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Erstes Upstage-Festival im Oktober
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Clubbetreiber und Kulturschaffende aus ganz Deutschland treffen sich in Bremen

Pascal Faltermann 10.10.2019 0 Kommentare

Die Lokalmatadoren der Band Paloma & The Matches spielen beim Upstage-Festival.
Die Lokalmatadoren der Band Paloma & The Matches spielen beim Upstage-Festival. (Max Hartmann)

Unzählige E-Mails trudelten in den Postfächern ein, massenhaft Kurznachrichten wurden beantwortet, die Telefone klingelten im Minutentakt – die Vertreter des Bremer Clubverstärkers standen unter ständiger Anspannung. Arbeit im Dauerstress. Nach zahlreichen Gesprächen, Verhandlungen und monatelangen Planungen für ein Festival zur Zukunft der Clubkultur lief eigentlich alles bestens. Aber dann passierte es doch: Auf einmal fehlte der Headliner. Die Organisatoren standen ohne Hauptact da.

Die feministische Berliner Rapperin Sookee musste aus gesundheitlichen Gründen ihre Tour und damit auch ihren Auftritt beim erstmals geplanten Upstage-Festival (24. und 25. Oktober) in Bremen absagen. Neustart. In der Hansestadt liefen sofort die Smartphones heiß. Veranstalter, Booker und Kulturschaffende setzten ihre Musikwelt in Bewegung und präsentierten schnell Ersatz: die Hamburger Hip-Hop-Crew Neonschwarz. Sie wird neben zahlreichen weiteren Musikern bei dem Festival auftreten, das der Clubverstärker in Kooperation mit der Live-Musik-Kommission (Livekomm), dem Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland, erstmals organisiert: tagsüber Konferenz, nachts Konzerte.

Anarchie und Subkultur

Allein diese Situation zeigt, in welchen schwierigen, teils existenzbedrohenden Situationen sich Veranstalter und Musikspielstätten nicht nur in Bremen befinden. Es zeigt aber auch, wie gut in der Club- und Musikszene der Zusammenhalt, die Kooperationsbereitschaft und gegenseitige Hilfe ist. Grund genug, darüber zu diskutieren. „Die Idee, eine Konferenz in Bremen zu organisieren, gibt es schon lange und wir freuen uns, dass wir das Upstage-Festival nun endlich realisieren können und damit die Kulturlandschaft Bremens bereichern. Wir erwarten hochkarätige Referenten und ausgesprochen großartige Bands und Künstler in unseren Clubs, da kann man sich treiben lassen und auch ganz neue Acts entdecken“, sagt Julia von Wild, zweite Vorsitzende des Clubverstärkers, der Interessenvertretung Bremer Clubs und Spielstätten.

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Clubs stünden für Unterhaltung, Emotionen und Sozialisation, seien besondere Orte zwischen Kommerz und Kultur, Anarchie und Subkultur, heißt es im Pressetext der Konferenzveranstalter. Sie prägten Städte und Lebensentwürfe, seien Infrastruktur und Wirtschaftsfaktor. „Doch als erfolgreiche Geschäftsmodelle funktionieren nur wenige. Viele kämpfen mit Herausforderungen, mit Lärmbeschwerden, Besucherschwund und Verdrängung“, sagt von Wild. Das soll sich ändern. „Wir sind die, die sich um die Popularmusik und Clubkultur in Bremen kümmern und die Beteiligten fit für die Zukunft machen wollen“, sagt von Wild, die auch Vorstandsmitglied der Livekomm ist.

Warum klagen so viele Clubs und Spielstätten über den Status quo und wie sehen Szenarien der Zukunft aus? Beim Upstage-Festival wollen die Beteiligten Antworten finden. Sie wollen animieren, alarmieren und aufdrehen. Zwei Tage und Nächte für den Club der Zukunft. In Keynotes, Panels, gestalterischen Barcamps und Workshops wollen und sollen Fachpublikum und Interessierte herausfinden, welche Erwartungen die Leute da draußen haben – und wie groß die gesellschaftliche Relevanz der Szene tatsächlich ist.

Konferenz soll nachhaltige Lösungen bringen 

Die Panels widmen sich Handlungsfeldern wie Ökologie, Ökonomie, Kultur, Technik, Gesellschaft und Raum. Zu den Anforderungen gehören Themen wie Audience Development, Inklusion, Nachhaltigkeit oder Awareness für sicheres Feiern. Die Konferenz soll das kommende Vorgehen skizzieren sowie praxisnahe Modelle und nachhaltige Lösungen schaffen. Aus konkreten Anreizen sollen Kulturschaffende neue Ideen und Einflüsse direkt umsetzen. Als Redner und Referenten bei der Konferenz sind unter anderem Maike Schaefer (Senatorin für Stadtentwicklung, Grüne), Susanne Leonhard (Docks in Hamburg), Türsteher Viktor Hacker, Konstanze Meyer (Projektleiterin Clubtopia), Lukas Drevenstedt (Clubcommission Berlin) oder Steffen Kache ( Distillary in Leipzig, Livekomm) vertreten.

Auf die Theorie am Tage folgt die Praxis in der Nacht. Ab 19 Uhr öffnen sich mit Lagerhaus, Lila Eule und dem Römer drei Institutionen an zwei Abenden dem Publikum. Fußläufig im Bremer Viertel soll sich rund um die Sielwallkreuzung der Festival-Verkehr entspinnen. Das Programm ist gespickt mit Bands und Künstlern, die laut den Organisatoren für Antrieb und Vorwärts stehen. Zu sehen und hören sind große Namen an der Seite von aufstrebenden Geheimtipps und Neuentdeckungen.

Neonschwarz und das Berlin Boom Orchestra wollen mit viel Haltung einheizen, die komplette Familie Bodzin um den weltweit bekannten DJ Stephan Bodzin beschallt eine ganze Nacht und für den Aufbruch der lokalen Bremer Szene stehen Paloma & The ­Matches.

Zur Sache

Das Programm

Bestätigte Künstler: Neonschwarz, Gurr, Berlin Boom Orchestra, Razz, Matt Wilde (Young Rebel Set), Micah Erenberg, Ätna, Charlotte Brandi, Swain, Ed Prosek, Smile and Burn, Naked Cameo, Reis Against The Spülmachine, AWA, Bloodhype, Paloma & The Matches, Wezn, Someday Jacob, Indie Army Now, Husch Husch, DJ Ataxy.

Bodzin-Nacht mit Stephan Bodzin, Luna Semara, Oliver Bodzin, Florida Juicy (Luka Bodzin) und Magnus Bodzin.

Termin: Donnerstag und Freitag, 24. und 25. Oktober 2019

Weitere Infos und Tickets unter www.upstagefestival.com und www.clubverstaerker.de


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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