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Bremen und Durban
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Lisa-Maria Röhling 31.05.2018 0 Kommentare

Der Hafen von Durban liegt an der Ostküste Südafrikas und ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Warenumschlagplatz für den gesamten Kontinent. Noch heute ist er der größte Hafen Afrikas.
Der Hafen von Durban liegt an der Ostküste Südafrikas und ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Warenumschlagplatz für den gesamten Kontinent. Noch heute ist er der größte Hafen Afrikas. (HONGQI ZHANG)

Gemeinsam etwas erreichen, das ist auf diese Distanz gar nicht so einfach: 13.000 Kilometer trennen Bremen und die südafrikanische Küstenstadt Durban voneinander. Die eine Stadt unweit der Nordsee in der nördlichen Hemisphäre, kühl gemäßigtes Klima, knapp 550.000 Einwohner. Die andere direkt am Indischen Ozean gelegen, südliche Hemisphäre, feuchtes, subtropisches Klima, 590.000 Einwohner.

Doch die Bande, die Bremen und Durban vor Jahrzehnten knüpften, sind eng, denn die Städte sind politische, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Partner. Die Verbundenheit zwischen Durban und Bremen ist in mehreren Etappen entstanden. So erklärt es Hanns-Ulrich Barde, der sich seit nunmehr 20 Jahren für die Freundschaft zwischen beiden Städten einsetzt.

Als 1999  der damalige Bundespräsident Roman Herzog nach Südafrika reiste, um unter anderem Nelson Mandela zu treffen, gehörte auch der Bremer Bürgermeister Henning Scherf zur Delegation. Herzog und Mandela regten an, Kooperationen zwischen südafrikanischen Provinzen und den deutschen Bundesländern zu stärken. Scherf machte sich für eine Partnerschaft mit der Stadt Durban stark. Kurz darauf wurde der zivile Partnerschaftsverein Bremen-Durban gegründet, seit 2011 besteht eine offizielle Städtepartnerschaft.

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Seit der Gründung des Vereins engagiert sich auch Barde dort, Sport und Jugendaustausch sind seine Schwerpunkte. „Mit Sport kann man eine Menge erreichen“, sagt der 61-Jährige. Internationale Zusammenarbeit sei besonders für Jugendliche unverzichtbar, um sich zu entwickeln, ihr Handeln in Frage zu stellen und daraus etwas zu lernen. Dieses Ziel treibt ihn an.

Schon 1998 hatte er einen Hockey-Austausch zwischen Jugendlichen aus Bremen und Südafrika organisiert. Als ein Jahr später der Verein ins Leben gerufen wurde, kontaktierten die Gründungsmitglieder Barde, um genau mit solchen Projekten im Verein mitzuwirken. Die Begeisterung für Südafrika teilt Barde mit 50 Mitgliedern des Partnerschaftvereins. Während er sich für seinen Schwerpunkt Jugend und Sport einsetzt, kümmern sich andere Mitglieder um Umweltprojekte, Kulturkooperationen und die Kirchenzusammenarbeit.

„Die Städtepartnerschaft ist extrem lebendig“, erklärt Barde. Denn sowohl aus Bremen als auch aus Durban kommen regelmäßig Impulse, um mit einem neuen Projekt die Bande zwischen den Städten zu verstärken. „Hier bekommen sehr viele Akteure einen passenden Spielraum.“ Ein wirkliches Herzstück habe der Verein aber nicht. „Das Herz verträgt viele Facetten“, sagt Barde.

Ein guter Partner im Ausland

Für Barde sind die Jugendbegegnungen immer eine Besonderheit. Dazu gehören sowohl der sogenannte One Nation Cup, bei dem Jugendliche aus aller Welt zum Fußballspielen zusammen kommen, als auch die Nacht der Jugend in Bremen, an der regelmäßig Jugendliche aus Durban teilnehmen. „Das ist sehr bewegend“, sagt Barde.

