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Gewalt gegen Rettungskräfte und Feuerwehr
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Bremerhavener Dezernent fordert härtere Strafen

Michael Rabba 04.02.2019 1 Kommentar

Immer häufiger werden Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehren körperlich angegriffen - nicht nur in Bremerhaven. Das Foto zeigt einen solchen Übergriff in Bremervörde im Juli 2015.
Immer häufiger werden Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehren körperlich angegriffen - nicht nur in Bremerhaven. Das Foto zeigt einen solchen Übergriff in Bremervörde im Juli 2015. (Theo Bick/dpa)

Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehrkräfte sehen sich zunehmend körperlicher und verbaler Gewalt ausgesetzt. Auch in Bremerhaven ist dies ein immer größer werdendes Problem, betont der dortige Dezernent der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, Jörn Hoffmann. 

Seit 2015 seien 16 Fälle von Körperverletzungen gegen Helfer der Berufsfeuerwehr verzeichnet worden. Darunter seien sehr schwere Fälle. Hoffmann weist auf einen Feuerwehrmann hin, der im April 2017 bei einem Hilfseinsatz so schwer verletzt wurde, dass er bis heute dienstunfähig sei.

Der Zivilprozess gegen den mutmaßlichen Täter sollte an diesem Montag vor dem Landgericht Bremen beginnen. Zahlreiche Feuerwehrleute waren dem Aufrauf der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) gefolgt und hatten sich vor dem Gerichtsgebäude versammelt, um dem Betroffenen beizustenen, wie es DFeuG-Sprecher René Dreimann in einer Mitteilung beschrieb. Die Verhandlung sei dann zwar vertagt worden, das Gericht habe aber ein großes öffentliches Interesse festgestellt und den neuen Verhandlungstermin in einem größeren Gerichtssaal angekündigt. 

"Respekt sowie die Achtung und Wertschätzung gegenüber den Einsatzkräften, die in ihrer täglichen Arbeit vor Gefahren, Verletzungen und Gewalt schützen, sollten in einer sich respektierenden und auf gemeinsamen Werten aufbauenden Gesellschaft selbstverständlich sein", so der Bremerhavener Dezernent Hoffmann. Doch leider gehörten körperliche Angriffe sowie Beschimpfungen und Beleidigungen von Einsätzkräften mittlerweile zu deren Alltag. Immer häufiger führten "blinde Wut" und Aggressionen zu Übergriffen.

Betroffene Kollegen würden dabei nicht nur körperlich, sondern oftmals auch seelisch verletzt. Hoffmann: "Das sind furchtbare und nicht hinnehmbare Taten gegenüber helfenden Einsatzkräften, ich ich zutiefst verurteile."

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Der Dezernent fordert vor diesem Hintergrund eine konsequente Ermittlung der Täter, eine "entschlossene Strafverfolgung" und eine härtere Bestrafung "bis in zu Gefängnisaufenthalten". Jeder Übergriff werde zur Anzeige gebracht. 

Auch Axel Seemann, Vorsitzender der DFeuG Bremen, fordert eine "Nulltoleranz von Seiten der Ermittlungsbehörden". Es könne "nicht angehen, dass Täter ungestraft davonkommen, wenn sie Helfer ins Krankenhaus befördern". Bei tätlichen Angriffen betrage das Strafmaß 3 Monate bis 5 Jahre Haft. Seemann: "Wir würden uns wünschen, wenn dieses konsequent umgesetzt werden würde."

Wer selbst keine Hilfe leiste sondern Hilfeleistungen anderer behindere, "muss dringend verfolgt werden", so Dezernent Hoffmann. Er betont weiter, dass die Einsatzkräfte trotz der genannten Probleme ihren Dienst an der Allgemeinheit gewissenhaft ausüben werden: "Wer in Bremerhaven lebt, kann sich unabhängig von der persönlichen Situation und den individuellen finanziellen Verhältnissen auf die hochqualifizierte Arbeit von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten verlassen."


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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