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Gastronomie in Bremen
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Der Macher

Jürgen Hinrichs 10.11.2018 0 Kommentare

Barry Randecker.
Barry Randecker. (Frank Thomas Koch)

Der Mann fährt einen Porsche, die Farbe Rot. Ein roter Porsche vor dem Haus, und klar, dass er sich so etwas leisten kann, der Mann hat schließlich Erfolg, seit Jahrzehnten schon. Barry Randecker – sein Name steht in Bremen für gehobene, aber nicht abgehobene Gastronomie. Der 64-Jährige führt die Meierei im Bürgerpark, das Theatro im Ostertor und versorgt das Metropol-Theater im Richtweg. Aus dem Wirt, der auch mal das Casablanca hatte, Beck’s Bistro, die Gastronomie in der Kunsthalle und das Römer, eine Diskothek, in der früher zusätzlich Konzerte veranstaltet wurden – aus dem Wirt, kann man sagen, ist was geworden.

Mit der Meierei hat Randecker sich vor fünf Jahren ein wahres Kleinod beschafft. Die Lage ist einmalig, mit dem Blick über die Kuhweide hinweg zum herrschaftlichen Park Hotel. Der Himmel so weit, dass man auf der großen Veranda des Lokals bei Kaffee, Kuchen oder Knipp die Gedanken fliegen lassen kann. Randecker hat die Meierei mit radikalen Sanierungsschritten zu einem lohnenden Ausflugsort gemacht, auch wenn es immer mal wieder Gäste gibt, die mit Angebot und Service unzufrieden sind. Allein der Bau, wie er jetzt wirkt, mit den hohen, stuckverzierten Decken, den großen Fenstern, der Freitreppe draußen, mit der Grandezza, die so entsteht.

Das Runken-Eck ist ein uriges, herrlich unspektakulär eingerichtetes Restaurant, das etwas versteckt an einer Seitenstraße mitten im Viertel liegt. Wem der Sinn nach herzhafter, deutscher Küche steht, ist hier goldrichtig: Die Karte bietet neben Braten, Wildgerichten, Schnitzeln, Steaks, Knödeln, Rotkohl und Rosenkohl auch saisonale Angebote beispielsweise zur Spargelzeit. Das Preis-Leistungsverhältnis ist top und das Essen köstlich, findet Redakteurin Lorena Faltermann.
 
Runken-Eck, In der Runken 1, 28203 Bremen, Telefon (0421) 706 826.
Unseren Redakteur Toni Nürnberg hat es einst in das sizilianische Restaurant La Locanda da Zionino veschlagen. Es hat ihm dort so gut geschmeckt, dass er immer wieder gerne hingehen würde. Die Speisen werden frisch zubereitet, und die Wartezeit wurde schon unserer Kollegin Karina Skwirblies beim Lokaltermin mit knusprigen Brötchen und einem Aufstrich aus Frischkäse, Lachs, Kräutern und Sardellen verkürzt. 
 
La Locanda da Zionino, Oberneulander Landstraße 42, 28355 Bremen, Telefon (0421) 6848  0138, barrierefrei.
Der kleine Roland bewacht den Neuen Markt in der Alten Neustadt. Dort steht er im Schatten unter einem Baum - und nebendran ist zu Sommerzeiten aufgestuhlt. Denn dann wird dort aufgetischt. Das Bistro am neuen Markt bietet die schönsten und größten Pizzen in der Neustadt an, findet Redakteur Klaas Mucke. Der Besitzer sei zwar nicht als Erster auf die Idee gekommen, eine Pizza mit Sauce Hollandaise und Brokkoli zu belegen - er habe diese spezielle Variante aber perfektioniert, ist Mucke überzeugt. Es gibt auch frisch zubereitete Tagesgerichte.
 
Bistro am neuen Markt, Kleine Annen Straße 35/36, 28199 Bremen, Telefon: (0421) 1669 6022.
Das Athen am Rande des Bremer Schnoors ist eines von zwei besonderen griechischen Restaurants in Bremen, findet unsere Redakteurin Ina Schulze. Sie geht regelmäßig sowohl ins Athen als auch ins Meos in Oberneuland. Das Personal ist freundlich, das Essen reichhaltig und lecker. Alles in allem kann hier ein gemütlicher Abend mit viel Tzatziki und Fleisch verbracht werden. Besonders empfehlen kann Ina Schulze den gemischten Vorspeisenteller mit frittierten Auberginen, Zucchini, gebackenem Feta und vielen anderen Leckereien. Die beiden Restaurants haben den gleichen Betreiber, und die Speisen-Angebote sind größtenteils identisch. 
 
Athen, Tiefer 8, 28195 Bremen, Telefon: (0421) 2436 6505. 
 
Fotostrecke: Unsere Tipps: Die besten Restaurants in Bremen

Randecker berichtet von einer Episode, die für ihn viel darüber aussagt, wie die Meierei vorher war: „Ich kam mit meinem Sohn, damals war schon klar, dass ich den Betrieb übernehme“, erinnert er sich, „wir haben auf der Wiese ein bisschen gebolzt und uns die Hosen dreckig gemacht.“ Nach dem Spiel hatten sie Durst und wollten in der Meierei etwas trinken. „Die haben uns, so wie wir aussahen, abgewiesen.“ Typisch, sagt Randecker, so sei das Lokal damals gewesen: trutschig und elitär.

