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Bürgerschaftswahl Bremen 2019
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CDU-Spitzenkandidatur: Eckhoff macht Weg für Meyer-Heder frei

Jürgen Theiner 12.01.2018 5 Kommentare

Könnte CDU-Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2019 werden: Carsten Meyer-Heder, geschäftsführender Gesellschafter von Team Neusta
Könnte CDU-Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2019 werden: Carsten Meyer-Heder, geschäftsführender Gesellschafter von Team Neusta (Christina Kuhaupt)

 Der Internet-Unternehmer Carsten Meyer-Heder wird aller Voraussicht nach als Spitzenkandidat der CDU bei der Bürgerschaftswahl 2019 antreten und damit Herausforderer von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Der Weg für Meyer-Heder ist frei, nachdem Ex-Bausenator Jens Eckhoff am Freitag seinen Verzicht auf eine Bewerbung erklärt hat.

In einem Brief an die Mitglieder seines CDU-Kreisverbandes Bremen-Stadt machte Eckhoff deutlich, die Entscheidung sei ihm „sehr, sehr schwer gefallen“. Der Ausstieg Eckhoffs aus dem Kandida­tenrennen wurde innerhalb der CDU bereits seit einigen Wochen erwartet. Zu massiv war der Widerstand führender Christdemokraten gegen eine mögliche Spitzenkandidatur des 52-jährigen Bürgerschaftsabgeordneten und Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Stadt.

Insbesondere der Landesvorsitzende Jörg Kastendiek und Bürgerschafts-Fraktionschef Thomas Röwekamp hatten in den vergangenen Monaten stets argumentiert: Wenn die CDU 2019 einen Neuanfang für Bremen glaubhaft propagieren wolle, müsse dafür ein neues Gesicht her. Und ein neues Gesicht ist Eckhoff, der 1999 schon als 33-Jähriger CDU-Fraktionsvorsitzender war und zu Zeiten der Großen Koalition das Bauressort führte, nun einmal nicht.

In seinem Brief an die Mitglieder seines Kreisverbandes macht Eckhoff keinen Hehl daraus, dass er die CDU gern als Frontmann in die kommende Bürgerschaftswahl geführt hätte. Kastendiek und Röwekamp hätten jedoch deutlich gemacht, „dass sie eine Kandidatur meiner Person als Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl nicht unterstützen würden und sie einen anderen Kandidaten präsentieren wollen. In unserem Kreisverband Bremen-Stadt gab es ebenfalls einige führende Mitglieder, die sich dieser Position angeschlossen haben“, so Eckhoff.

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Vor diesem Hintergrund habe er sich über den Jahreswechsel überlegt, ob er eine Kampfkandidatur auf dem CDU-Parteitag im Mai anstreben solle. Doch bei vielen CDU-Mitgliedern gebe es noch eine ungute Erinnerung an die parteiinternen Auseinandersetzungen des Jahres 2012, als Thomas Röwekamp und die damalige Landesvorsitzende Rita Mohr-Lüllmann um die Macht rangen.

Viele Christdemokraten hätten ihm in persönlichen Gesprächen deutlich gemacht, „dass ich eine Wiederholung einer solchen Situation unbedingt vermeiden möge“, heißt es in Eckhoffs Brief. Ein monatelanger parteiinterner Wahlkampf um die Spitzenkandidatur 2019 hätte die Gefahr heraufbeschworen, „dass wir uns nur mit uns selber beschäftigen, aber unser Augenmerk muss den politischen Mitbewerbern gelten“.

Er sehe deshalb ein: „Erst der Staat, dann die Partei und zuletzt die Person.“ Zugleich macht Eckhoff in seinem Brief an die Parteibasis deutlich, dass sein Verzicht auf die Spitzenkandidatur nicht mit einem Rückzug aus der ersten Reihe der Bremer CDU misszuverstehen sei: Auf dem Kreisparteitag am 13. März werde er sich als Vorsitzender zur Wiederwahl stellen.

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CDU-Landeschef Kastendiek äußerte sich am Freitag nur kurz zu Eckhoffs Absprung vom Kandidatenkarussell. „Ich werde Anfang der nächsten Woche der Partei meinen Vorschlag zur Frage des Spitzenkandidaten unterbreiten“, kündigte Kastendiek auf Anfrage an. Niemand zweifelt parteiintern noch daran, dass dieser Vorschlag Carsten ­Meyer-Heder lauten wird.

Auch der 56-jährige Unternehmer geht offenbar davon aus, dass er das Ticket so gut wie gelöst hat. Gegenüber dem WESER-KURIER wollte er sich zwar nicht zu Eckhoffs Verzicht und seinen eigenen Perspektiven äußern. „Sollte ich benannt werden“, werde er sich aber nach dem für den 22. Januar terminierten Treffen des CDU-Landesvorstandes äußern, so Meyer-Heder.

Beruflich hat sich Carsten Meyer-Heder bereits Freiräume für seine kommende Aufgabe verschafft. Der geschäftsführende Gesellschafter von Team Neusta – einem Internetdienstleister mit Hauptsitz in der Überseestadt und mehr als 1000 Beschäftigten – hat sich aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückgezogen, wie inoffiziell aus seiner Firma zu hören ist.

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Meyer-Heder besitzt noch kein CDU-Parteibuch. In der Parteispitze gibt es dem Vernehmen nach auch noch keine abgestimmte Vorstellung, wie und zu welchem Zeitpunkt man den Eintritt des künftigen Spitzenmannes in die CDUinszenieren will. Die FDP hatte bei der Bürgerschaftswahl 2015 ihre Listenführerin Lencke Steiner während des gesamtes Wahlkampfes als unabhängige Kandidatin vermarktet. Erst am Wahlabend war sie bei den Liberalen eingetreten.

Carsten Meyer-Heder wird im Falle seiner Nominierung nicht der erste Seiteneinsteiger aus der Wirtschaft sein, mit dem die Bremer CDU in eine Bürgerschaftswahl zieht. 1991 versuchten die Christdemokraten, mit dem Sparkassen-Vorstand Ulrich Nölle den damaligen Senatspräsidenten Klaus Wedemeier aus dem Rathaus zu vertreiben. Auch Nölle trat erst wenige Monate vor der Wahl in die CDU ein. Mit ihm legte die CDU um 7,3 Prozent zu.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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