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Mehr Geld für Fußgänger in Bremen gefordert

Pascal Faltermann 17.09.2019 4 Kommentare

Es soll zwölf Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs geben, sodass Bremen eine fußgängerfreundlichere Stadt wird.
Es soll zwölf Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs geben, sodass Bremen eine fußgängerfreundlichere Stadt wird. (Ronald Wittek)

Fußgänger sollen in Bremen mehr Platz bekommen und sicherer von A nach B gelangen. Damit das klappt, hat ein Bündnis aus acht Bremer Organisationen ein Manifest mit dem Titel „Geht doch“ verfasst, das dem WESER-KURIER vorliegt. Darin fordert der Zusammenschluss einen eigenen Zwei-Millionen-Euro-Etat für den Fußverkehr, mehr Tempo-30-Zonen, eine Umverteilung des Verkehrsraumes und zahlreiche Instrumente für eine fußgängerfreundlichere Stadt. Der Fußverkehr sei in vielen Planungen noch immer eine fast „vergessene Verkehrsart“, kritisieren die Autoren des Dokumentes, das im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche an diesem Mittwoch veröffentlicht werden soll.

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Eines der Hauptziele ist die Vision Zero: Fußgänger sollen in Zukunft weder verletzt werden noch zu Tode kommen. Dafür sollen laut dem Papier Unfallschwerpunkte und Angsträume entschärft werden. Zwar sei die Sicherheit des Fußverkehrs in den Kreuzungsbereichen verbessert worden, aber parkende Autos beeinträchtigen diese Effekte. Aus diesem Grund soll vor allem gegen aufgesetztes Parken vorgegangen werden. Obendrein müssten Konflikte mit auf Gehwegen fahrenden Radfahrern vermieden werden.

Die acht Nichtregierungsorganisationen (NGO) begrüßen es zwar, dass der Fußverkehr laut der rot-grün-roten Koalitionsvereinbarung gestärkt werden soll. „Wir werden aber konkreter und deutlicher“, sagt Ralph Saxe, der als Vorsitzender des Vereins Autofreier Stadtraum sowie als Bürgerschaftsabgeordneter der Grünen an dem „Geht-doch“-Manifest maßgeblich mitgearbeitet hat. Denn: „Es läuft an vielen Stellen in Bremen katastrophal für den Fußverkehr“, so Saxe. Der Gustav-Deetjen-Tunnel beispielsweise sei eine Schande für eine fußgänger- und fahrradfreundliche Gestaltung von Straßen.

Zwölf Maßnahmen zur Förderung

Konkret hat das Bündnis zwölf Maßnahmen aufgeführt, um den Fußverkehr zu fördern. Im Verkehrsressort soll der Fußverkehr mit einem Etat von mindestens zwei Millionen Euro verbessert werden. Zudem fordern die Organisationen, das Team Nahmobilität in der Behörde von derzeit drei Stellen auf zehn zu erhöhen und einen Fußverkehrsbeauftragten zu installieren.

„Es muss zudem eine Umverteilung der Flächen geben“, sagt Saxe. Damit bei positiven Beispielen wie am Herdentorsteinweg, an der Parkallee oder dem geplanten Umbau der Martinistraße der Fuß- und der Radverkehr getrennt werden können. Und: Das Personal im Ordnungsdienst, welches Falschparker kontrolliere, soll „rasch auf die Zielzahl von 100“ erhöht werden, so die Forderung in dem Manifest.

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„Wir erklären uns solidarisch mit den Fußgängern“

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Bremen (ADFC) hat sich den Forderungen angeschlossen. „Wir erklären uns solidarisch mit den Fußgängern“, sagt Sven Eckert, Geschäftsführer des ADFC Bremen. Der Interessenvertretung der Radfahrer sei es wichtig, dass jede Verkehrsart ihren eigenen Raum bekomme. Der Autoverkehr okkupiere immer mehr Parkraum durch Fahrzeuge, die auf Gehwegen aufgesetzt parken, so Eckert.

Der Anteil der Fußgänger in Bremen ist laut dem Bremer Verkehrsentwicklungsplan 2025 etwa so hoch wie der des Radverkehrs: 21 Prozent gehen zu Fuß, 25 Prozent fahren Rad. In Städten wie Frankfurt (30 Prozent) oder Düsseldorf und Leipzig (beide 27 Prozent) gibt es mehr Fußgänger. Trotzdem sei der Fußverkehr deutlich unterfinanziert, wie eine Studie der Universität Kassel zeige. Demnach erhält der Autoverkehr in Bremen pro Einwohner und Jahr einen Zuschuss von 156 Euro, der öffentliche Nahverkehr 115 Euro, der Radverkehr 9,3 Euro und der Fußverkehr 16 Euro.

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Neben dem Autofreien Stadtraum und dem ADFC gehört der Bremer Fachverband für Fußverkehr (FUSS) zum Bündnis. Daneben haben sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD Bremen), das Forum Verkehrswende Neustadt, das Bremer Bündnis Verkehrswende, der Bund für Umweltschutz und Natur (BUND) und der Naturschutzbund (Nabu) der Allianz angeschlossen.

In Niedersachsen sieht die Situation nicht besser aus. Die niedersächsischen Regierungsfraktionen von SPD und CDU haben sich allerdings in der vergangenen Woche auf einen Entwurf für ein Klimagesetz im Land geeinigt. Darin steht unter anderem, dass der Rad- und Fußverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden sollen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen und das komplette „Geht-doch“-Manifest ist im Internet unter www.autofreierstadtraum.de/geht-doch-manifest zu finden.


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Leserkommentare
Video2000 am 18.10.2019 19:07
Zynisch könnte man sagen, in vielen Schulen in BHV siehts ja nicht besser aus. Nein, man hat schon viel zu viel Geld in dieses "Wahrzeichen" ...
Bunker-F76 am 18.10.2019 19:04
Bedeutet dies auch, dass der Mann im Falle einer Verurteilung in ein Jugendgefängnis muss?
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