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400 Beamte im Einsatz
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Drei Männer bei Großrazzia in Bremen verhaftet

Nina Willborn, Christian Butt 06.12.2018

Polizisten in Montur sind auf dem Weg zu einem der Häuser in Sebaldsbrück, die durchsucht wurden.
Polizisten in Montur sind auf dem Weg zu einem der Häuser in Sebaldsbrück, die durchsucht wurden. (Christian Butt/TNN/dpa)

Bei einer groß angelegten Razzia hat die Bundespolizei am Donnerstag in Bremen drei Männer im Alter von 23, 27 und 31 Jahren festgenommen. Die Bremer Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren Bandendiebstahl und gewerbsmäßige Hehlerei vor. Die Männer sollen in großem Stil hochwertige Lenkräder und Navigationsgeräte aus teuren Neuwagen erst ausgebaut und dann verkauft haben. Die Beamten durchsuchten auch die Wohnungen von vier weiteren Verdächtigen, gegen die weiter ermittelt wird. Verbindungen der Männer zu einem der kriminellen Clans, die auch in Bremen ansässig sind, soll es laut Bundespolizei nicht geben. "Wir können keine Verbindung bestätigen", sagt Sprecherin Angelika Kubik.

Ab sechs Uhr morgens waren 400 Beamte, zu denen auch Mitglieder von Spezialeinheiten wie der GSG 9 gehörten, in der Merziger Straße in Sebaldsbrück und auf dem Gebiet der Bahn im Einsatz. In der Merziger Straße wurden zwei der Männer festgenommen, der dritte kurz zuvor in einem Schnellrestaurant. Durchsucht wurden nach Informationen des WESER-KURIER insgesamt elf Wohnungen und Gebäude.

Fotostrecke: Organisierter Autoteilediebstahl: Großrazzia in Bremen

„Wir wussten aufgrund unserer Observationen, wo die Verdächtigen sind und dass sie bewaffnet sind“, sagt Einsatzleiter Helgo Martens. Die mögliche Gefahr, die von den Männern ausging, war einer der Gründe für die hohe Zahl der Einsatzkräfte. Ebenfalls viel Personal erforderten die genauen Durchsuchungen sowie die Auswertung der gefundenen Objekte. "Zudem mussten wir sicherstellen, dass keine Unbeteiligten während es Einsatzes in gefährliche Situationen geraten und deshalb das Gebiet großräumig absperren", erklärt Kubik. Die Verdächtigen waren zuvor über einen längeren Zeitraum observiert worden.

Beamte beschlagnahmen Waffen

In den Häusern der Männer und dazugehörigen Garagen fanden die Beamten laut Martens Waffen. Beschlagnahmt wurden aber auch mehrere Pkw und Teile des Diebesguts, also Lenkräder und andere Teile, die die Bande aus Autos im Großraum Bremen geraubt hatte. Besonders auf Güterzüge mit Neuwagen, die in Bremen auf ihre Weiterfahrt nach Bremerhaven – dort werden die Autos verschifft – warteten, hatten es die Kriminellen abgesehen.

Bei den Zügen machten sich die Diebe zunutze, dass Neuwagen teils in mit Planen abgedeckten Waggons transportiert werden, um sie vor Wind und Wetter zu schützen. "In mehreren Fällen haben die Beschuldigten diese Faltenbälge durchschnitten. So konnten sie geschützt vor Blicken agieren und einen erheblichen Schaden anrichten", beschreibt Angelika Kubik das Vorgehen der Männer. Hinzu kommt, dass die Autozüge normalerweise nicht in besonderem Maß überwacht werden. Den Schaden schätzen die Ermittler bislang auf rund zwei Millionen Euro. Alleine das Diebesgut besitzt einen Wert von 600.000 Euro. 

Bei der großangelegten Razzia in Bremen geht es um Autoteile, die am Güterbahnhof gestohlen worden sein sollen.
Bei der großangelegten Razzia in Bremen geht es um Autoteile, die am Güterbahnhof gestohlen worden sein sollen. (Christian Butt)

Autoteile-Diebstähle häufen sich

Seit November 2017 hatte die Bundespolizei, die im Bereich der Bahnhöfe zuständig ist, einen "signifikanten Anstieg" bei Autoteile-Diebstählen bemerkt und zu ermitteln begonnen. Den Dieben und ihren Hehlern auf die Spur kamen die Polizisten über Verkaufsplattformen im Internet, über die die Bande die Lenkräder und Navigationsgeräte angeboten hatte. Entsprechend warnt die Bundespolizei vor dem Kauf von scheinbar neuen Fahrzeugteilen zu ungewöhnlich niedrigen Preisen im Internet. "Insbesondere bei nicht autorisierten Verkäufern ist Vorsicht geboten", warnen die Beamten. Wer gestohlene Ware kaufe, könne daran kein Eigentum erwerben. Außerdem setzten sich Käufer von Hehlerware dem Risiko von strafrechtlichen Ermittlungen aus.

Durch die Nähe zu Bremerhaven und zum Mercedes-Werk in der Stadt schlagen in Bremen immer wieder Diebe von Autoteilen zu. Den letzten großen Einsatz der Bundespolizei gab es im Mai 2015. Damals wurden vier Autoteile-Diebe festgenommen, darunter auch ein Mitglied des Miri-Clans. Im März 2017 wurde ein 27-Jähriger vom Bremer Landgericht für Navi-Diebstähle aus Neuwagen in 87 Fällen zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Bandenmäßiger Diebstahl kann mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden.

++ Dieser Artikel wurde am 6.12.18 um 18.36 Uhr aktualisiert. ++


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...
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