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Bildungsmonitor 2018
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Bremen löst Berlin als Schlusslicht ab

Sara Sundermann 15.08.2018 20 Kommentare

Bremen kommt beim Bildungsmonitor 2018 nicht gut weg.
Bremen kommt beim Bildungsmonitor 2018 nicht gut weg. (Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Rückschritte in der Bildung, und das nahezu bundesweit: Das attestiert der neue Bildungsmonitor 2018 den Schulen in Deutschland. Der Bildungsmonitor der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine Faktenschau, die vor allem Ergebnisse anderer Studien und statistische Daten zum Thema Bildung zusammenträgt und bewertet. Gerade bei Schulqualität, Integration und Verminderung von Bildungsarmut hätten sich die Ergebnisse deutlich verschlechtert, stellen die Autoren fest.

Die Schulabbrecherquote sei vor allem aufgrund der Flüchtlingsmigration wieder größer geworden. Grundschüler hätten wachsende Defizite in Deutsch und Mathematik. „Wir brauchen einen neuen Bildungsaufbruch und dabei mehr Qualität für bessere Teilhabechancen“, fordert Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. Auch für die Digitalisierung bräuchten Schulen eine bessere Ausstattung und Lehrer mehr Fortbildungen.

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Bremen ist wie so oft Schlusslicht bei der Bildung und verschlechterte sich im Vergleich zu 2013 sogar leicht. 2017 war Bremen noch auf dem vorletzten Platz vor Berlin. Der INSM-Bildungsmonitor bestätigt viele Fakten zu Bremen, die zum Beispiel für den IQB-Report erhoben wurden: Bremen investiert im Vergleich zu anderen Bundesländern – und mit Blick auf andere Stadtstaaten – wenig in Bildung. Zudem erreichen viele Schüler nicht die Mindeststandards.

„Im Durchschnitt erreichen die Schüler in den Kompetenztests schlechte Ergebnisse“, schreiben die Autoren des Bildungsmonitors über Bremen. Im Bereich Hochschulen ist Bremen dagegen gewohnt stark: Die INSM-Studie bestätigt, dass Bremen als Stadtstaat viele Akademiker ausbildet. Neu ist beim Bildungsmonitor, dass erstmals der Bereich Digitalisierung an Schulen analysiert wurde. Dabei bewegt sich Bremen im Mittelfeld.

„Wir haben uns keineswegs mit dem 16. Platz abgefunden und deshalb ja auch Maßnahmen ergriffen“, sagt Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Die Pro-Kopf-Ausgaben für Schüler in Bremen seien seit 2015 von 6800 Euro auf 7300 Euro gestiegen. „Wir wollen mehr und uns den Stadtstaaten Hamburg und Berlin zumindest annähern“, so Bogedan.

Fast alle Bremer Parteien kommentierten Ergebnisse

Deshalb habe Bremen Ressourcen besonders in Stadtteile mit vielen Familien in schwieriger sozialer Lage gesteuert. „Es gibt an einigen Grundschulen mehr Mathematik-Unterricht, mehr Ressourcen für Personal, die Schulsozialarbeit wurde seit meinem Amtsantritt um 40 Prozent erhöht.“ Weiter gearbeitet werden müsse an besseren Bedingungen für die Lehr- und Fachkräfte.

Fast alle Bremer Parteien kommentierten die Ergebnisse des Bildungsmonitors: Die Erkenntnisse seien nicht neu, aber niederschmetternd, urteilt die CDU: „Jahr für Jahr fällt Bremen bildungspolitisch immer weiter zurück. Dieser Trend ist für die Zukunft unserer Kinder eine Katastrophe, aber auch für Bremen als Standort und sein Image“, sagt CDU-Bildungspolitiker vom Bruch. Der rot-grüne Senat habe es nicht geschafft, dem Negativtrend etwas entgegenzusetzen.

Es brauche nun gemeinsame Anstrengungen, damit das geplante Qualitätsinstitut mit mehr Geldern und Stellen wirken könnte, fordern die Grünen: „Gegenseitige Schuldzuweisungen müssen der Vergangenheit angehören“, mahnt Bildungspolitiker Matthias Güldner. Er fordert, den Bremer Schulfrieden von 2009 um zehn Jahre zu verlängern.

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Aus Sicht der Linken gehen die jüngsten Schritte des Bremer Senats in die richtige Richtung, dies sei aber ein Tropfen auf den heißen Stein. Die FDP fordert bessere Ausstattung und mehr Autonomie für Schulen und stärkeres Leistungsdenken in Bremen. „Es ist erschreckend, dass man sich in Bremen über die Jahre offenbar mit besonders schlechten Ergebnissen bei allen relevanten nationalen Bildungsuntersuchungen abgefunden hat“, sagt Peter Golinski von den Arbeitgeberverbänden der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie Nordmetall und AGV NORD.

Die Bremer Politik müsse endlich umsteuern und mehr für die Bildungseinrichtungen ausgeben. „Die bildungspolitischen Versäumnisse der Vergangenheit vermiesen jungen Menschen massiv die Startchancen“, kritisiert auch Peter Bollhagen, Vorsitzender des Verbands Bremer Familienunternehmer. Bremen müsse das geplante Qualitätsinstitut für Bildung nun umso konsequenter nach vorne treiben.

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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

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