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Bremens Senioren-Angebote auf dem Prüfstand

Kristin Hermann 15.04.2019 0 Kommentare

Zwei Projekte mit der Deutschen Post sind gescheitert. Doch wie steht es um die anderen Angebote?
Zwei Projekte mit der Deutschen Post sind gescheitert. Doch wie steht es um die anderen Angebote? (Charisius/dpa)

Schafft es Bremen, langfristig Dienste zu etablieren, die es älteren Menschen ermöglichen, länger in der eigenen Wohnung zu bleiben, anstatt in eine Pflegeeinrichtung ziehen zu müssen? Zu diesem Zweck wurden 2018 mit verschiedenen Kooperationspartnern mehrere Angebote geschaffen. Wie berichtet, sind zwei Projekte mit der Deutschen Post gescheitert. Doch wie steht es knapp ein Jahr nach der Einführung um die anderen Dienste des sogenannten Herbsthelfer-Verbundes? 

Als größten Erfolg werten die Finanzbehörde, die den Verbund im vergangenen Jahr vorgestellt hatte, und der zuständige Projektleiter Herbert Kubicek vom Institut für Informationsmanagement, den Formularservice. Über die Telefonnummer 115 können die unterschiedlichsten Formulare postalisch angefordert werden, wenn kein Zugang zum Internet besteht. Der Service ist bremenweit verfügbar und kostenlos. Durchschnittlich 150 Personen fordern laut Behörde monatlich etwa 500 Formulare an. Kubicek geht davon aus, dass der Dienst auch nach Ende der Testphase im Sommer weitergeführt wird. 

Was bisher anlief

Doch nicht alle der sechs Angebote sind so erfolgreich angelaufen. Insgesamt hat Bremen 460 000 Euro für die Projekte und die wissenschaftliche Begleitung veranschlagt. Weniger gut angenommen wurde unter anderem ein Mediendienst in Kooperation mit der Stadtbibliothek und der Bremer Heimstiftung. Ziel war es, Senioren, die E-Books noch nicht nutzen, die Scheu vor neuer Technik zu nehmen sowie einen Bring- und Abholdienst für Bücher, Hörbücher, CDs und DVDs einzurichten.

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Dafür sind zwei Hilfskräfte einmal in der Woche in die Einrichtungen gefahren. Doch nicht alle Bewohner wollten den Service nutzen. Lediglich in sechs von 14 Heimen wird der Dienst überhaupt nachgefragt. „Außerdem hat sich gezeigt hat, dass es zu keinem wirklichen Lerneffekt kommt. Die Herbsthelfer müssen den Bewohnern der Heimstiftung immer wieder von neuem erklären, wie sie E-Books herunterladen müssen“, sagt Herbet Kubicek. Damit das Projekt Zukunft hat, wolle man nun versuchen, es in den Strukturen der Heimstiftung zu verankern. 

Noch gar nicht gestartet, ist wiederum ein Meldeservice, der eigentlich schon seit mehreren Monaten hätte laufen sollen. Dafür sollen die Mitarbeiter des Bürgeramtes in die Einrichtungen der Bremer Heimstiftung kommen. Bewohner können direkt vor Ort ihre Personal- und Reisepässe neu beantragen oder ändern lassen. Die neuen Ausweise werden anschließend in die verschiedenen Einrichtungen gebracht. Hier hapert es laut der Behörde noch an den technischen Voraussetzungen. „Der sichere Umgang mit den personenbezogenen Daten muss jederzeit gewährleistet sein“, sagt Ulrike Bendrat, eine Sprecherin der Finanzbehörde. 

Anstehende Herausforderungen

Wenig erfolgreich ist auch ein Angebot in Kooperation mit der Bremer Sparkasse, bei dem Kunden telefonisch Bargeld anfordern können und es anschließend per Post erhalten. Laut einem Evaluationsbericht von Herbert Kubicek hat bis Anfang des Jahres nur ein Kunde diesen Service genutzt.  

Die Finanzbehörde will trotzdem weiter an dem Verbund festhalten. Die Zusammenarbeit von öffentlicher Verwaltung mit privaten Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen sei ein guter Ansatz. Der Verbund habe sich zum Ziel gesetzt, neue Unterstützungsformen pilothaft zu testen. Die geringe Resonanz in einigen Teilprojekten stelle dieses Vorgehen nicht in Frage, so die Behörde.

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Herausfordernd sei vor allem die Herangehensweise der unterschiedlichen Akteure. Private Anbieter müssten Angebote schaffen, die sich selbst finanzieren und damit in der Regel Kosten für die Nutzer verursachen. Auf der anderen Seite stehen Wohlfahrtsverbände und die öffentliche Verwaltung, deren Augenmerk darauf liegt, möglichst viele Menschen zu erreichen. „Der Bedarf ist da, das Projekt hat Zukunft, auch wenn es einzelne Startschwierigkeiten gegeben hat, wir wollen es sehr gerne fortsetzen“, sagt Staatsrat Henning Lühr (SPD), der das Kooperationsprojekt ins Leben gerufen hat. 

Einführung in die digitale Welt

Um kurz vor dem Ende der Testphase noch ein erfolgreiches Projekt an den Start zu bringen, hat Herbert Kubicek sich zudem ein weiteres Angebot ausgedacht. Weil in den Dienstleistungszentren der Wohlfahrtsverbände Kräfte aufgestockt wurden, die aufgrund der geringen Resonanz auf andere Projekte nun freie Kapazitäten haben, werden sie seit Anfang März nun als sogenannte Digital-Assistenten eingesetzt. Einmal in der Woche sind sie bei 15 Senioren in der Wohnung und zeigen ihnen den Umgang mit Tablets und dem Internet.

Der Service richtet sich an diejenigen, die nicht mehr mobil sind und an Internetkursen in Begegnungsstätten oder anderen Einrichtungen teilnehmen können. „Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass das der richtige Weg ist, die Alterslücke in Bezug auf das Internet zu schließen“, sagt Kubicek. „Die Dienstleistungszentren werden danach überlegen, ob sie die Leistung in ihr Standardprogramm aufnehmen und Hilfe für das Internet in die klassische Nachbarschaftshilfe integriert wird“, ergänzt er.


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...
peteris am 21.10.2019 12:00
Bundesaußenminister
Maas: Türkische Offensive nicht mit Völkerrecht im Einklang.

Für "Diktatoren" wie Putin,Erdogan usw. gibt es ...
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