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„Gemeinsam für ein gutes Klima“
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Bremer Bündnis lädt zur Fairen Woche ein

Anke Velten 17.07.2018 0 Kommentare

Sie werben für die Faire Woche: Felix Halder, Susanne Mewis, Georg Gersberg und Birgitta Neumann (von links).
Sie werben für die Faire Woche: Felix Halder, Susanne Mewis, Georg Gersberg und Birgitta Neumann (von links). (Christina Kuhaupt)

In einer idealen Welt müsste sich kein Kunde Gedanken darüber machen, ob die Produkte seiner Wahl anständig für Mensch und Umwelt produziert werden, ‒ weil das einfach selbstverständlich wäre. Die globale Konsumwelt ist aber bekanntlich alles andere als ideal. Das kann man bedauern und sehr schlimm finden – aber man kann auch aktiv etwas dagegen tun, sagen die Organisatoren der 18. „Fairen Woche“. Auch in diesem Jahr wird es in den letzten beiden Septemberwochen wieder viele Gelegenheiten geben, sich über gut gemachte Alternativen zu informieren.

„Gemeinsam für ein gutes Klima“ lautet das diesjährige Thema der Aktionswoche, die seit 2001 vom bundesweiten „Forum Fairer Handel“ ausgerufen wird, einer gemeinsamen Initiative des Netzwerks der Akteure des deutschen fairen Handels, des Vereins Transfair und des Weltladen-Dachverbands. Nach Angaben des Forums wurden bundesweit rund 2500 Veranstaltungen angemeldet. In Kürze wird eine Broschüre über das Bremer Programm zwischen dem 14. und 29. September informieren.

Viele Aktionen in Bremen geplant

Geplant sind in Bremen unter anderem Film- und Informationsabende, Verkostungen, ein „Upcycling-Workshop“, eine Kleidertauschparty und eine Veranstaltung zu bio-fairen Särgen. Wer sich rechtzeitig den entsprechenden Flyer besorgt, hat außerdem die Chance, an der „Fair-Date“-Verlosung teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es dabei zum Beispiel ein Abendessen, Eintrittskarten für eine Matinee mit der Bremer Autorin Imke Müller-Hellmann und einen Teilnehmerplatz bei einem Schaufensterpuppen-Dekorationswettbewerb.

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In Bremen haben sich mehr als 50 Geschäfte und Produzenten, Kirchengemeinden, Vereine, Schulen und andere Institutionen zum „Bündnis Faire Woche“ zusammengeschlossen. Der Koordinationskreis besteht aus dem Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk (Ben), dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (Biz) sowie Einzelhändlern der einschlägigen Fachgeschäfte Contigo, Weltladen, Fairtragen und Georgs Fairkauf. Die Bündnispartner wünschen sich, dass sie in der fairen Woche auch Kunden erreichen, die fairen Handel immer noch mit „Müsli und Klamotten wie Kartoffelsäcke“ verbänden, hofft Felix Halder, Mit-Geschäftsführer von „Fairtragen“, der Boutique für faire und ökologische Mode mit Standorten im Viertel und in der City, sowie einem der ersten bundesweiten Online-Shops seiner Art. In der Branche habe sich vieles zum Positiven entwickelt, sagt der Geschäftsmann – das Image dagegen hinke immer noch hinterher.

Kaffee ist das beliebteste Fair-Trade-Produkt

Nach Angaben des Forums steigen die Zahlen im Fairen Handel seit Jahren stetig. 2016 wurde mit 1,3 Milliarden Euro ein neuer Umsatzrekord erwirtschaftet. Damit haben sich die Umsatzzahlen im Vergleich zum Jahr 2012 verdoppelt. Umgerechnet auf die Zahl der Verbraucherinnen und Verbraucher ergibt sich ein wesentlich bescheideneres Bild: Nur gut 16 Euro gaben die Deutschen im Jahr 2016 durchschnittlich pro Kopf für fair gehandelte Lebensmittel und Handwerk aus. Mit 36 Prozent Umsatzanteil ist laut Branchenangaben Kaffee das mit großem Abstand beliebteste Fair-Trade-Produkt. 40 Prozent werden mit weiteren Lebensmitteln, Südfrüchten oder Tee eingenommen. Weit abgeschlagen liegen noch fair produzierte Textilien: Sie machten bundesweit nur sechs Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Auf Bremen lassen sich die Zahlen nicht herunterrechnen, doch die Händler vermuten, dass die Hansestadt vergleichsweise gut dasteht. Es gebe Städte mit ähnlicher Einwohnerzahl, in denen es gerade mal ein einziges Fachgeschäft mit ausschließlich fairer Ware gebe, berichtet Halder und sagt: „Bremen ist ein ziemlich bewusstes Pflaster“.

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Das kann auch Georg Gersberg bestätigen, der sich vor fünf Jahren traute, seinen „Fairkauf“ in Findorff zu eröffnen. „Die ersten zwei, drei Jahre waren schwierig. Doch die Geschäfte haben sich extrem positiv entwickelt, vor allem, seit wir das Angebot an Textilien ausgebaut haben, das zunehmend junge Kunden anspricht. Fairness ist im Trend“, sagt der Findorffer.

Bei „Contigo“ in der Katharinenstraße sei vor allem die hauseigene Rösterei das Zugpferd, berichtet Filialleiterin Birgitta Neumann. „Wir beobachten, dass das Thema Nachhaltigkeit alle Generationen anspricht. Immer mehr junge Leute kaufen gezielt bei uns ein.“ Vor wenigen Tagen hat der Verein Transfair, der unter anderem auch das Fairtrade-Siegel vergibt, Bremen als „Fairtrade Town“ bestätigt. Die Zertifizierung erhalten Kommunen, die sich besonders für den fairen Handel engagieren.

„Fairer Handel gehört in jeden Stadtteil“

Die Wurzeln der „Fair Trade“-Bewegung gehen auf kirchliche Initiativen in den USA zurück. Dort eröffnete im Jahr 1958 der erste Fair-Trade-Laden. Ende der 1960er-Jahre entstanden auch in Europa die ersten sogenannten Weltläden, die zunächst vor allem Handwerkserzeugnisse aus Ländern der Dritten Welt anboten. Seither hat sich die Bandbreite des Sortiments deutlich vergrößert: Neben Lebensmitteln, Kunsthandwerk und Bekleidung gibt es längst auch Blumen, Kosmetik oder Teppiche mit Fair-Trade-Siegeln. „Wir möchten, dass den Leuten bewusst wird, dass sie durch ihr Konsumverhalten etwas bewirken können“, erklärt Susanne Mewis. Ihre Branchenkollegin Birgitta Neumann wünscht sich, dass faire Produkte keine Exoten bleiben, nach denen man lange suchen muss. „Fairer Handel gehört in jeden Stadtteil“, sagt die Bremer Geschäftsfrau. Er müsste eigentlich ganz selbstverständlich sein.

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Wer mehr wissen darüber möchte, findet auf www.forum-fairer-handel.de viele Informationen. Die Adressen von Händlern und Gastronomen in Bremen, die fair gehandelte Produkte im Sortiment haben, sind auf www.fair-in-bremen.de aufgelistet. Über die faire Woche in Bremen und die Veranstaltungen informiert die Internetseite www.fairewoche-bremen.de.


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...
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