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Gedenken an Flugzeugabsturz
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Neuer Gedenkstein nennt Namen aller Opfer

Detlev Scheil 18.05.2019 0 Kommentare

Pastor Robert Vetter weiht den zweiten Gedenkstein (hinten) ein.
Pastor Robert Vetter weiht den zweiten Gedenkstein (hinten) ein. (Kuhaupt)

Ein Passagierflugzeug der Lufthansa stürzte am 28. Januar 1966 beim Landeanflug auf den Bremer Flughafen ab. Mit 46 Toten war das einer der schwersten Unfälle der deutschen Luftfahrtgeschichte. Zu den Opfern gehörte die junge Elite des italienischen Schwimmsports. Um die Erinnerung an sie wachzuhalten, ließen das Olympische Komitee und der Schwimmverband Italiens unweit der Absturzstelle eine Stele mit den neun Namen der Landsleute errichten.

Am Sonnabend ist im Park links der Weser nahe der Norderländer Straße ein zweiter, etwa 1,80 Meter hoher Gedenkstein eingeweiht worden, der die Namen aller 46 Opfer nennt. Aus Bremen kamen 13 Passagiere um, es waren zumeist Geschäftsleute auf dem Weg nach Hause. Und unter den Toten war auch die prominente Schauspielerin Ada Tschechowa, Mutter von Vera Tschechowa.

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Bei der Feierstunde gedachten Angehörige der italienischen und deutschen Opfer, damalige Rettungskräfte, der italienische Generalkonsul Giorgio Taborri, die stellvertretende Stuhrer Bürgermeisterin Sigrid Rother und Ekkehart Siering, Staatsrat beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie Aufsichtsratsvorsitzender des Bremer Flughafens, der ums Leben gekommenen Menschen. Auch Vertreter des italienischen Honorarkonsulats in Bremen, des Flughafens und der Lufthansa nahmen teil. Die Unglücksursache konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.

Ursache der Katastrophe ist unbekannt

Neun Monate lang bemühten sich damals Experten, aus Trümmern und Zeugenaussagen einen verlässlichen Anhaltspunkt für die Ursache der Katastrophe zu finden – doch ohne Erfolg. Der Pilot galt es sehr erfahren, und die Motoren wiesen keine Fehler auf. Mutmaßlich führte ein Strömungsabriss zum Absturz der Convair. Das Flugzeug zerschellte um 18.51 Uhr hinter der Landebahn des Bremer Flughafens auf Stuhrer Gebiet. Die Gemeinde Stuhr hat die Bemühungen für die Gedenkmale immer unterstützt. Der Stuhrer Pastor Robert Vetter verlas jetzt bei der Gedenkstunde die Namen aller Opfer. 

Die italienischen Schwimmer im Alter zwischen 17 und 22 Jahren wollten mit ihrem Trainer und einem Fernsehreporter zum Internationalen Schwimmfest des Bremer Schwimm-Clubs von 1885 im Zentralbad. Der erste Gedenkstein wurde bereits 1967 nahe der Absturzstelle eingeweiht. Bei der Flughafenerweiterung musste der Stein aus Obernkirchener Sandstein 1991 in den Park links der Weser umgesetzt werden.

Die Flugkatastrophe auf dem Neuenlander Feld hat den Flugbetrieb in Bremen nicht unterbrochen. Noch in der Unglücksnacht landeten und starteten wieder Maschinen. 
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Fotostrecke: 1966: Absturz mit 46 Toten

Zum 50. Jahrestag des Unglücks hatte es 2016 eine Gedenkfeier gegeben. Dabei brachte eine Angehörige, die bei dem Unglück den Vater verloren hatte, den Wunsch zum Ausdruck, dass auch für die 37 Opfer, deren Namen nicht auf dem ersten Gedenkstein standen, ein Ort zum Gedenken geschaffen werden möge. Die Bremer Manfred Pohl und Heinz Jürgen Haberland griffen diesen Wunsch auf, entwarfen eine zweite Stele und verhandelten mit zuständigen Stellen, was einige Zeit kostete. Die Lufthansa und der Flughafen teilten sich die Kosten der zweiten Stele.


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Leserkommentare
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