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Zwischenlösung für marode Lesumquerung
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Bundesverkehrsminister gibt Zusage für Behelfsbrücke

Lisa Boekhoff 15.03.2019 2 Kommentare

Die Lesumbrücke über die A 27 muss ersetzt werden. Das kann allerdings viele Jahre dauern. Bis es soweit ist, soll es eine Zwischenlösung geben, um den Verkehr zu entlasten. Derzeit ist die Strecke teils gesperrt und es kommt zu Staus.
Die Lesumbrücke über die A 27 muss ersetzt werden. Das kann allerdings viele Jahre dauern. Bis es soweit ist, soll es eine Zwischenlösung geben, um den Verkehr zu entlasten. Derzeit ist die Strecke teils gesperrt und es kommt zu Staus. (Christian Walter)

In Zeiten des zunehmenden Wahlkampfs ist offenbar fast kein Anliegen zu unwichtig. Das ist auf den ersten Blick zu vermuten, wenn wenige Monate vor der Bürgerschaftswahl selbst eine Behelfsbrücke zur Chefsache wird. Doch beim Treffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ging es am Freitag für Bürgermeister Carsten Sieling und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (beide SPD) um mehr als das. Gleich drei zentrale Verkehrssorgen der beiden Städte waren Anlass für das Gespräch.

Geht es nach Sieling, war die Delegation aus Bremen mit Senator Joachim Lohse (Grüne) erfolgreich "in allen Belangen", wie der Senat am Freitag mitteilte. „Insbesondere für die Verkehrsanbindung von Bremen-Nord und Bremerhaven sowie die Bremischen Häfen waren das ausgesprochen erfreuliche Zusagen des Bundes, die wir heute mitnehmen können.“

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Was sich hinter dem unscheinbaren Wort Behelfsbrücke verbirgt, ist eine wichtige Zusage des Bundesverkehrsministers. Denn der versprach, Bremen bei einer Zwischenlösung für die marode Lesumbrücke zu unterstützen. Entweder werde eben eine Behelfsbrücke oder eine Instandsetzung bereitgestellt bis die neue Brücke gebaut ist. Wenn die Analyse der Proben ergibt, dass der Zustand der in Mitleidenschaft gezogenen Lesumbrücke dafür ausreicht, dann soll diese mit Stahl verstärkt werden und dadurch ein paar Jahre länger genutzt werden können.

Das Bauressort erwartet, im Sommer entscheiden zu können, welche Option sinnvoller ist. Erst dann lässt sich sagen, wann mit der Zwischenlösung zu rechnen ist. Die Zusage bedeutet aber, das sich die aktuelle Verkehrslage in jedem Fall deutlich verbessern dürfte. „Damit ist gewährleistet, dass wir die Brücke nach Vorliegen der Materialproben schnellstmöglich wieder sechsspurig öffnen können“, sagte Senator Lohse im Anschluss an das Gespräch über dessen Ergebnis.

Unternehmen fürchten Einbußen

Der Abschnitt der A 27 in Burglesum ist derzeit teils gesperrt: verengte Spuren gibt es für beide Fahrtrichtungen. Unternehmen fürchten bereits Einbußen, weil sich der Verkehr auf dem Abschnitt immer wieder staut. "Das ist ein Engpass nicht nur für Bremen-Nord, sondern auch für Bremerhaven und Cuxhaven", stellt der Wirtschaftsrat Bremen-Nord (WIR) fest. Er fürchtet negative Auswirkungen für den Stadtteil, wenn keine Lösung gefunden wird.

Die Brücke, deren gravierende Mängel Ende des vergangenen Jahres sehr überraschend festgestellt werden mussten, ist damit längst ein Politikum. Das Aktionsbündnis "Lesumbrücke jetzt!“ fordert seit Kurzem eine Behelfsbrücke. Die Handelskammer Bremen brachte die Lösung schon im Dezember ins Spiel. Seit bekannt ist, dass die Brücke zum Nadelöhr wird, arbeitet das zuständige Ressort parallel an möglichen Zwischenlösungen. Die Nachricht aus Berlin dürfte für erste Erleichterung sorgen.

