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Für Leistung in Schule und Ausbildung
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Leidenschaft für Mathematik

Elke Gundel 11.11.2017 1 Kommentar

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Liane Kluge (l.) und Anna Milena Weiershausen wurden ausgezeichnet. (Karsten Klama)

Für viele Schülerinnen und Schüler ist Mathe das Horror-Fach schlechthin. Anna Milena Weiershausen (18) und Liane Kluge (18) dagegen können davon gar nicht genug kriegen. Beide haben das Fach als Leistungskurs gewählt und damit ein super Abi hingelegt. Als Jahrgangsbeste wurden sie am Freitag von der Karl-Nix-Stiftung im Dorint Park Hotel zusammen mit weiteren 21 überdurchschnittlich guten Abiturienten und Ausbildungs-Absolventen geehrt.

Für Anna Milena Weiershausen, die an der Schule St. Johann ihr Abitur gemacht hat, waren die Feier und die Auszeichnung gewissermaßen ein Geburtstagsgeschenk. Denn die junge Frau ist am Freitag volljährig geworden. Für Mathe, erzählt sie, habe sie schon immer ein Faible gehabt.

Physik, ihr anderer Leistungskurs, sei für sie dagegen erst ab der 10. Klasse so richtig interessant geworden. „In der Oberstufe ging es deutlich stärker auch um theoretische Physik“, erklärt sie. Themen wie die Relativitätstheorie oder die Quantenphysik hätten sie besonders gefesselt.

Physik oder doch lieber Philosophie

Ihre Abi-Note liegt bei 1,0 (883 von 900 möglichen Punkten), seit etwa vier Wochen studiert die 18-Jährige nun Mathe an der Uni Göttingen. Die dortige Mathematik-Fakultät habe einen „total guten“ Ruf, bedeutende Mathematiker wie Carl Friedrich Gauß (1777-1855) und Felix Klein (1849-1925) haben dort studiert beziehungsweise gelehrt.

Ob sie im Nebenfach Physik oder doch lieber Philosophie studiere, habe sie noch nicht entschieden, sagt Anna Milena Weiershausen. Ihr hätten stets „sehr viele Fächer Spaß gemacht“, und überhaupt gehe es im Leben um mehr als um Fachwissen, betonte sie in ihrer Rede bei der Preisverleihung. Die gute Abiturnote sei bald gar nicht mehr wichtig. Stattdessen komme es darauf an, „Verantwortung in unserer Gesellschaft“ zu übernehmen.

Auch Liane Kluge hat ihr Abitur mit 1,0 (878 von 900 Punkten) abgeschlossen. An der Oberschule an der Egge hatte sie neben Mathe auch Biologie als Leistungskurs belegt. „Von Geburt an“, erzählt die junge Frau, habe die Mathematik sie gefesselt. Das Interesse an Zahlen liegt in der Familie: „Meine Eltern sind Banker.“

Eine Kombination aus Informatik und Mathe

Aber sie sei wohl diejenige, bei der die Liebe zur Mathematik am stärksten ausgeprägt sei. „Ich habe keine Kinderlieder gesungen, sondern das kleine Einmaleins aufgesagt“, sagt sie und lacht. Als Studienfach kam für sie deshalb natürlich nur Mathe infrage. Seit Mitte Oktober studiert Liane Kluge in Bremen „Techno-Mathematik“, das Fach sei eine Kombination aus Informatik und Mathe.

Ob sie eines Tages in der Wissenschaft oder der Wirtschaft arbeiten wird, habe sie für sich noch nicht entschieden. „Ich kann mir beides vorstellen.“ Schon zum 30. Mal hat die Karl-Nix-Stiftung dieses Jahr die besten Bremer Abiturienten und Ausbildungs-Absolventen ausgezeichnet – mit Urkunden und einem Preisgeld von jeweils bis zu 2500 Euro.

Jens-Uwe Nölle, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, ist wie Stiftungsgründer Karl Nix davon überzeugt, dass „Fleiß, Tüchtigkeit und Leistungsbereitschaft“ wichtige Tugenden sind. Auch in Bremen gebe es „tolle junge Menschen mit herausragenden Leistungen“ in Schule und Ausbildung. Dieses Engagement wolle die Stiftung unterstützen und würdigen.

Bildungssenatorin versprach Besserung

Umso bedauerlicher sei es, betonte Nölle, dass das Bremer Schulsystem seit Jahren bei nationalen und internationalen Vergleichen schlechte Zensuren bekomme. Die Bremer Schüler seien „genauso schlau und lernwillig“ wie die in Sachsen oder Bayern. Allerdings erhielten sie in Bremen nicht „die gleichen Chancen“.

Daher müsse „einiges ganz anders gemacht werden als bisher“, appellierte er an Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD), die erstmals an der Preisverleihung teilnahm. Wenn 36 Prozent der hiesigen Neuntklässler bei Kernkompetenzen wie dem Lesen nicht einmal den Mindeststandard erreichten, „dann muss in den Lehrplänen ,Darstellendes Spiel’ oder ,Kunst‘ ebenso lange in den Hintergrund treten, bis diese Grundlagen vermittelt“ worden sind, unterstrich Nölle.

Die Bildungssenatorin versprach Besserung. Zu diesem Zweck gelte es, einerseits die besonders benachteiligten Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen, aber andererseits „die Leistungsstarken nicht aus dem Blick zu verlieren“. Der Senat wolle dafür „einen dreistelligen Millionenbetrag“ einsetzen; ab 2018 stünden die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung.


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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

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