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Kommentar über das Bienensterben
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Bremen soll auf Pestizide verzichten

Martin Rode 05.05.2018 1 Kommentar

Mit dem Ziel „Pestizidfreies Bremen – blütenreich und ohne Gift“ fordert der BUND das Land Bremen auf, eine selbstverpflichtende Erklärung zum Pestizidverzicht abzugeben und eine Bundesratsinitiative zum sofortigen Anwendungsverbot zu starten.
Mit dem Ziel „Pestizidfreies Bremen – blütenreich und ohne Gift“ fordert der BUND das Land Bremen auf, eine selbstverpflichtende Erklärung zum Pestizidverzicht abzugeben und eine Bundesratsinitiative zum sofortigen Anwendungsverbot zu starten. (dpa)

Das Bienen- und Insektensterben als Folge vor allem der intensiven Landwirtschaft mit ihrem Pestizideinsatz ist mittlerweile in aller Munde. Allein 2015 wurden bundesweit insgesamt gut 100.000 Tonnen Pestizide verkauft, davon aber auch 500 Tonnen in privaten Gärten verteilt. Und auch auf öffentlichen Flächen in Bremen kommen Pestizide immer noch zur Anwendung, beispielsweise auf geschotterten Gleiskörpern von BSAG und Deutscher Bahn oder bei Schadinsektenbefall im Rhododendronpark.

Besonders weit verbreitet sind das Totalherbizid Glyphosat, das sämtliche besprühten Pflanzen absterben lässt, sowie die sogenannten Neonicotinoide, bekannt geworden durch ihre toxische Wirkung auf Wild- und Honigbienen, aber auch viele andere Insekten. Ohne Insekten können aber Vögel und andere insektenfressende Tiere nicht leben. Darüber hinaus entspricht die Bestäubungsleistung von Honig- und Wildbienen bundesweit mehr als zwei Milliarden, in Europa circa 15 Milliarden Euro.

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Der BUND fordert daher sowohl auf nationaler Ebene als auch EU-weit ein Zulassungs- und Anwendungsverbot für Glyphosat und Neonicotinoide. Einen ersten Schritt hat die EU gerade getan und drei insektenschädliche Neonicotinoide verboten. Jahrelanger öffentlicher Druck hat dazu entscheidend beigetragen. Konsequenter wäre es aber gewesen, gleich alle Neonicotinoide zu verbieten. Jetzt muss es darum gehen, die Pestizidmenge insgesamt radikal zu reduzieren und in der Agrarpolitik grundlegend umzusteuern.

In der Landwirtschaft müssen wieder breitere Fruchtfolgen und Lebensräume für Blumen, Insekten und Vögel zur Regel werden. Solange es noch keinen nationalen und EU-weiten Totalverzicht gibt, sieht der BUND das Land Bremen in der Pflicht. Bremen bezeichnet sich zwar als „pestizidsensibel“, und Bremerhaven verzichtet offiziell bereits seit 2012 auf Glyphosat bei der Grünpflege, jedoch kommen Pestizide im Stadtstaat immer noch zum Einsatz.

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Mit dem Ziel „Pestizidfreies Bremen – blütenreich und ohne Gift“ fordert der BUND das Land Bremen auf, eine selbstverpflichtende Erklärung zum Pestizidverzicht abzugeben und eine Bundesratsinitiative zum sofortigen Anwendungsverbot zu starten. Im Stadtstaat sollen auf öffentlichen Flächen, auf verpachtetem öffentlichen Grundbesitz und durch öffentliche Gesellschaften keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Weitere Adressaten sind die bremische Landwirtschaft, der Gartenfachhandel sowie die Bürgerinnen und Bürger, ihren Teil zu einem pestizidfreien Bremen beizutragen, in dem Wildblumen blühen und Insekten überleben können.

politik(at)weser-kurier.de

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ist gebürtiger Bremerhavener, engagiert sich seit seiner Jugend im Umwelt- und Naturschutz, studierte an den Universitäten Stuttgart und Kiel Biologie und ist seit 2001 Geschäftsführer beim BUND Bremen.


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