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Zwischenbilanz zum Sicherheitsprogramm
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Mäurer sieht erste Erfolge am Bremer Hauptbahnhof

Ralf Michel 02.05.2019 7 Kommentare

Verstärkte Polizeipräsenz gehört ebenfalls zum Sicherheitsprogramm am Bahnhof. Derzeit noch mobil, bald aber durch eine neue Wache in einem Gebäude neben dem Überseemuseum.
Verstärkte Polizeipräsenz gehört ebenfalls zum Sicherheitsprogramm am Bahnhof. Derzeit noch mobil, bald aber durch eine neue Wache in einem Gebäude neben dem Überseemuseum. (Christina Kuhaupt)

Nicht schön für einen Hotelbetreiber, wenn ihm seine Gäste bescheinigen, im Prinzip sehr zufrieden mit ihrer Unterkunft gewesen zu sein. Dann aber anfügen, dass sie trotzdem nicht mehr wiederkämen. Klaus Prinke-Vesecky, Betreiber des „Edel Weiss“ am Bremer Hauptbahnhof, sagt, dass ihm dies schon mehrfach passiert ist. Die Gäste würden sich nicht sicher fühlen, wenn sie abends oder nachts zum Hotel kämen. Sie meinten damit zwar das Bahnhofsumfeld, würden dies aber auf sein Hotel übertragen, berichtet Prinke-Vesecky. Und ist damit mitten in der Diskussion um das Sicherheitsprogramm für den Bremer Hauptbahnhof und beim Projekt „Sichere und saubere Stadt“.

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Für den Bahnhofsvorplatz wurde ein neues Beleuchtungskonzept entwickelt.
Für den Bahnhofsvorplatz wurde ein neues Beleuchtungskonzept entwickelt. (Frank Thomas Koch)

Dank eines neuen Beleuchtungskonzepts sei der Bahnhofsvorplatz heller geworden, es wurden hochauflösende Videokameras installiert, die künftig rund um die Uhr von der Videoleitzentrale im Polizeipräsidium aus kontrolliert würden, die Bauarbeiten für eine neue, große Polizeiwache in dem Gebäude zwischen Bahnhof und Überseemuseum seien ebenfalls auf gutem Wege, am Gustav-Detjen-Tunnel wurde ein neuer Szenetreff eingerichtet, zählte Mäurer auf. Räumte allerdings ein, dass es sich zum Teil nur um erste Ansätze handelt: Der neue Szenetreff ist noch ein Provisorium, für die Videoanlage fehlt die Freigabe der Datenschutzbeauftragten, und die Bauarbeiten für die neue gemeinsam Wache von Bundes- und Landespolizei würden auch nicht ganz so schnell voranschreiten wie erhofft.

Ein Kinderspielplatz vor dem Überseemuseum?

Dafür sei ein anderer, für das Gelingen des gesamten Projektes entscheidender Schritt getan: Im März wurde der Verein „Attraktiver Bahnhof“ gegründet. In diesem Verein sitzen ausdrücklich keine Behördenvertreter, hier sind Anrainer, Geschäftsleute und Verkehrsbetriebe versammelt. „Wir haben mit dem Verein einen dauerhaften, verlässlichen Partner“, hob Mäurer dessen Bedeutung hervor. Das Projekt „Sichere und saubere Stadt“ könne nicht allein durch Senatsbeschlüsse umgesetzt werden. „Das geht nur mit Personen, die sich verantwortlich fühlen und das Projekt dauerhaft begleiten.“

Klaus Prinke-Vesecky ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins, zu dessen Vorstand auch Gabriele Müller gehört, Geschäftsführerin des Überseemuseums. Versuche, den Bereich vor dem Bahnhof attraktiver zu gestalten, habe es schon häufiger gegeben, sagte sie. Durch den Vorstoß des Innensenators habe das Ganze nun aber erstmals Dynamik und Struktur bekommen. „Eine Willkommenskultur auf dem Bahnhofsvorplatz zu erzeugen, in der sich alle wohlfühlen, die aber auch den bestehenden Bedürfnissen gerecht wird“, definierte Müller das Ziel aller Beteiligten und natürlich auch des neuen Vereins.

Dem gehören vorerst nur die zur Gründung notwendigen sieben Mitglieder an. Es gebe aber zahlreiche weitere Interessenten, berichtete Mäurer. Dazu gehören so gut wie alle Anrainer, darunter auch die DB Service. Ein erstes konkretes Projekt hat der Verein bereits im Fokus: die Umgestaltung der Grünfläche vor dem Überseemuseum. Vielleicht durch einen Kinderspielplatz, sagte Klaus Prinke-Vesecky.

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Was die „bestehenden Bedürfnisse“ betrifft, angesprochen sind damit vor allem Obdachlose sowie alkohol- und/oder drogenabhängige Menschen, will Innensenator Ulrich Mäurer „mit Augenmaß“ vorgehen. „Wir akzeptieren, dass es diese Personen gibt und wir wollen sie auch nicht vertreiben. Aber auch für sie gibt es Grenzen.“ Trinkgelage in den Wartehäuschen würden jetzt zum Beispiel konsequent unterbunden, ebenso das Campieren unmittelbar vor dem Haupteingang.

Regeln und Grenzen für alle

Als „größte Herausforderung des Projekts“ bezeichnete Jens Körber den Umgang mit der Bahnhofsszene. Körber fungiert als Projektkoordinator, wurde eigens für diese Aufgabe von der Bremer Polizei zur Innenbehörde abgeordnet. Es gebe in Bremen bereits umfangreiche Hilfsangebote für diesen Personenkreis, zugleich sei aber auch klar, dass man weitere Angebote bräuchte, insbesondere für die Drogenszene.

Eine Gratwanderung, betonte Körber, der in diesem Zusammenhang auf die enge Zusammenarbeit mit der Sozialbehörde, Hilfseinrichtungen, Streetworkern und Polizei verwies. Einerseits wolle man behutsam vorgehen, „nicht mit dem Holzhammer“. Andererseits könne man nicht alles zulassen. „Auch für Menschen in prekären Lebenslagen gibt es Regeln.“

++ Dieser Text wurde um 07.41 Uhr aktualisiert. ++

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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

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