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Kripo ermittelt nach Explosion in Bremen-Huchting

Pascal Faltermann 28.06.2018

Die Explosion in Bremen-Huchting hat das Haus komplett zerstört.
Die Explosion in Bremen-Huchting hat das Haus komplett zerstört. (Florian Kater)

Tragödie in Huchting: Bei einer Explosion in einem Wohnhaus in dem Bremer Stadtteil sind am frühen Donnerstagmorgen drei Menschen ums Leben gekommen. Die heftige Detonation sprengte in der Reihenhaus-Siedlung große Teile eines Gebäudes weg. Dadurch starben eine 41-jährige Frau und ihr siebenjähriger Sohn.

In einem angrenzenden Haus konnte eine 70 Jahre alte Frau von den Einsatzkräften nur noch tot geborgen werden. Die Polizei ging am Nachmittag nicht mehr davon aus, dass noch weitere Menschen vermisst werden. Die Ursache blieb vorerst unklar. Vermutet wurde eine Gasexplosion, was die Ermittler aber noch nicht bestätigen. Der Sachschaden geht in die Millionenhöhe.

Zu der Explosion kam es nach ersten Erkenntnissen vermutlich im Dachgeschoss des Reihenendhauses an Kirchseelter Straße. Zwei angrenzende Häuser fingen ebenfalls Feuer. Die Trümmerteile des zerstörten Hauses trafen und beschädigten umliegende Häuser. Direkt neben dem Unglücksort zerstörten die Druckwelle und die Flammen eine Garage sowie einen Unterstand.

Ein Bild vom frühen Morgen, als der Brand noch nicht unter Kontrolle war.
Fotostrecke: Fotos: Haus explodiert in Bremen-Huchting

Ein davor stehendes Auto brannte völlig aus, bei weiteren Fahrzeugen zerbarsten die Fensterscheiben. Gegen 4.35 Uhr gingen die ersten Notrufe bei Feuerwehr und Polizei ein. Die eintreffenden Einsatzkräfte sahen die Flammen und die Rauchwolken am Morgen bereits von Weitem und forderten sofort Verstärkung an. „Es gab einen riesigen Rauchpilz, überall lagen Trümmer“, sagte Feuerwehrsprecher Michael Richartz. In solch einem Ausmaß habe er das noch nicht gesehen.

„Die Explosion war bedauerlicherweise beeindruckend enorm, wodurch das Haus bis auf die Grundmauern zerstört wurde“, so Richartz. Durch die Wucht der Explosion flogen Trümmerteile bis zu 100 Meter durch die Luft und wurden in Vorgärten, auf die Straßen und angrenzenden Häuser geschleudert. Dass dadurch nicht noch andere Menschen oder Bewohner der Nachbargebäude verletzt wurden, grenze an ein Wunder, sagte Feuerwehrsprecher Richartz.

Kriminalpolizei ermittelt zur Ursache

Insgesamt 25 Personen wurden am Morgen in Sicherheit gebracht. Eine Frau hatte Rauchgas eingeatmet und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Nachdem die Anwohner kurzzeitig wieder in ihre Wohnungen konnten, mussten sie diese wenig später wieder verlassen. Das komplette Gebiet musste weiträumiger abgesperrt werden, weil Gas ausgetreten war. Mitarbeiter der Stadtwerke sperrten daraufhin zwei Gasleitungen ab, auch der Strom wurde abgedreht.

Zur Ursache der Tragödie ermittelt die Kriminalpolizei, deren Leiter Daniel Heinke sich vor Ort selbst ein Bild machte. „Wir haben spezielle Ermittler für die Brandursache und die Todesursache vor Ort“, sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen. Ergebnisse gebe es frühestens am Freitag. „Das ist jetzt eine Sisyphusarbeit. Wir werden jeden Stein einzeln umdrehen müssen“, so Polizeisprecher Matthiesen. In der Nacht werde man den Tatort bewachen.

Während des gesamten Einsatzes waren bis zu 120 Einsatzkräfte der Bremer Feuerwehr in zwei Schichten mit 28 Fahrzeugen im Einsatz. Das Technische Hilfswerk (THW) war zudem mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Die Bremer Polizei schickte mit mehr als 20 Beamten ebenfalls ein Großaufgebot.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) äußerte sich am Nachmittag zu dem Vorfall und bekundete sein Beileid: „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer. Jetzt geht es darum, für die weiteren Betroffenen schnelle Unterstützung zu leisten. In diesem Zusammenhang danke ich Feuerwehr, Polizei und allen, die in dieser Situation umsichtig und beherzt geholfen haben.“

Immer wieder Unfälle in dieser Art

Immer wieder kommt es zu ähnlichen Unfällen. Eine heftige Explosion hatte in Wuppertal in der Nacht zum Sonntag, 24. Juni, ein Wohnhaus zerstört und fünf Menschen schwer verletzt. Insgesamt verloren dort rund 30 Menschen auf einen Schlag ihr Zuhause. Die Ermittler prüfen derzeit, ob ein Mieter – der ebenfalls verletzt wurde – möglicherweise eine Gasleitung absichtlich manipuliert hatte.

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Eine ähnlich schwere Explosion ereignete sich vor drei Jahren im schleswig-holsteinischen Itzehoe. Dabei wurde ebenfalls ein Wohnhaus komplett zerstört, vier Menschen kamen ums Leben. Der Unfall wurde ausgelöst, weil bei Bauarbeiten eine Gasleitung beschädigt worden war. Zwei Bauarbeiter mussten sich im Nachgang in einem Prozess verantworten – beide wurden Ende 2016 freigesprochen.

Für Aufsehen sorgte auch eine Gasexplosion in Hamburg in der vergangenen Woche. Verletzt wurde dabei niemand, allerdings wurde eine Straße aufgerissen und musste im Anschluss gesperrt werden. In Bremen riss am 20. November 2000 eine Gasexplosion in der Neustadt in Sekundenbruchteilen zwölf Menschen in den Tod.

++ Dieser Text wurde zuletzt erweitert um 19.32 Uhr. ++


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Leserkommentare
peteris am 20.10.2019 10:00
Premier Johnson ist "persönlich dagegen"
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Drei Briefe? Haben die ...
elfotografo am 20.10.2019 09:56
Was bezeichnet es denn, wenn der Kultursenator auf eine ihm gestellte Frage antwortet?
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