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50 Millionen Euro für Brückenbau
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Großbaustelle Hemelingen

Christian Hasemann 13.08.2018 2 Kommentare

Die fast 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke über die Zeppelinstraße muss ersetzt werden. 70 Meter weiter westlich soll bis 2022 eine neue Brücke entstehen.
Die fast 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke über die Zeppelinstraße muss ersetzt werden. 70 Meter weiter westlich soll bis 2022 eine neue Brücke entstehen. (Petra Stubbe)

Es soll doch bitteschön die große Lösung sein. So in etwa lässt sich die Stimmung des Beirats Hemelingen zum geplanten Neubau der Eisenbahnbrücke an der Zeppelinstraße und zu den geplanten Haltenpunkten "Föhrenstraße oben" und "Föhrenstraße unten" sowie dem Bahnhof Hemelingen zusammenfassen. Ob die gewünschten großen Lösungen kommen, ist fraglich. Klar ist nach den Vorträgen der Referenten der Deutschen Bahn und des Verkehrssenators im Hemelinger Beirat aber vor allem eins: Auf Hemelingen kommen große und schwierige Bauarbeiten zu. Diese werden nicht nur zu Umstellungen, Veränderungen und zeitweisen Sperrungen im Straßen-, Bahn- und Zugverkehr führen, sondern auch durch Lärm die Nerven der Hemelinger strapazieren.

Beispiel Zeppelinstraße: Die inzwischen fast 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke lässt sich nicht mehr sanieren und wird etwa 70 Meter weiter westlich neu gebaut. Den Grund für die Verlegung, nannte Jan-Willem Jahn von der DB Netz, die für die Planungen verantwortlich ist: "Die beste Möglichkeit ist ein neuer Tunnel, um nicht sperren zu müssen." Sprich: Während an einer Stelle schon der neue Tunnel gebuddelt wird, kann zumindest der Straßenbahn- und Autoverkehr noch durch den alten Tunnel geführt werden. Ganz ohne Sperrungen und Umleitungen werden die Arbeiten allerdings nicht möglich sein.

Eine Reihe von Schwierigkeiten

Für den Projektplaner gibt es eine Reihe von Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen: Es gibt ein sehr enges Baufeld und einen schwierigen Baugrund mit hohem Grundwasserspiegel, mehrere Weichen befinden sich in unmittelbarer Nähe, und diverse Leitungen von Telekommunikationsanbietern und Kanalanlagen müssen verlegt werden. Inzwischen hat die Genehmigungsplanung begonnen, das heißt, dass im nächsten Schritt die Aufsichtsbehörde, in diesem Fall das Eisenbahnbundesamt, den Plänen zustimmen muss. Allerdings: Durch neue Zahlen zur Streckennutzung wird der Schallschutz angepasst werden müssen. Für die Hemelinger eine gute Nachricht, denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur zur Sebaldsbrücker Heerstraße, sondern auch zur Straße Am Sebaldsbrücker Bahnhof und zum ehemaligen Könecke-Gelände Schallschutzwände entstehen.

Mit in den Neubau fließen auch die Pläne für die neuen Haltepunkte an der Föhrenstraße ein. "Ein Bahnsteig für den neuen Haltepunkt wird auch auf der neuen Brücke laufen", sagte Jan-Willem Jahn. Damit werde mehr Geld ausgegeben als eigentlich notwendig. 2019 sollen die vorbereitenden Baumaßnahmen beginnen und 2022 abgeschlossen sein. Für absehbaren Ärger werden notwendige nächtliche Arbeiten sorgen. Diese ließen sich nicht vermeiden, sagte Jan-Willem Jahn und versprach Entschädigungen für nächtlichen Baulärm.

Für viel Ärger sorgte in den vergangenen Jahren der Tunnelbereich der Eisenbahnüberführung. Bei Starkregen lief er gerne voll und genauso gerne fuhren sich Lastwagen in dem niedrigen Tunnel fest. Das Volllaufen wird nach dem Neubau sehr selten und das Festfahren gar nicht mehr vorkommen können, so jedenfalls die Aussage von Michael Osigus vom Ingenieurbüro Hiller und Begemann, das die Planungen im Straßenbereich begleitet. "Für das Bauwerk wird eine komplett neue Pumpenanlage gebaut, die das Wasser in einen Vorfluter und dann bei Hansewasser einspeist." Es sei schon eine problematische Ecke, "das Wasser steht uns bis zum Hals", aber das sei in die Planungen mit einberechnet. Da die Schienen nicht höher gelegt werden können, muss die Straßendecke samt Trassen für die Straßenbahnen und Rad- und Fußwege in den Untergrund wandern. "Maßgeblich ist für uns die Straßenbahn und da müssen es fünf Meter Durchfahrtshöhe sein", sagte Michael Osigus. Das sei auch für jeden LKW ausreichend. "Da muss sich keiner Sorgen machen, dass da wieder ein LKW hängen bleibt." Insgesamt wird der neue Tunnel knapp zweieinhalb Meter tiefer liegen als der bisherige.

Sinnvoll nur, wenn Knotenpunkte verbunden werden

Ralf Bohr erinnerte an den Verkehrsentwicklungsplan, der mittelfristig unter anderem einen höheren Takt der Regionalverbindungen Richtung Verden/Hannover vorsieht: "Gibt es Platz für ein drittes Gleis?" Der Hintergrund: Für einen höheren Takt bräuchte es einen dreispurigen Ausbau der Bahnstrecke Bremen-Verden. Es gebe keine Bestellung für ein drittes Gleis, so Jan-Willem Jahn. "So etwas macht auch nur Sinn, wenn man ganze Knotenpunkte verbindet." Gleichwohl ließen die Planungen Platz für eine weitere, eingleisige Brücke. Eine Antwort, die Ralf Bohr nicht zufriedenstellte. "Da sollte man doch Nägel mit Köpfen machen und gleich für die Zukunft bauen!" Aus Sicht der Verkehrsbehörde sei eine Erhöhung des Taktes nach wie vor erstrebenswert, ergänzte Christian Weiß. "Aber dafür bräuchten wir das dritte Gleis. Für die Infrastruktur ist aber der Bund zuständig. Deswegen war es uns wichtig, dass zumindest die Möglichkeit für einen weiteren Brückenbau gegeben ist."

In unmittelbarer räumlicher und auch zeitlicher Nähe zum neuen Zeppelintunnel entstehen an der Föhrenstraße zwei neue Haltepunkte: "Föhrenstraße unten" an der Bahnstrecke Bremen-Verden und "Föhrenstraße oben" an der Strecke Bremen-Osnabrück. "Die Haltepunkte entstehen im direkten Anschluss an die neuen Eisenbahnbrücken Zeppelinstraße und Föhrenstraße", erklärte Christian Weiß. Im Falle der Föhrenstraße wäre dies an der Straße Quintschlag und direkt auf der gegenüberliegenden Seite, wo derzeit noch Autos parken. Der Bahnhof Hemelingen wandert nach derzeitigem Stand ein Stück nach Süden an die Hemelinger Rampe. Damit soll eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und Barrierefreiheit hergestellt werden, sagte Weiß. Die vom Beirat und auch von der Behörde favorisierte große Lösung an der Marschstraße (ein kompletter Neubau) ist dagegen vom Tisch: Sie ist zu teuer. 


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Leserkommentare
kretzschmar am 23.10.2019 15:04
So sieht das aus, 9 Millionen arbeiten im niedrig Lohn Bereich, (Mindestlohn) das sind die zukünftigen Renten Aufstocker. Was eigentlich eine ...
holger_sell am 23.10.2019 14:58
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