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Feuerwehr fordert mehr Aufklärung über Kohlenmonoxid

Antje Stürmann 12.02.2018 2 Kommentare

Nach mehreren Vorfällen, bei denen Menschen durch Kohlenmonoxid verletzt wurden oder starben, rät die Bremer Verbraucherzentrale zum Einbau von Kohlenmonoxid-Meldern.
Nach mehreren Vorfällen, bei denen Menschen durch Kohlenmonoxid verletzt wurden oder starben, rät die Bremer Verbraucherzentrale zum Einbau von Kohlenmonoxid-Meldern. (dpa)

Es ist geruchlos, unsichtbar und in größeren Mengen tödlich: Kohlenmonoxid. Am Wochenende hatten in Farge acht Menschen beim Grillen in einem Keller zu viel Kohlenmonoxid eingeatmet, einige waren lebensgefährlich verletzt worden. Ihnen geht es nach Angaben der Polizei besser. Weniger Glück hatte eine vierköpfige Familie in Esslingen bei Stuttgart, die eine Woche zuvor ums Leben kam. In ihrem Haus hatte sich laut Ermittlern aus noch ungeklärten Gründen ein Rohr zwischen Heiztherme und Kamin gelöst – nach Angaben der Polizei eine mögliche Ursache für die tödliche Kohlenmonoxidkonzentration. Damit es soweit nicht kommt, raten die Bremer Verbraucherzentrale und die Feuerwehr zum Einbau von Kohlenmonoxid-Meldern.

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„Diese Geräte messen die Kohlenmonoxid-Konzentration im Raum und schlagen Alarm, wenn diese zu hoch ist“, erklärt Energieberaterin Inse Ewen von der Verbraucherzentrale. Die Melder gehörten in Räume, in denen gasbetriebene Geräte stehen. Kohlenmonoxid entsteht beim Verbrennen von Kohle und Gas. „Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist ein schleichender Prozess, den man nicht wahrnimmt“, warnt Ewen. Das Gas blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut, der Mensch wird bewusstlos und erstickt. Da die Warnzeichen des Körpers, etwa Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, oft nicht einsetzten, könne ein Kohlenmonoxid-Melder Leben retten. Die Geräte sind laut Ewen ab 20 Euro im Fachhandel und im Internet zu haben, ihre Installation ist freiwillig.

Heizungswartung: "Wir merken, dass Hausbesitzer gern schludern"

Insa Ewen erinnert Hausbesitzer auch an die regelmäßige Wartung ihrer Heizung. „Wir merken, dass Hausbesitzer dabei gern schludern“, so die Beraterin. „Gerade dann passieren Unfälle.“ Fachwissen sei beim Einbau einer Dunstabzugshaube gefragt, wenn diese in der Nähe einer Gasheizungsanlage installiert werden soll. „Gegebenenfalls sollte man den Heizungswartenden oder den Schornsteinfeger fragen, was zu beachten ist.“ Der Schornsteinfeger könne auch Tipps geben, was einer Kohlenmonoxid-Vergiftung vorbeuge: Wenn die Türen vom Kamin nicht richtig schließen, könne er sie womöglich richtig einstellen. Der Schornsteinfegermeister und technische Landesinnungswart, Harald Eickhoff, sagt: „Im Land Bremen sind gleichbleibend 8 bis 10 Prozent der Heizungsanlagen in einem Zustand, bei dem ich die Rote Karte zücken muss.“ Zieht das austretende Kohlenmonoxid ab, bleibe es ungefährlich. „Kommen andere Faktoren wie unzureichende Luftzufuhr durch sehr dichte Fenster hinzu, kann es schnell gefährlich werden.“ Eickhoff weist deshalb darauf hin, dass der Schornsteinfeger über Neueinbauten informiert werden muss – auch wenn sie sich in einem anderen Raum befinden. Um die Hundert Mal jährlich drehen er und seine Kollegen im Land den Gashahn zu, die Anlagen müssen repariert werden. Kunden, die sich weigern, nehme die SWB notfalls vom Netz.

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Kohlenmonoxid-Vergiftungen mit tödlichem Ausgang seien in Bremen und Bremerhaven selten, sagt Inse Ewen. Viel häufiger komme es vor, dass Geräte unsachgemäß benutzt würden – die ausgemusterte Heizungsanlage im Parzellenhaus oder der Grill im Keller. Harald Eickhoff glaubt: „Den Menschen sind viele Gefahren nicht bewusst.“ Das meint auch der Sprecher der Bremer Feuerwehr, Michael Richartz. Acht Mal musste die Feuerwehr 2017 zu Einsätzen in Verbindung mit Kohlenmonoxid ausrücken. Die Anlässe ähneln sich von Jahr zu Jahr: defekte Heizung, kaputte oder selbst gebaute Öfen in Shisha-Bars, Grillgeräte in der Wohnung. „Auch wenn die Kohle im Grill nicht qualmt, entstehen giftige Gase.“ Oft handele es sich um Menschen aus wärmeren Ländern, die versuchten, Freiluftaktivitäten ins Haus zu verlegen, so Richartz. Wie bei der Grillparty im Keller. Der Feuerwehrsprecher setzt auf Prävention, es fehle an Aufklärung.

Die Gewoba als größter Vermieter verweist auf die Hausordnung, die Holzkohlegrills im Haus verbietet. Mit der regelmäßigen Wartung der Heizanlagen beuge die Wohnungsbaugesellschaft Unfällen vor, so Sprecherin Meike Gründling.

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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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