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Feuer auf dem Museumsschiff "Seute Deern" in Bremerhaven

Nina Willborn und Vanessa Ranft 16.02.2019 1 Kommentar

Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer im Inneren des Dreimasters über mehrere Stunden.
Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer im Inneren des Dreimasters über mehrere Stunden. (nonstopnews)

Der historische Großsegler „Seute Deern“ ist bei einem Feuer in der Nacht zu Sonnabend schwer beschädigt worden. Erst in den frühen Morgenstunden hatten die Feuerwehrleute den Schwelbrand unter Kontrolle. Menschen wurden nicht verletzt. Wie hoch der Schaden ist, ist noch nicht klar, ebenso wenig die Brandursache. „Wir sind schockiert und betroffen, aber das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde“, sagte Konrad Otten, Kaufmännischer Geschäftsführer des Deutschen Schifffahrtsmuseums. Die Stadt Bremerhaven hatte dem Museum die „Seute Deern“ 1972 zur Gründung geschenkt. Zusammen mit der Bremer Hansekogge von 1380 gehört der Windjammer zum Weltkulturerbe.

Die Einsatzkräfte waren am Freitagabend gegen 22.30 Uhr in den Alten Hafen gerufen worden, nachdem im Restaurant des Schiffes Rauch bemerkt worden war. Die Mitarbeiter brachten die Gäste von Bord und auch sich selbst in Sicherheit. Flammen waren laut Feuerwehrsprecher Stefan Zimdars zunächst nicht zu sehen, allerdings eine starke Rauchentwicklung und Feuerschein durch die Außenverkleidung des Rumpfes auf der Wasserseite. Der Schwelbrand hatte sich dort in einem Hohlraum zwischen Innen- und Außenwand ausgebreitet, was den Einsatz der insgesamt 75 Feuerwehrleute, die teils nur mit schwerem Atemschutz arbeiten konnten, erschwerte.

Damit die Helfer an das Feuer herankommen konnten, stellte das Technische Hilfswerk ein spezielles Boot und einen Ponton zur Verfügung. Während des Einsatzes wurde entschieden, ein spezielles Löschsystem von der Feuerwehr Cuxhaven einzusetzen und mit Motorsägen Löcher durch Deck und Bordwände zu sägen, um sie anschließend zu fluten. „Anders wären wir nicht an die Glutnester gelangt“, sagte Zimdars. Die Feuerwehr versuchte dabei, den Schaden an der 100 Jahre alten Dreimastbark so gering wie möglich zu halten.

Hoffen auf Weiterführung des Restaurantbetriebs

Voraussichtlich bis zu diesem Sonntag bleiben noch acht Feuerwehrleute als Brandwache an Bord, um Ausschau nach möglichen weiteren Glutnestern zu halten. Danach beginnt die Suche. Die Kriminalpolizei wird Ermittlungen aufnehmen. Das Restaurant bleibt bis auf weiteres geschlossen. „Es tut uns furchtbar leid für den langjährigen Pächter des Restaurants, Jens Schmidt, und sein gesamtes Team“, sagte Otten. Schmidt selbst weist darauf hin, dass alle Reservierungen storniert werden müssen. „Wir hoffen, dass wir den Restaurantbetrieb weiterführen können. Sobald hier eine Entscheidung gefallen ist, werden wir unverzüglich darüber informieren“, sagte der Pächter.

Die „Seute Deern“, die als eines der Wahrzeichen von Bremerhaven gilt, war allerdings schon vor dem Brand ein Sanierungsfall. 1919 war sie als „Elizabeth Bandi“ in den USA vom Stapel gelaufen und 1938 nach Hamburg verkauft worden, wo sie ihren heutigen Namen bekam. Seit 1966 liegt die Bark an ihrem derzeitigen Liegeplatz. Die „Seute Deern“ gilt als größter noch im Original erhaltener Frachtsegler aus Holz – dieses Material sorgt auch für die Probleme des Schiffes. Erst im Sommer hatte der Bund zugesagt, sich mit 17 Millionen Euro an der dringend nötigen Instandsetzung des undichten Rumpfes, aus dem pro Tag rund 150 000 Liter Wasser gepumpt werden müssen, zu beteiligen. Die andere Hälfte der insgesamt 32 Millionen Euro teuren Sanierung tragen das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven.

++ Diese Meldung wurde um 16.33 Uhr aktualisiert. ++


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...
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