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Gesundheit Nord will Vertrag verlängern
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Bremer Klinikverbund setzt auf Berater

Jürgen Theiner 03.01.2019 0 Kommentare

Gesundheit-Nord-Geschäftsführerin Heike Penon
Gesundheit-Nord-Geschäftsführerin Heike Penon (GENO)

Der städtische Klinikkonzern Gesundheit Nord (Geno) wird auch im neuen Jahr die Dienste des Münchener Beratungsunternehmens WMC in Anspruch nehmen – bis auf Weiteres jedenfalls. Entsprechende Informationen des WESER-KURIER bestätigte die Geno am Donnerstag. WMC-Geschäftsführer Tobias Möhlmann war im Sommer 2018 als Übergangsmanager engagiert worden, als die Geno-Führungsriege durch mehrere Abgänge stark ausgedünnt war. Seit wenigen Tagen ist die Geschäftsführung des Klinikverbundes wieder komplett – auf Zuarbeit aus München soll gleichwohl nicht verzichtet werden. Das wird auf Arbeitnehmerseite durchaus kritisch gesehen.

Die Gesundheit Nord bedient sich der Expertise von WMC nicht erst seit 2018. Die Münchener Krankenhausexperten wirkten bereits bei der Ausarbeitung des „Zukunftsplans 2025“ mit, der eine Neuordnung medizinischer Behandlungsschwerpunkte für die vier Geno-Häuser in Mitte, Ost, Nord und Links der Weser vorsieht. Neu war 2018, dass WMC nicht nur an strategischen Konzepten mitwirkte, sondern aktiv in die Geschäftsführung der Geno einstieg. Zu diesem Zeitpunkt waren dort sowohl die kaufmännische Leitung als auch der Posten des Personalchefs vakant. Anstoß erregte das Honorar, dass für Tobias Möhlmann und seine Unterstützer aus der WMC-Zentrale gezahlt wurde: rund 200.000 Euro im Monat.

In welchem Umfang und bis wann die Consulting-Firma nun weiterbeschäftigt werden soll, ist laut Geno-Sprecherin Karen Matiszick noch Gegenstand laufender Gespräche. Nach ihrer Darstellung hat WMC im zurückliegenden Halbjahr einige organisatorische Verbesserungen bei der Geno angeschoben, unter anderem bei der Vorbereitung der Patienten auf ihre Entlassung aus der Klinik. Auch Geno-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Manfred Sommer kann der Ära Möhlmann durchaus Positives abgewinnen. „Bei der Leistungsabrechnung mit den Krankenkassen hat es Fortschritte gegeben“, attestiert der Arbeitnehmervertreter den Münchener Experten.

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Dass WMC nun weiterbeschäftigt werden soll, obwohl mit der kaufmännischen Leitung seit Neujahr auch der letzte vakante Posten in der Geno-Chefetage wieder besetzt ist, sieht Sommer allerdings kritisch. „Das ist bestenfalls für eine sehr kurze Übergangsphase akzeptabel“, mahnt der Betriebsratschef. Er hat dabei auch die Höhe des bisher gezahlten Honorars im Blick: „Solche Preise sind schwer vermittelbar, wenn gleichzeitig auf den Stationen der Kliniken Personalknappheit herrscht und die Pfleger für ihre bescheidene Bezahlung Schwerstarbeit verrichten müssen.“

Stationen wegen Fachkräftemangel gesperrt

Sommer leitet mit dieser Bemerkung zu einem Problem über, mit dem nicht nur die Geno und ihre vier Häuser konfrontiert sind: dem immer gravierenderen Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal. In den vergangenen Monaten mussten in den städtischen Klinika immer wieder Stationen gesperrt werden, weil sie nicht ausreichend mit Fachkräften bestückt werden konnten. Nach Informationen des WESER-KURIER war beispielsweise im Dezember am Klinikum Links der Weser zu Spitzenzeiten rund ein Fünftel der etwa 500 Betten gesperrt. Karen Matiszick spricht für das LdW von 40 bis 50 Betten in der ersten Dezemberhälfte. Nicht immer hätten solche Maßnahmen aber etwas mit dem Mangel an Pflegekräften zu tun.

„Einige Betten sind auch aus Isolationsgründen gesperrt: Wenn ein Patient isoliert werden muss – beispielsweise weil er eine hoch ansteckende Infektion hat –, wird das zweite Bett im Zimmer automatisch gesperrt“, erläutert die Geno-Sprecherin. In anderen Fällen liege es allerdings „tatsächlich am fehlenden Personal“. Der Arbeitsmarkt sei „insbesondere bei den Fachpflegekräften leer gefegt“. Matiszick: „Wir werben intensiv um Personal und stellen jede Pflegekraft ein, die sich bei uns bewirbt und die fachlich geeignet ist.“

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Neue kaufmännische Geschäftsführerin 

Mit Heike Penon hat unterdessen zum 1. Januar die neue kaufmännische Geschäftsführerin der Gesundheit Nord ihren Dienst angetreten. Die 55-Jährige war zuletzt Finanzchefin beim Bremer Stahlhersteller Arcelor-Mittal, seit Oktober 2015 gehörte sie dem Aufsichtsrat der Geno an. Penon folgt nach längerer Vakanz dem früheren Chef Leiter Tomislav Gmajnic, der im Frühjahr 2018 auf Druck von Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt aus der Geno-Leitung ausgeschieden war. Gmajnic war vorgeworfen worden, den rapiden Abwärtstrend der Geno-Finanzen im zweiten Halbjahr 2017 zu spät kommuniziert zu haben. Von dem herben Minus in der Jahresbilanz ′17 war die Politik im Februar 2018 kalt erwischt worden.

Mit Penon soll nun also ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. In einer Pressemitteilung des Senats verteilt Senatorin Quante-Brandt Vorschusslorbeeren: „Ich bin überzeugt, dass sie die Richtige ist, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen und die Gesundheit Nord wirtschaftlich stabil weiter zu entwickeln.“ Heike Penon verfüge über umfangreiche Erfahrungen in der Finanzplanung und -steuerung, „insbesondere unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen und in Veränderungsprozessen“.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

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