Der Mann ist groß und kräftig, er war das immer schon, jedenfalls, seitdem er erwachsen ist. Daher der Name, so erzählt er das: „Meine Leute haben mich damals wegen meiner Statur Barabbas gerufen, nach der Figur aus der Bibel.“ In der Überlieferung handelt es sich um einen Gefangenen der Römer, einen Aufrührer und wilden Mann. Aus Barabbas wurde der Einfachheit halber Barry – Barry Randecker, der mit Vornamen eigentlich Lothar heißt. „So nennt mich nur mein Sohn, wenn er mich foppen will.“

Randecker ist in Bremen geboren, in Gröpelingen. Er hat nach der Schule und einer Lehre als Fotograf, die ihn langweilte, mit Klamotten gehandelt: „Das fing mit Häkeldecken an, die ich günstig kaufen konnte und auf dem Flohmarkt verhökert habe, super Gewinnspanne!“ Schnell wurde mehr draus, der erste Laden, noch einer und noch einer. Randecker verkaufte im Ostertor an die Punks und Hippies, er spricht von Hippie-Bedarfsartikeln, was immer das heißt. Am Ende ist er damit gescheitert, immerhin aber grandios, eine ausgewachsene Pleite.

Ein bunter Hund

Fortan bediente der Unternehmer die Szene im Bremer Viertel auf andere Weise, als Gastronom, Disko-Betreiber und Konzertveranstalter. Ein Leben nach seinem Geschmack, frei und ungebunden, wenngleich immer auch mit dem Risiko verbunden, das schöne Geld, was er dabei verdiente, wieder zu verlieren.

Randecker, der grundsätzlich schwarz trägt, schwarze Hose, schwarzes Hemd, schwarze Strickjacke oder schwarzes Sakko, war ein bunter Hund und im Viertel entsprechend bekannt. Als er mit seiner Lebensgefährtin, einer Engländerin, und dem gemeinsamen Sohn in den Bürgerpark zog, in die Wohnung über dem Restaurant, war das für ihn wie ein Kulturbruch. „Nicht artgerecht“, sagt er.

Münchhausen Kaffee: Die Kaffeerösterei August Münchhausen ist die älteste noch in Familienhand befindliche bremische Traditionsrösterei. Seit Jahren veredelt sie ihren Kaffee im Langzeitröstverfahren. 1935 wurde zunächst ein Versandgeschäft für Kaffee und Tee gegründet. Schon im Jahre 1938 zog das Unternehmen um, und der heutige Firmensitz am Geeren 24 sowie eine eigene Röstanlage wurden erworben.
Bremer Kaffeebrot: Als Bremer Kaffeebrot werden Weißbrotscheiben bezeichnet, die mit Butter und Zucker bestrichen und dann geröstet werden. Ein bisschen wie süßer Zwieback. Das Kaffeebrot wird als Beilage zum Kaffee serviert und schmeckt besonders gut, wenn es in das heiße Getränk getaucht wird. Kaufen kann man diese Spezialität zum Beispiel im Schnoor oder im Café Knigge in der Innenstadt.
Bremer Zwieback: Typisch für den Bremer Zwieback ist seine sechseckige Form. Er ist wenig gesüßt und besteht aus einem leichten Hefeteig. Hier geht es zum entsprechenden Post via Instagram. 
Pluckte Finken: Ein deftiger Eintopf, dessen Rezept aus der Zeit der Walfänger stammen soll. Dem Namen nach enthielt es in Stücke gehackten (gepluckten) Walspeck (Vinken). Nach einigen Rezepten wird es mit gelben Wurzeln, geräuchertem Ochsenfleisch oder Pökelfleisch zubereitet. Es finden sich jedoch auch Varianten mit durchwachsenem Schweinespeck, weißen Bohnen, Äpfeln, Möhren und Kartoffeln. Ein Rezept für Pluckte Finken gibt es zum Beispiel auf dem Blog
Fotostrecke: Diese Bremer Spezialitäten sollten Sie kennen

Vorbei mit dem quirligen Leben, mit dem Lauten und Lasterhaften, stattdessen: Ruhe und diese Dunkelheit, so dunkel, stockdunkel, wenn es Nacht ist. „Ich habe gedacht, mich haben sie beiseite gelegt.“ Randecker grinst, während er so redet, denn diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile fühlt er sich pudelwohl im Park. Die Jogging-Runde am Morgen ist zu einem Ritual geworden. Und er hat Kontakte geknüpft: „Die vier Esel im kleinen Zoo kennen mich schon, ich besteche sie mit Mohrrüben.“

Seinen Porsche benutzt er nur im Park. Auf den wenigen Wegen dort, die ihm für die Fahrt vom Bürgerparkdirektor erlaubt werden. Ein Porsche im Park, das sorgt natürlich für Aufsehen, und wenn er dann auch noch rot ist, staunen die Leute umso mehr. Es ist ein Diesel, ein richtiger Stinker, 50 Jahre alt oder so. Der Porsche ist ein Trecker, und klar, dass Randecker sich den leisten kann.


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Leserkommentare
lamento am 23.10.2019 20:13
Welch entsetzliches Problem
Ich persönlich wäre für eine dauerhafte Sommerzeit, Begründung siehe @flutlicht.
Letztlich ist es mir ...
Hardy1658 am 23.10.2019 19:37
Super!
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