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Verkehrsbehinderungen und Staus
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Diese Baustellen sorgten 2018 in Bremen für Ärger und Gesprächsstoff

Pascal Faltermann 27.12.2018 0 Kommentare

Baustellen wie hier am Herdentor sorgten 2018 für viel Frust bei den Autofahrern in Bremen.
Baustellen wie hier am Herdentor sorgten 2018 für viel Frust bei den Autofahrern in Bremen. (Christina Kuhaupt)

Baustellen ohne Ende gab es 2018 in Bremen. Auf der Straße, in den Kommentarspalten und Leserbriefen und auch in der Politik, in den Behörden und in den Verbänden bestimmten die Bauarbeiten und vor allem der Verkehr die Diskussionen. Es war vom drohenden Verkehrschaos, vom Superstau oder der lahmgelegten Stadt die Rede.

Es gab Verkehrsbehinderungen, stockenden Verkehr und Staus. Die Erreichbarkeit von bestimmten Orten, Straßen oder Brücken war hier und da eingeschränkt. „Der Arbeitsaufwand war in diesem Jahr enorm hoch, bis zum letzten Arbeitstag nahezu ununterbrochen“, sagt Martin Stellmann, Sprecher des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV). Ein Rückblick auf die Baustellen, die für viel Gesprächsstoff und Ärger sorgten, die diskutiert wurden, aber auch das ein oder andere Problem lösten.

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Einen verlässlichen Indikator, an dem sich der Output im Vergleich zum Vorjahr messen lässt, gebe es nicht. Es lasse sich aber bilanzieren, dass die Verkehrsteilnehmer in Bremen die zahlreichen Maßnahmen von der teilgesperrten Lesumbrücke bis hin zum Umbau des Herdentorsteinweges (siehe Beispiele) zu spüren bekamen, so der ASV-Sprecher. Das alles habe teilweise deutliche Auswirkungen auf den Verkehr gehabt.

Verkehrssicherheit durch Hitzeschäden nicht mehr gegeben

Ein nicht vorherzusehendes Problem entstand 2018 durch Hitzeschäden. Durch die hohen Temperaturen verformte sich der Asphalt, weichte auf und wölbte sich. Im Stau stehende Lastwagen drückten durch ihr Gewicht den Bodenbelag an den Rand, die Asphalt-Wülste entwickelten sich zu gefährlichen Stolperfallen. Am Fly Over in Utbremen (Bundesstraße 6) war dadurch beispielsweise die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben. „Die Hitzeschäden auf den Hauptverkehrsstrecken erforderten sofortiges Handeln und auch Sperrungen, um das Schlimmste zu verhindern“, sagt Stellmann. Das ASV sei diese zusätzlichen Herausforderungen vielfach an den Wochenenden und in Nachtarbeit angegangen.

Bei den Bremer Verkehrsmaßnahmen ging es um Summen im Millionenbereich, die nicht immer gleich vorhanden waren. So wollte das ASV beispielsweise Ende 2017 Tempo 30 für die Hafenrandstraße anordnen, weil die Verkehrssicherheit bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr gegeben war. Kurzfristig stellte der Senat 4,4 Millionen Euro zur Verfügung. Laut ASV sind davon 2,2 Millionen Euro bereits für die Sanierung umgesetzt.

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Immer wieder rückten 2018 die maroden Brücken in den Fokus. Mit der teilgesperrten Lesumbrücke, dem Fly Over, der Stephanibrücke, der Weserbrücke sowie der Ochtumbrücke über die A 1 und der Mahndorf-Brücke standen sechs Knotenpunkte im Mittelpunkt. Sie mussten saniert beziehungsweise müssen in den kommenden Jahren repariert oder runderneuert werden.

Leistungen dienen nicht nur dem Straßenerhalt

Doch damit nicht genug: Beim ASV summieren sich zahlreiche Leistungen, die der Straßenerhaltung dienen oder für mehr Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit sorgen sollen. Als Beispiele wären die neuen Fußgängerquerungen an der Schlachte und Am Deich oder an der Bismarckstraße, Kreinsloger, Elisabethstraße, Grenzstraße und an der Kreuzung Schwachhauser Heerstraße/Bismarckstraße (Barrierefreier Umbau) zu nennen.

