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„Hauptsache, Rock ’n’ Roll“

Kim Torster 16.06.2019 0 Kommentare

Karsten "Karsi" Müller ist 52 Jahre alt und Inhaber des Restaurants Rock & Wurst Am Dobben. In seinem Leben besaß er schon mehr als 20 Fahrräder, wobei ihn der Beach-Cruiser am längsten begleitet.
Karsten "Karsi" Müller ist 52 Jahre alt und Inhaber des Restaurants Rock & Wurst Am Dobben. In seinem Leben besaß er schon mehr als 20 Fahrräder, wobei ihn der Beach-Cruiser am längsten begleitet. (Christina Kuhaupt)
Das erste Mal auf zwei Rädern

Ich war drei Jahre alt und hatte vom Nachbarn ein kleines Fahrrad mit Stützrädern geliehen. Aber das hat so gekippelt und sich durch die Stützräder immer zur Seite geneigt, dass ich das irgendwie unbequem fand. Und so habe ich eigentlich von Anfang an geübt ohne Stützräder zu fahren, das hat auch recht gut geklappt. Mein Vater hat mich dabei unterstützt. Ich habe immer stur nach vorn geguckt und dann irgendwann gemerkt: Ich fahr ja ganz allein.

Das aktuelle Fahrrad

Das ist ein Dyno-Cruiser von 1998. Ursprünglich hat das meiner Frau gehört. Ihr wurde es dann aber zu unbequem und ich habe es übernommen. Das Modell „Dyno-Matic“ ist gerade bei Cruiser-Kennern heiß begehrt, weil es ihn in der Form gar nicht mehr gibt. Ab und zu treffe ich mal auf solche Kenner, die das dann immer bewundern, aber mir sagen, dass ich es besser pflegen sollte. Aber es steht bei mir eben 365 Tage im Jahr draußen. Anfang der 2000er-Jahre hat man derartige Räder in Deutschland kaum bekommen. Als Kind habe ich schon davon geträumt so ein tolles Fahrrad zu haben. Man hat das in den US-amerikanischen Filmen immer gesehen. Ich mache daran nur das Nötigste, aber es ist sehr zuverlässig. Größere Reparaturen gab es auch kaum bisher.

Die schönste Tour

Ich fahre gerne mit meiner neunjährigen Tochter durch den Bürgerpark, zum Stadtwalt, zum Unisee oder mal durch’s Blockland. Eine Lieblingstour habe ich nicht. Als sie noch ganz klein war und gerade selber sitzen konnte, ist sie im Kindersitz am Lenker meines Cruisers mitgefahren. Das sah natürlich ein bisschen merkwürdig aus.

Die Vorgängermodelle

Ich hatte sicher an die 20 Fahrräder in meinem Leben. Ich habe immer mal wieder gewechselt. Auch, weil ich früher gerne und viel an Fahrrädern rumgebastelt habe. Dann habe ich auch mitunter Fahrräder geschenkt bekommen, die ich wieder hergerichtet habe oder ich habe verschiedene Fahrradtypen ausprobiert. Mal ein Rennrad, klassisches Herrenfahrrad oder Mountainbike. Der Cruiser ist das Rad, das ich am längsten habe und eigentlich auch am liebsten mag.

Der letzte Diebstahl

Das letzte war ein Mountainbike, das ich selber restauriert, lackiert und aufwendig gestaltet habe. Ich hatte das drei Tage und dann wurde es mir direkt vor der Haustür geklaut. Da habe ich mich wirklich geärgert. Das war in den 90er-Jahren und jetzt habe ich ein gutes Schloss.

Die Lieblingsstrecke

Ich bin zu 80 Prozent im Viertel unterwegs. Besonders im Viertel lässt sich der Cruiser nämlich sehr gut fahren. Das Rad hat dicke Ballonreifen, damit kann man über Kopfsteinpflaster fahren ohne komplett durchgeschüttelt zu werden und auch für die Straßenbahnschienen ist das gut, weil man da nicht so leicht reinglitscht. Auch an der Ampel muss ich nicht absteigen, weil ich mit dem Fuß bequem unten ankomme. Es ist das ideale Viertelfahrrad.

Der ausgefallenste Fahrradschmuck

Ich habe keinen Fahrradschmuck, da bin ich eher so der Minimalist. Je weniger dran ist, umso schöner finde ich es. Sattel, Lenker, Rahmen, Felgen – das war’s. Früher habe ich meine Fahrräder umlackiert, aber jetzt mag ich es original. Eine gewisse Patina darf ein Fahrrad haben.

Die am häufigsten gefahrene Strecke

Durch’s Viertel. Da bin ich gern. Und drei bis viermal pro Woche fahre ich mit dem Fahrrad auch zur Arbeit, aber das ist nicht weit. Von der Hamburger Straße bis zum Dobben.

Der schlimmste Unfall

Vor zwei Jahren, so im Oktober, bin ich nachts mit dem Fahrrad nach Hause gefahren und auf einem nassen Blätterhaufen ausgerutscht. Den habe ich nicht gesehen. Dann bin ich von der Bordsteinkante gekippt und auf den Kopf geknallt. Meine Brille war kaputt und ich hatte eine Schramme an der Schläfe, aber mehr habe ich nicht abbekommen. 

Beach-Cruiser-Fahrradfahrer sind …

… oft sehr sorgsam im Umgang mit ihrem Cruiser. Die haben auch allerlei Zusatzausstattung. Wenn die meinen sehen, fragen die sich, wie man das gute Fahrrad so verkommen lassen kann. Aber ich finde es ja gerade gut so. Und das sind in den meisten Fällen USA-Fans. Da zähle ich mich eigentlich gar nicht zu, aber ich mag eben die Form. Da sind sicher auch viele Rockabilly-Fans bei, ich komme eher aus der Ecke Punkrock – vielleicht sieht mein Fahrrad deshalb so aus, wie es aussieht. Hauptsache, Rock ’n’ Roll.

Ich fahre gerne Fahrrad, weil …

… es das ideale Fortbewegungsmittel ist. Man kommt schnell voran, es ist umweltfreundlich, es ist günstig und man tut noch ein bisschen was für seine eigene Gesundheit. Das Fahrrad ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit.

Fahrradfahren in Bremen ist…

…teilweise super und teilweise total schrecklich. Eine Hassliebe. Eigentlich ist das Fahrradnetz ganz gut, aber an manchen Stellen ist es unübersichtlich und schwierig. Es ist eine Mischung aus beidem.

Die Fragen stellte Kim Torster.

Zur Person

Karsten „Karsi“ Müller

ist 52 Jahre alt und Inhaber des Restaurants Rock & Wurst Am Dobben. In seinem Leben besaß er schon mehr als 20 Fahrräder, wobei ihn der Beach-Cruiser am längsten begleitet. Neben dem Beach-Cruiser hat Karsi Müller noch drei weitere Fahrräder.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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