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Erste Bewohner ins Pflegeheim zurückgekehrt

Kornelia Hattermann 19.06.2019 0 Kommentare

Polizeibeamte schieben die Bewohner des Altenpflegeheims zur Betreuung in die Turnhalle Delfter Straße.
Polizeibeamte schieben die Bewohner des Altenpflegeheims zur Betreuung in die Turnhalle Delfter Straße. (Frank Thomas Koch)

Der Brandgeruch hängt noch über der Tegeler Plate. Verkohlte Reste sind vom Dach des lang gestreckten Gebäudes in Huchting übrig. Der Großbrand und der Großeinsatz vom Dienstagnachmittag haben Bewohnern und Nachbarn einen gehörigen Schrecken eingejagt.

Das Alten- und Pflegeheim musste komplett geräumt werden, 21 Personen wurden leicht verletzt. Von den evakuierten 96 Bewohnerinnen und Bewohner konnten 20 bereits in nicht beschädigte Gebäudeteile zurückkehren, den Schaden schätzt die Feuerwehr laut Sprecher Michael Richartz auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Wodurch das Feuer im Dachstuhl des Gebäudes, das über eine Länge von 200 Metern in Flammen stand, ausgebrochen ist, stand am Mittwoch noch nicht fest. Brandursachenermittler der Kriminalpolizei suchen nach Spuren und dem Entstehungsort. „Das nimmt viel Zeit in Anspruch“, sagt Ingo Biniok von der Pressestelle der Polizei, der für Mittwoch noch kein Ergebnis erwartete. Ruß und Löschwasser erschwerten die Arbeit.

Auch erste Gutachter und Brandsanierungsexperten seien im Haus unterwegs, erklärt André Vater. Der Vorstandsvorsitzende der Bremer Heimstiftung ist erleichtert, dass "zum Glück vergleichsweise wenig" passiert ist, und sehr dankbar, dass das Feuer sehr schnell gelöscht werden konnte. Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten hervorragend reagiert. Innensenator Ulrich Mäurer dankte allen Einsatzkräften, unter solch dramatischen Vorzeichen sei eine Evakuierung von beinahe 100 Menschen eine gewaltige Herausforderung.

(Frank Thomas Koch)

Nachdem die Brandmeldeanlage des Stadtteilhauses Huchting am Dienstagnachmittag kurz vor 16 Uhr angeschlagen hatte, löste der Haustechniker Alarm aus und begann umgehend mit der Evakuierung, schildert André Vater den Verlauf. Die aus dem Dach steigende Rauchsäule soll bis Achim zu sehen gewesen sein, berichtet die Feuerwehr, die schon bei der Anfahrt zum Brandort weitere Einsatzkräfte anforderte.

Insgesamt war die Feuerwehr mit mehr als 200 Einsatzkräften – 140 Feuerwehrleuten, 40 Rettungsdienstkräften und weiteren Aktiven der Schnelleinsatzgruppen der Hilfsorganisationen – im Einsatz. Mit vier Drehleitern bekämpfte die Feuerwehr den Brand, die etwa 50 Fahrzeuge in dem engen Wohnbereich vor Ort hatte. Für Nachlöscharbeiten mussten Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten in den Dachstuhlbereich, wobei laut Michael Richartz 50 Atemschutzgeräte verwendet wurden. Die Polizei war mit etwa 70 Beamten und 25 Streifenwagen im Einsatz.

Zwei Feuerwehr- und zwei Polizeibeamte wurden wegen eingeatmeten Brandrauchs in der Klinik untersucht, konnten ihren Dienst am Mittwoch aber fortsetzen, erklärt Michael Richartz von der Feuerwehr. Von den 17 Bewohnerinnen und Bewohnern, die ebenfalls in Kliniken eingeliefert wurden, seien die ersten ebenfalls zurück, berichtet André Vater von der Heimstiftung. Man habe alle Verletzten besucht, niemand habe eine schwere Erkrankung. Aber der Schreck, die Hitze, Aufregung und der Rauch belasteten bei vielen den Kreislauf.

Der Brand war relativ schnell gelöscht, um 19.49 Uhr am Dienstagabend konnte die Einsatzleitung „Feuer aus“ melden. Genauso groß war die Herausforderung, die betagten 96 Bewohnerinnen und Bewohner aus dem "kritischen Gebäude" zu holen und sie in anderen Einrichtungen unterzubringen. 80 Prozent von ihnen seien auf Rollstühle und Rollatoren angewiesen, so der Feuerwehrsprecher, und das sei eine besondere Herausforderung bei der Evakuierung. In der Turnhalle Delfter Straße betreuten Helfer und Heimmitarbeiter die unverletzten Bewohner, insgesamt zählte die Feuerwehr 150 zu betreuende Personen.

Währenddessen versuchte die Heimstiftung, möglichst viele Unterkünfte zu finden. 25 Bewohner und ihre vertrauten Betreuer konnten in einem Pflegeheim in Ganderkesee untergebracht werden, erklärt André Vater. Sieben Bewohner wurden in Hotelzimmern untergebracht, einige blieben über Nacht bei ihren Familien, die restlichen wurden auf die Einrichtungen der Bremer Heimstiftung in der ganzen Stadt verteilt. Nachts um halb eins sei der Verbleib für die letzte Bewohnerin geklärt gewesen, berichtet André Vater.

Das Alten- und Pflegeheim besteht aus drei Gebäudeteilen, erklärt Vater: Im vorderen Teil befinden sich 20 Servicewohnungen, die nicht vom Brand betroffen waren und in die die Bewohner zurückkehren konnten. Im linken Teil befinden sich 50 Plätze der vollstationären Langzeitpflege, der ebenfalls wieder freigegeben worden ist. Nach Lüften, Reinigen und technischer Überprüfung sollen die Bewohner in den nächsten Tagen zurückkehren können. Die circa 40 Bewohner des rechten, durch den Brand und das Löschwasser zerstörten Gebäudeteils, bei dem es sich um Servicewohnungen handelt, werden vorerst in anderen Einrichtungen der Heimstiftung bleiben, wo unter anderem Altenpflegeschülerinnen und -schüler aushelfen. Die Bremer Heimstiftung beherbergt laut Vater 3000 Bewohner und beschäftigt 2600 Mitarbeiter.

++ Dieser Artikel wurde um 19.21 Uhr aktualisiert ++


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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