Was die Baustellen gebracht haben, bewerten Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer und ihre Interessensverbände unterschiedlich. Kritik gab es aus allen Ecken, meist von der Handelskammer oder Vertretern der Wirtschaft und Politik. Aus Sicht des ASV klingt das so: „Unser Erfolg misst sich auch an den zahlreichen Verbesserungen, die wir allesamt pünktlich zum Beginn der dunklen Jahreszeit für die Bürger zur Verfügung stellen konnten“, sagt Stellmann. Auch wenn das manche Menschen mit der Sicht von außen anders bewerten würden: „Baumaßnahmen bringen grundsätzlich Einschränkungen mit sich. In aller Regel danach aber auch Verbesserungen.“

(Christian Walter)

Brill und Schlachte - Der Verkehrsknotenpunkt

Die Sicherheit auf der Bürgermeister-Smidt-Straße und am Brill war nach zwei tödlichen Unfällen im vergangenen April und Juni ein viel diskutiertes Thema. Tausende Autos passieren täglich die Brücke und den Verkehrsknotenpunkt. Mitte November gab Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) zwei neue Fußgängerüberwege an der Bürgermeister-Smidt-Straße (Höhe Schlachte) und auf Höhe der Straße Am Deich frei. Sechs Wochen lang hatten die Arbeiten mit Fahrbahn-Sperrungen gedauert. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Behörde auf 250 000 Euro.

Immer wieder staut es sich auf der A 1 von der Anschlussstelle Uphusen/Mahndorf bis ins niedersächsische Umland.
(Frank Thomas Koch)

Autobahn 1 - Die Dauerbaustelle

Die Strecke vom Bremer Kreuz bis ins niedersächsische Umland nach Groß Ippener oder in umgekehrter Richtung war eine Dauerbaustelle. Auf dem Bremer Abschnitt sanierte das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) die Hauptfahrstreifen zwischen Uphusen-Mahndorf und dem Bremer Kreuz auf einer Länge von vier Kilometern – Kosten etwa 1,9 Millionen Euro. Weitere Maßnahmen: Sanierung der Mahndorf-Brücke (1,5 Millionen Euro), der Weserbrücke (etwa 700 000 Euro) und der Ochtumbrücke (Ersatzneubau, 6,5 Millionen Euro).

(Frank Thomas Koch)

Fly Over - Hitze setzt Fahrbahnbelag zu

Die Hitze des Sommers setzte den Bremer Straßen zu. So hatten die hohen Temperaturen die Fahrbahn des Fly Overs der Bundesstraße 6 in Utbremen beschädigt. Mitte August rollten die Baufahrzeuge an. Die Vollsperrung der Brücke zum Autobahnzubringer Überseestadt konnte – früher als geplant – nach einer Woche wieder freigegeben werden. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich laut dem Amt für Straßen und Verkehr auf circa 500 000 Euro. Die Brücke hat noch eine Restlaufzeit von etwa 44 Jahren.

(Christina Kuhaupt)

Herdentorsteinweg - Die Hauptachse in die Innenstadt

Der Umbau des Herdentorsteinweg brachte jede Menge Ärger und Diskussionen. Auf der Hauptachse in die Innenstadt wurde der Radweg stadteinwärts auf die Fahrbahn verlegt und die Rechtsabbiegespur entfernt, die auf die Straße Am Wall in Richtung Bür­germeister-Smidt-Straße führt. Zudem wurde die Straßenbahn- und Bushaltestelle angepasst und um rund zehn Meter in Richtung Am Wall verlegt. Die Kosten für das Projekt waren zwischenzeitlich von 1,2 Millionen auf 1,6 Millionen Euro gestiegen. 75 Prozent werden durch Bundesmittel gefördert.

(Frank Thomas Koch)

Rembertistrasse - Die Radpremiumroute

Mit dieser Baumaßnahme schaffte Bremen eine grüne Welle für den Radverkehr zwischen Parkallee und Kennedyplatz. Seitdem die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, ist es weiß auf blau zu sehen: In der Rembertistraße haben Radler ihren eigenen Fahrstreifen. Damit wurde der nächste Schritt in der Gestaltung der Radpremiumroute zwischen Innenstadt und Universität erreicht. Die Kosten für den Umbau des ersten Abschnitts belaufen sich laut ASV auf 220 000 Euro. Sie seien wie die Bauzeit eingehalten worden.

(Christian Walter)

Lesumbrücke - Das Nadelöhr vor Bremen-Nord

Die Lesumbrücke ist marode und musste zum Teil gesperrt werden – das macht die Autobahn 27 zum Nadelöhr. Die derzeitige Situation: Im Berufsverkehr geht es nur stockend voran, immer wieder kommt es zwischen den Anschlussstellen Bremen Industriehafen und Bremen-Nord zu Staus. Durch die Teilsperrung der Brücke sind in beiden Richtungen momentan nur jeweils zwei statt drei Fahrspuren frei. Stahlproben hatten ergeben, dass das Bauwerk nicht mehr ausreichend tragfähig ist. Das muss jetzt laut den Brückenbauern des ASV genauer überprüft werden, mit einem Ergebnis wird Anfang 2019 gerechnet.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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