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Leidenschaft martitime Fotografie

Silke Hellwig 13.06.2019 0 Kommentare

Drei ganz unterschiedliche Fotos von Klaus Brandyk.
Drei ganz unterschiedliche Fotos von Klaus Brandyk. (Klaus Brandyk)

Klaus Brandyks Leben hat vor vielen Jahren eine kleine Schleife gebildet. Der 73-jährige Hobbyfotograf, dem neben dokumentarischen Bildern des Familienlebens vor allem maritime Motive am Herzen liegen, begann Mitte der 1960er-Jahre ein Redaktionsvolontariat. Arbeitgeber war die Norddeutsche Volkszeitung, ein Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeter Vorgänger der heutigen Norddeutschen.

Brandyk erinnert sich: „Der damalige Chefredakteur Hans-Joachim Gross ermöglichte mir, durch das Fotografieren zusätzlich etwas Geld zu verdienen.“ Das konnte Klaus Brandyk gut gebrauchen. Er war verheiratet und Vater von zwei kleinen Mädchen. „Das hatte zur Folge, dass ich Tag und Nacht am Polizeifunk hing und sofort losfuhr, wenn es etwas zu fotografieren gab.“

Fotostrecke: Schiffsparade bei der Maritimen Woche

So wurde Brandyk beispielsweise zum Zeitzeugen des Absturzes des Lufthansa-Flugs 005 am 28. Januar 1966 am Flughafen Bremen. Schauspielerin Ada Tschechowa sowie sieben Schwimmer des italienischen Olympia-Teams fanden in den Trümmern den Tod. Wie bei solchen Dramen üblich, gab es auch überregionales Interesse an Brandyks Fotos. Er verkaufte Motive an eine bekannte Illustrierte.

Doch bald kehrte er der Redaktion den Rücken, notgedrungen. „Ich musste das Volontariat leider zugunsten der Sicherung eines Familieneinkommens aufgeben“, sagt der Bremer. Auch für die Fotografie blieb wenig Zeit. Je erfolgreicher er in den folgenden Jahren aber als IT-Spezialist wurde, „desto mehr trat das Interesse an meinen Hobbys, Musik und Fotografie, in den Vordergrund, wobei mich insbesondere auch die fotografische Technik faszinierte.“ Er habe beim Fotografieren der technischen Präzisionsarbeit immer einen hohen Stellenwert beigemessen, sagt Brandyk.

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Der Hang zu seinen Lieblingsmotiven erkläre sich aus seiner Kindheit. „Schon als kleiner Junge habe ich fast täglich am Utkiek in Vegesack am Anleger gestanden. Ich habe dort täglich die Schiffsmeldeanlage besucht, wo ich sehr herzlich aufgenommen wurde. Einmal wurde ich sogar von einer Schlepperbesatzung mitgenommen. So konnte ich meine Beziehung zu der maritimen Welt nachhaltig entwickeln.“

Eine tragische Wendung brachte Klaus Brandyk dazu, sich noch intensiver dem Fotografieren zu widmen: 2008 erlitt er einen Schlaganfall. Er habe seine Arbeit als IT-Experte weitgehend aufgeben müssen. Auch seiner zweiten großen Leidenschaft, der Musik, habe er sich nicht mehr intensiv zuwenden können. Dabei war Brandyk einst Mitglied einer der ersten Rockbands in Bremen-Nord, den „Devils“, sowie diverser Shantygruppen und des „Schulschiff-Deutschland-Chors“. Das Fotografieren habe fortan einen herausragenden Stellenwert eingenommen.

Was macht ein perfektes maritimes Foto aus – neben einem ansprechenden Motiv? Das entscheide jeder Fotograf für sich, sagt Brandyk. Für ihn gelte: „Grundsätzlich sollte ein Foto inhaltlich und von der dynamischen Bildgestaltung her Spannung und Aufmerksamkeit erzeugen.“

Fotostrecke: So schön startete das Festival Maritim

Brandyk geht gezielt auf Fototour, fährt zum Schönebecker Sand, zum Industriehafen, nach Bremerhaven, Cuxhaven, zum Nord-Ostsee-Kanal.

Klaus Brandyk fotografiert für sich selbst – und ein gewisses weltweites Publikum: Er lädt Fotos auf eine Internet-Plattform für maritime Fotografie namens fleetmon.com. Dort tauschen sich Fotografen mit einem Faible für maritime Motive aus. Die Bilder werden laut Brandyk mit entsprechenden Aufnahmeparametern veröffentlicht. Durch den Austausch seien im Laufe der Zeit auch freundschaftliche Kontakte entstanden sowie gelegentliche Treffs mit anderen Fotografen. Man sieht sich – am Nord-Ostsee-Kanal.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...
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