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Arbeitsminister zu Besuch in Bremen
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Hubertus Heil fordert mehr Frauen in technischen Berufen

Jonas Mielke 08.03.2019 3 Kommentare

Arbeitsminister Hubertus Heil war zu Besuch beim Raumfahrtunternehmen OHB. Er forderte mehr Unterstützung für weibliche Fachkräfte.
Arbeitsminister Hubertus Heil war zu Besuch beim Raumfahrtunternehmen OHB. Er forderte mehr Unterstützung für weibliche Fachkräfte. (Frank Thomas Koch)

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat bei seinem Besuch in Bremen für mehr Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen geworben. „Wir müssen insgesamt alle Talente in diesem Land zur Entfaltung bringen“, sagte Heil im Rahmen einer Veranstaltung beim Raumfahrtunternehmen OHB. „Das betrifft auch die Talente von jungen Frauen.“ Man müsse für die sogenannten Mint-Berufe allgemein mehr Interesse wecken, und deutlich machen, dass Frauen tatsächlich alles erreichen können, sagte Heil.

Der SPD-Minister besuchte am Weltfrauentag gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Sarah Ryglewski (SPD) das Bremer Unternehmen OHB, um sich über die Initiative „Die Astronautin“ zu informieren. Das Ziel des Projektes ist es, im Jahr 2020 die erste deutsche Astronautin ins All zu bringen. Eine der beiden potenziellen Astronautinnen, die promovierte Astrophysikerin Suzanna Randall, sprach vor etwa 60 OHB-Mitarbeiterinnen sowie dem Vorstandsvorsitzenden Marco Fuchs und der Firmengründerin Christa Fuchs über ihre Funktion als Vorbild.

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Sie finde es toll, dass sie nun die Möglichkeit habe, „den ganzen tollen Frauen, die in der Technik und der Naturwissenschaft arbeiten, ein Gesicht zu geben.“ Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ryglewski sagte: „Es muss eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass nach elf deutschen Männern im All auch endlich mal eine Frau nach da oben fliegt.“

Heil betonte, wie wichtig eine Astronautin als Vorbild für junge Mädchen sei. „Man muss ganz früh anfangen, Klischees zu durchbrechen und Neugierde, auch bei jungen Mädchen, für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu wecken“, sagte er.

Arbeitsminister begrüßt Mint-Aktionsplan

Der Arbeitsminister begrüßte am Rande seines Besuchs gegenüber dem WESER-KURIER daher auch den Mint-Aktionsplan des Bundesforschungsministeriums, der vor wenigen Wochen verabschiedet wurde. Mit der Initiative will die Bundesregierung dem Fachkräftemangel in technischen Berufen entgegenwirken. Denn die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erhobene Fachkräftelücke in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) wird laut einem Bericht des „Handelsblatts“ immer größer. Zum Ende des Jahres 2018 seien demnach fast eine halbe Million Stellen in Deutschland unbesetzt gewesen. 

Der Plan von Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht vor, 55 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 in vier Handlungsfelder zu investieren. Unter anderem sollen regelmäßig stattfindende, betreute Angebote für zehn bis 16-Jährige das Interesse an Mint-Berufen bei Kindern und Jugendlichen erhöhen. Das Ministerium plant außerdem, die Ausbildung von naturwissenschaftlich-technischen Fachkräften stärker zu unterstützen und eine spezielle Förderung für Mädchen und Frauen in Mint-Berufen.

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Darüber hinaus soll eine Internetplattform geschaffen werden, um bereits bestehende Initiativen aus der Wirtschaft oder von Verbänden besser zu vernetzen. „Wenn Deutschland weiterhin in Wissenschaft, Forschung und Innovation zur Spitze gehören will, brauchen wir mehr Menschen, die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern“, schreibt Karliczek im Vorwort des Aktionsplans. „Das ist eine sehr wesentliche Initiative“, sagte Arbeitsminister Heil. Sie knüpfe an weitere Projekte an, die bereits aus Bundesmitteln gefördert werden. Über die Höhe der Investition im Rahmen der Maßnahmen sagte der SPD-Politiker: „Das ist sicherlich nur ein Anstoß.“ 

Gesellschaftliche Strukturen verantwortlich für geringen Frauenanteil

Den Grund für den geringen Frauenanteil in Mint-Berufen sieht Marion Scott, bei OHB unter anderem zuständig für die Personal-Rekrutierung, vor allem in den gesellschaftlichen Strukturen. Diese würden Mädchen und junge Frauen häufig schon früh davon abbringen, sich für eine technische Karriere zu entscheiden.

Über den Vorstoß des Forschungsministeriums sagt sie: „Es ist auf alle Fälle ein Anfang.“ Man müsse dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich wesentlich mehr Aufmerksamkeit widmen. „Es gibt aus meiner Sicht immer noch viel zu wenig Mint-Schulen, die das ja im Prinzip aktiv mitbetreuen, egal ob für Jungen oder für Mädchen.“ Die Politik sei auf einem guten Weg, es gebe dennoch viel Luft nach oben.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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