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Bremer Koordinationsstelle nicht vor 2021
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Erasmus-Azubis müssen geduldig sein

Eva Przybyla 13.05.2019 0 Kommentare

Ulrike Hiller (SPD), Bevollmächtigte Bremens beim Bund und für Europa, rechnet damit, dass es noch mindestens zwei Jahre dauert, bis Bremen eine neue „Erasmus+“-Koordinationsstelle bekommt.
Ulrike Hiller (SPD), Bevollmächtigte Bremens beim Bund und für Europa, rechnet damit, dass es noch mindestens zwei Jahre dauert, bis Bremen eine neue „Erasmus+“-Koordinationsstelle bekommt. (Frank Thomas Koch)

Wann die von der Bürgerschaft angeregte „Erasmus+“-Koordinationsstelle in Bremen kommt, ist ungewiss. Der neue Anlaufpunkt, der Auslandsaufenthalte von Auszubildenden organisieren soll, könne aktuell nicht von den zuständigen EU-Stellen beschlossen werden. Das teilte Ulrike Hiller (SPD), Bevollmächtigte Bremens beim Bund und für Europa, am Montag auf einer Informationsveranstaltung mit. Grund dafür sei die EU-Parlamentswahl am 26. Mai. „Jetzt ruht alles“, sagte Hiller. Die SPD-Politikerin rechnet erst 2021, nach der Verabschiedung des neuen EU-Haushalts, mit der konkreten Umsetzung einer „Erasmus+“-Koordinationsstelle in Bremen.

Mit dem EU-Programm „Erasmus+“ können Auszubildende und Schüler in anderen EU-Ländern lernen und arbeiten. Die Fördergelder der Europäischen Union machen es möglich – zumindest in der Theorie. In der Praxis sind es zwei Prozent der Azubis, die das Angebot nutzen, gab Hiller an. Gründe dafür finden sich bereits in einem Papier der SPD- und der Grünen-Fraktion vom Februar: Das Antragsverfahren für „Erasmus+“ sei zu komplex und das Geld für die Umsetzung des EU-Programms im Land Bremen zu knapp. Nach Angaben Hillers ist das Ziel, die Antragstellung zu vereinfachen und den Etat zu verdoppeln. Auch die Beratung solle verbessert werden.

Doch das allein genügt laut einigen Gästen auf der Informationsveranstaltung nicht. Manche berichteten davon, dass Auszubildende ihre Auslandspraktika nicht antreten würden, obwohl alles organisiert sei. Der Grund: Die jungen Menschen hätten Angst um ihren Ausbildungsplatz in Bremen. Denn die Bremer Unternehmen, bei denen sie angestellt seien, wollten die jungen Menschen gar nicht gehen lassen: „Viele Firmen haben ein Interesse daran, dass die Auszubildenden durchgängig im Unternehmen sind“, berichtete ein Gast.

Auch andere kritisierten den fehlenden Willen von Ausbildungsbetrieben, an europaweiten Austauschprogrammen teilzunehmen. Aber auch die Berufsschulen wurden getadelt: Sie würden „Erasmus+“ nicht genügend bewerben. Wenige Berufsschüler wüssten davon, hieß es in der Diskussionsrunde.

Hiller versicherte, dass sie die Kritik aus dem Publikum in die zukünftige Planung der Bremer Koordinationsstelle aufnehmen werde. Auch kündigte sie einen Workshop dazu an. Ob die Vorschläge dann 2021 umgesetzt werden könnten, sei jedoch ungewiss. Der SPD-Politikerin zufolge gibt es derzeit keine Planungssicherheit bei den EU-Finanzen. Mit Blick auf die Umfragen gab sie zu Bedenken, dass derzeit von einer völlig neuen Zusammensetzung des EU-Parlaments ausgegangen werden müsse. Laut aktuellen Umfragen erstarken rechtspopulistische Parteien in vielen EU-Ländern. „Sie können sich ja vorstellen, was Nationalisten von Erasmus halten“, sagte Hiller, auf die EU-kritische Einstellung vieler rechtspopulistischer Parteien anspielend.

Eine Frau im Publikum bemängelte, dass dann ja die gesamte Planung für „Erasmus+“-Programme bis 2021 schwierig sei. Sie erinnerte sich zudem an einen ähnlichen Fall 2011 und sprach von „Chaos“.

Während manche Gäste im Publikum über diese Aussicht sichtlich nervös wurden, blieb Henning Lühr, Staatsrat der Senatorin für Finanzen, gelassen. Er hob die Möglichkeiten des „Erasmus+“-Programms positiv hervor. Das Austauschprogramm fördere das Wissen der Auszubildenden über die EU. Das sei in der Verwaltung heute besonders wichtig, etwa wenn man sich über Ländergrenzen hinweg mit anderen Verwaltungen verständigen und einigen müsse. Auch für Fördermittel und Antragsstellung sei das Wissen von Vorteil. Dafür reiche jedoch kein Sprachkurs in Bremen: „Man muss auch Eindrücke aus anderen Ländern haben, um das vermitteln zu können.“ Lühr plädierte dafür, dass mehr Auszubildende eigene Erfahrungen mit der EU sammeln sollten.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
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