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Im Gespräch mit Scheuer, an dem zudem der gebürtige Cuxhavener Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Bremens Wirtschaftsstaatsrat Jörg Schulz teilnahmen, war zudem die Elektrifizierung der sogenannten EVB-Strecke Thema. Zu diesem Projekt habe der Verkehrsminister der Delegation aus Bremen ebenfalls positive Signale gegeben, heißt es in der Mitteilung. Das ist gerade für Bremen-Nord spannend: Güterzüge sollen in Zukunft um Bremen herum geleitet und die Schienen zum Hauptbahnhof entlastet werden. Derzeit gibt es auf der S-Bahnstrecke Probleme, die Taktung der Züge einzuhalten, weil der Güterverkehr diese stört. Die Elektrifizierung brächte damit eine Verbesserung für die Fahrgäste: mehr Zuverlässigkeit auch Anschlüsse zu erreichen.

Bisher können auf der EVB-Strecke nur Dieselloks fahren. Im Prinzip müsste ein Zug, der zum Beispiel aus dem Süden kommend nach Bremerhaven fahren will, für den Abschnitt die Lok tauschen. Folge ist, dass aktuell stattdessen die S-Bahnstrecke genutzt wird. „Mit der Umfahrung lässt sich viel Güterverkehr von der stark belasteten S-Bahnstrecke nach Bremen-Nord verlagern. Mit dem Vorteil, dass wir dort mehr Reserven und eine zuverlässigere Anbindung anbieten könnten“, sagte Verkehrssenator Lohse.

Voraussetzung ist eine Änderung des Schienengüterverkehrsgesetzes

Es könnte bis zur Umsetzung aber noch etwas dauern. Denn Voraussetzung ist eine Änderung des Schienengüterverkehrsgesetzes. Derzeit liegt diese zur Notifizierung bei der EU-Kommission in Brüssel. In der Mitteilung des Senats heißt es, dass in der zweiten Jahreshälfte eine positive Antwort von dort erwartet wird.

Im Gespräch in Berlin ging es auch um eine ICE-Anbindung für Bremerhaven. Da könnte nun neues Tempo aufkommen. Die ersten Entwürfe des sogenannten Deutschlandtakts sehen bereits vor, dass Bremerhaven an den Schienenpersonenfernverkehr angeschlossen wird. Allerdings geht das nicht schnell genug für die Seestadt. „Da die Einführung des Deutschlandtakts noch Planungszeit benötigt, soll vorweg schneller eine Lösung für die Anbindung Bremerhavens ans Fernverkehrsnetz in Angriff genommen werden“, erklärt Oberbürgermister Grantz. Die Wahrscheinlichkeit, dass es schon bald eine Verbindung gibt, soll nun gestiegen sein.

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Es geht dabei um eine Verbindung zwischen Bremerhaven und München – womöglich im nächsten Jahr. Dafür stehen weitere Gespräche mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen aus, die Melf Grantz mit Enak Ferlemann zusammen führen werden. Die Idee ist, einen Regionalexpress zwischen Bremerhaven und Hannover mit einer ICE-Verbindung nach und von München zu ersetzen. Bisher steuern die Stadt nur Regionalzüge an. Das war bis zum Jahr 2001 noch anders.

Neben den beiden Provisorien als Zwischenlösung für die Lesumquerung der A 27 treibt das Bauressort den Bau einer neuen Lesumbrücke voran. In der nächsten Deputation am kommenden Donnerstag soll die Grundlage für deren Planung gelegt und über eine Vorlage entschieden werden. Diese könnten, wenn es Zustimmung dafür gibt, sofort von der Planungsgesellschaft Deges aufgenommen werden. Ab dem Jahr 2021 sind die Bundesländer dann nicht mehr für die Autobahnen zuständig und die neu gegründete Autobahngesellschaft übernimmt.

+ + + zuletzt aktualisiert um 22:23 Uhr + + +


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...
peteris am 21.10.2019 12:00
Bundesaußenminister
Maas: Türkische Offensive nicht mit Völkerrecht im Einklang.

Für "Diktatoren" wie Putin,Erdogan usw. gibt es ...
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