Wetter: bedeckt, 9 bis 15 °C
Tiny Houses, Retrocamper und Schäferhütten
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Indoor-Hostel-Camp eröffnet in der Überseestadt

Imke Wrage 07.02.2019 1 Kommentar

Mathew Schmidt hat die Tiny Houses, Retrocamper und Holzhütten im neuen Indoor Hostel Camp gestaltet.
Mathew Schmidt hat die Tiny Houses, Retrocamper und Holzhütten im neuen Indoor Hostel Camp gestaltet. (Frank Thomas Koch)

Tiny Houses, Retrocamper und Schäferhütten: Das sind nur einige der elf ungewöhnlichen Unterkünfte, in denen Touristen ab dem 1. März in der Bremer Überseestadt nächtigen können. Im neuen „Hafentraum“ erwartet sie kein mehrstöckiger Hotelbunker, kein Boxspringbett, kein Hostel mit Hochbett Typ Buche rustikal. Stattdessen: Übernachtung in Zeltplatzatmosphäre, aber ohne Angst vor Krabbeltierchen, Wind und Wetter. Sozusagen Campen für Softies.

Jede Schlafeinheit hat ein Dach über dem Dach – nämlich das einer ehemaligen Lagerhalle gegenüber des Hafenmuseums. In der Cuxhavener Straße haben die Geschäftsführer Claudia Geerken und Ulrich Möllmann das nach eigenen Angaben erste Indoor-Hostel-Camp Norddeutschlands gebaut. Ganz neu ist die Idee des sogenannten Indoor-Campings nicht. Vergleichbare Ableger gibt es schon in Bonn und Berlin, dort können Gäste im „Basecamp“ und im „Hüttenpalast“ jeweils überdacht in ausgefallenen Kojen übernachten.

"Fühlt sich direkt wie Urlaub an"

„Genau davon haben wir uns inspirieren lassen. Wir waren in Berlin und haben gedacht: Das brauchen wir in Bremen auch“, sagt Geerken am Donnerstag bei einer „Baustellenparty“ mit Würstchen im Schlafrock, Sekt zu musikalischer Einlage und einer anschließenden Führung mit „Chefdesigner“ Matthew Schmidt durch die Schlafeinheiten. Wenn alles fertig ist, sollen dort bis zu 33 Gäste, pro Koje zwischen einer und sechs Personen, übernachten können. 

Eigentlich ist Mathew Schmidt kein klassischer Chefdesigner, sondern eher der Typ Seemann. Als Mitarbeiter einer Werft habe er die ganze Welt bereist, sagt der 49-Jährige. Er habe unter anderem in Finnland, Griechenland und Peru gearbeitet, sei in Italien, Mexiko und Vietnam unterwegs gewesen. Das neue Hostel-Camp sei deshalb auch ein Stück weit sein eigener „Hafentraum“. Denn was er in den Ländern gesehen und erlebt hat, sagt er, habe er nun mit nach Bremen, seinen Heimathafen gebracht.

Jede Hütte und jeder Wagen trägt deshalb den Namen eines der Länder und ist entsprechend dekoriert, sagt Schmidt und nimmt auf einem Bett in Griechenland Platz – seinem persönlicher Favoriten. Er habe dort viele Freunde gefunden, möge das entspannte Naturell der Menschen, ihre Trinkfestigkeit. „Fühlt sich direkt wie Urlaub an.“ Damit sich die Gäste fortan ähnlich wohl fühlen, hängen Bilder vom Parthenon-Tempel und von hellenistischen Vasen an der Wand.

Bis die ersten Softcamper – den Inhabern zufolge „eventfreudige Gruppen und Familien“ – im März in den griechischen Hafen einlaufen können, will das Team um Geerken und Möllmann noch einiges tun. Türen fehlen noch, es muss gestrichen werden, auf dem Boden der ehemaligen Lagerhalle soll ein Steg aufgemalt werden, der die Tiny Houses, Holzhütten und Retrocamper wie in einem großen Hafen miteinander verbindet. Denn, so die Idee der Geschäftsführer: „Jede Unterkunft stellt ein Schiff dar, das im Hafen vor Anker liegt.“ Wenn es nach ihnen geht, dann sollen „die Gäste im Herzen der Überseestadt genauso zuhause sein wie in den Häfen der Welt.“ 

Übernachtung auf engem Raum

Das planen sie eigentlich schon seit 2017, sagt Geerken, doch erst kürzlich habe die Stadt den Umbau der Lagerhalle genehmigt. Die Zwischenzeit konnten sie nutzen, um an die alten Campingwagen und Holzhütten zu kommen, sagt Geerken. „Das war gar nicht so leicht.“ Viele der Wagen habe sie auf einem Onlineportal gefunden. „Richtige Raritäten.“ Um die nach Bremen zu holen, seien sie bis nach Berlin, nach Hof in Bayern und nach Gladbeck gefahren. „Wir wollten ältere, ausgefallene Modelle haben.“ Die durften außerdem nicht allzu groß sein. In der ehemaligen Lagerhalle in der Überseestadt ist (ziemlich) wenig Platz – eine Übernachtung auf so engem Raum ist nichts für jedermann.

Dass das bei den Touristen trotzdem ankomme, sind sich die Geschäftsführer sicher. Die Preise für eine Übernachtung variieren zwischen 27 und 65 Euro pro Person und pro Nacht. Schon jetzt seien einige der Unterkünfte ausgebucht, sagt Geerken. „Wir wünschen uns natürlich einen mordsmäßigen Andrang.“


Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 9 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/bedeckt.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Berichte aus den Bremer Stadtteilen
Sehen Sie in dieser Bildgalerie, wie facettenreich Bremens Stadtteile sind.
Was ist los in meiner Nachbarschaft? Welche Veranstaltungen finden in meinem Ortsteil statt und welche Debatten führen die Beiräte auf Stadtteilebene? Hier geht es zu den Inhalten des STADTTEIL-KURIER.
Entdecken Sie das historische Bremen
... die Teerhofinsel zu sehen.

Ob Bahnhof, Marktplatz, Weserstadion oder Schlachte: Das Bremer Stadtbild hat sich im Laufe der Zeit erheblich verändert. Wir berichten über vergessene Bauten, alte Geschichten und historische Ereignisse.

Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Aktueller Mittagstisch in Bremen
Traueranzeigen
job4u - Das Ausbildungsportal
job4u - Das Ausbildungsportal

job4u ist die regionale Plattform, wenn es um Lehren und Lernen geht. Neben dem WESER-KURIER, der Handelskammer und der Handwerkskammer Bremen machen sich hiesige Firmen für junge Leute stark. 

Sonderthemen aus den Stadtteilen
Sonderthemen aus den Stadtteilen
Anzeige