Direkt zwischen Niederlassungen von Logistikunternehmen und Werften zeugt in Durban eine Straße davon, wie eng die Städte verbunden sind: Die Bremen Road schlängelt sich bis zum Hafenbecken. Genau an diesem Hafenbecken macht Volker Schütte die enge Beziehung von Bremen und Durban fest. „Seefahrer, die nach Südafrika reisten, kamen als erstes in Durban an“, sagt Schütte.

Er ist seit 15 Jahren Honoralkonsul der Republik Südafrika in Bremen. Durban mit einem der wenigen natürlichen Häfen der afrikanischen Ostküste war schon im 19. Jahrhundert ein bedeutender Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Das hat sich bis in die heutige Zeit gehalten: Durban hat den größten Hafen des afrikanischen Kontinents.

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Genau da liegt auch die Stärke der Stadt, findet Schütte: Für viele Unternehmen oder Hafenbetriebe sei Durban ein guter Partner im Ausland. „Südafrika ist eine gute Basis, um den gesamten afrikanischen Kontinent zu erschließen“, sagt Schütte. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass seit vielen Jahrzehnten zahlreiche deutsche Unternehmen dorthin expandierten. Auch viele Bremer Firmen haben dort internationale Betriebsstandorte aufgebaut.

Die besondere Verbindung zwischen Bremen und der südafrikanischen Küstenstadt, sagt Schütte, hänge nicht zuletzt auch mit ihren wirtschaftlichen Schwerpunkten zusammen: Hafen, Logistik und Automobilindustrie prägen Durbans Unternehmensstruktur genauso wie die Bremens. Allerdings seien die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Handelsbeziehungen, trotz dieser Voraussetzungen, noch moderat

. Dabei, sagt Schütte, lohnten sich Investitionen dort. „Ich hoffe, der Kontakt wird künftig intensiver.“ Besonders im Vergleich zum asiatischen Markt sei der Wettbewerb in Südafrika weniger intensiv, was es Unternehmen leicht mache, dort international Fuß zu fassen. Das sei auch für Bremen wichtig. „Handel ist unser Geschäft.“ Andersherum können auch die südafrikanischen Partner profitieren. „Bremen ist ein wichtiger Zugang zum europäischen Markt.“ Schon alleine deshalb hofft Schütte, dass die Beziehungen zwischen Bremen und Südafrika ausgebaut werden.

Austausch auf kommunaler Ebene

Dass diese zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Partnerschaften politisch gestärkt werden, daran wirkt Ulrike Hiller (SPD) mit. Die Staatsrätin ist seit 2012 die Bevollmächtigte der Freien Hansestadt Bremen beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit. „Leider sind Partnerschaften zwischen deutschen und afrikanischen Kommunen immer noch die Ausnahme“, sagt Hiller. Gerade, weil die Partnerschaft zwischen Durban und Bremen auch aus dem Engagement eines Vereins hervor gegangen ist, sei sie etwas ganz Besonderes. 

Dieser Austausch auf kommunaler Ebene sei wichtig, sagt Hiller, da so das Leben der Menschen unmittelbar beeinflusst werde. „Diese Politik ist viel pragmatischer.“ Die Zusammenarbeit mit Partnern wie Südafrika soll auch in Bremen sichtbar sein. Das gelinge beispielsweise, wenn Konferenzen wie die zu den UN-Nachhaltigkeitszielen im November 2016 hier stattfänden.

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit sei wichtig, dass deutsche Unternehmen, die nach Südafrika expandieren, die dortige Bevölkerung angemessen mit einbezögen und eine faire und nachhaltige Zusammenarbeit gewährleisteten. Auch Bremen könne von Kooperationen profitieren und sich ein Beispiel an den Partnern in Durban nehmen, sagt Hiller. So könne man von der dortigen Klimaanpassungsstrategie hier viel lernen. Das Wichtigste sei aber: „Wir pflegen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...
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