch essen oder trinken kann man sich in der Hanfbar allerdings nicht. Das Sortiment bestehe ausschließlich aus Produkten, deren THC-Gehalt – das ist der rauschhaltige Stoff im Hanf – weniger als 0,2 Prozent betrage, sagte Jonas bei der Eröffnung der Bar. Mit Cannabis als Droge habe das Konzept der Bar nichts zu tun. „Wir sind ein Gesundheitsladen in sexy, der Apple Store der Reformhäuser“, so beschrieb im Dezember Bardia Hatefi, Eigentümer der ersten Hanfbar, die 2017 in Braunschweig eröffnete, das Konzept.

Die Bremer Staatsanwaltschaft sieht das anders. Vor zehn Tagen beschlagnahmten Polizisten große Teile des Sortiments. Die Beamten nahmen rund 270 Packungen Hanfblüten für Tee und 135 Packungen Teemischungen mit, der Verkaufswert liegt laut Jonas bei etwa 13 000 Euro. „Die haben so gut wie alles mitgenommen“, sagt der Barbesitzer, „und uns wurde gesagt, dass Untersuchungshaft droht, wenn wir die Produkte wieder ins Regal stellen. Dabei dürfen andere Tee-Läden auch Tee mit Hanfbestandteilen verkaufen.“

Einladung für die Polizei

Die Betreiber hatten auch kurz nach der Eröffnung extra die Polizei eingeladen, um offensiv über ihr Sortiment zu informieren. Damals wurde ein Bericht geschrieben, der an die Staatsanwaltschaft ging und der nun die Beschlagnahmung zur Folge hatte. „Jetzt müssen wir gucken, was wir machen“, sagt Jonas, der sowohl um sein Geld als auch um den Fortbestand des Cafés bangt, wenn mangels Angebot die Kunden wegbleiben sollten. „Cannabis hat noch viel mehr Wirkstoffe als THC. Wir verkaufen keine Rauschmittel“, bekräftigt Jonas. Eine Anwältin ist eingeschaltet.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser Handel von Cannabis-Produkten gegen das Gesetz verstößt“, sagt Sprecher Frank Passade. „Das Amtsgericht hat unsere Rechtsauffassung durch die Vollstreckung des Beschlusses bestätigt.“ Jetzt müsse geklärt werden, wie hoch der THC-Gehalt der Produkte tatsächlich sei. Wie lange das dauern wird, ist unklar. Grundsätzlich ist die rechtliche Lage in Deutschland umstritten. Laut BtMG sind Besitz und Handel mit Pflanzen oder Pflanzenteilen der Gattung Cannabis strafbar, Ausnahmen sind medizinische Zwecke. Die Befürworter einer Legalisierung stützen sich auf eine Ausnahme im Gesetz, nach der bis zu 0,2 Prozent THC als Wirkstoff in Produkten enthalten sein dürfen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Hanfbar die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft. In Braunschweig wurde das Sortiment mehrmals beschlagnahmt, es gab auch Durchsuchungen und Mitgründer Marcel Kaine saß wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das BtMG eine Zeit lang in Untersuchungshaft. Aufgeben wollen die Betreiber der Hanfbars, die es auch in Köln und Berlin gibt, nicht – auch wenn Jonas sich in der Zwischenzeit noch um ein weiteres Problem kümmern musste. Die Sparkasse hatte ohne Vorwarnung ein Geschäftskonto der Hanfbar aufgelöst, laut Jonas wurde das mit dem Verdacht der Geldwäsche begründet. „Ich habe von niemandem bei der Sparkasse weitere Informationen bekommen, was oder warum uns das vorgeworfen wird“, sagt er. Eine Nachfrage des WESER-KURIER blieb mit dem Verweis auf das Bankgeheimnis unbeantwortet. „Der Anfang in Bremen ist wirklich schwieriger, als ich dachte“, sagt Jonas.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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