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Schüler fragen Politiker aus

Eva Przybyla 15.05.2019 0 Kommentare

Auf dem Podium (v.l.): Sandra Ahrens (CDU), Lencke Steiner (FDP), Philipp Bruck (Grüne), Mustafa Güngör (SPD), Kristina Vogt (Linke) und Nils Eric Vöge.
Auf dem Podium (v.l.): Sandra Ahrens (CDU), Lencke Steiner (FDP), Philipp Bruck (Grüne), Mustafa Güngör (SPD), Kristina Vogt (Linke) und Nils Eric Vöge. (Frank Thomas Koch)

Fragen von Schülerinnen und Schülern können für Politiker unangenehm sein, etwa zur schlechten Ausstattung der Schulen: „Die SPD hat 70 Jahre regiert – wie kann das passieren?“, fragt die Schülerin und Moderatorin Alida Foot den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Mustafa Güngör.

Ein Raunen geht durch die Aula der Hemelinger Wilhelm-Olbers-Schule. Güngör antwortet, jedoch ausweichend: Die SPD habe nicht durchregiert und ja, es müsse noch viel passieren. „Aber es gibt auch Erfolge“, sagt Güngör und verweist auf Peter Tschentscher (SPD), der in Tenever gestartet und heute Hamburgs Bürgermeister sei. „Zusammenhalt“ fordert Güngör und erntet tobenden Applaus von den Schülern der Oberstufe im Publikum.

Der SPD-Politiker war am Mittwoch Gast in einer Podiumsdiskussion mit den Vertretern von CDU, Grünen, Linke und FDP an der Hemelinger Oberschule. Darunter waren auch zwei Spitzenkandidatinnen: Kristina Vogt (Linke) und Lencke Steiner (FDP). Zwei Stunden stellten sich die Politiker anlässlich der Bürgerschaftswahl kritischen Fragen zur Bildung und zu sozialen Themen. Moderiert wurde der Talk von zwei Schülern.

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Großes Streitthema war das Abitur nach neun (G9) beziehungsweise nach acht Jahren (G8). Die Gymnasiasten hätten mit G8 einen Vorteil gegenüber den Oberschülern mit G9, bemängelt der Sprecher der Schüler, Nils-Eric Vöge. Warum man diesen Unterschied aufrecht erhalte? Güngör widerspricht vehement: „Das G9-Abi ist das Gleiche wie das G8-Abi.“

Trotz dieser scharfen Antworten bekommt Güngör häufig den lautesten Applaus von den Jungwählern im Saal, besonders wenn er Seitenhiebe an die FDP-Vorsitzende verteilt. „Positiv an der FDP ist, dass sie nicht so viele Abgeordnete in der Bürgerschaft hat“, sagt er etwa während eines Spiels, als er die Partei eigentlich loben sollte. „Ich liebe es, wie er sie ärgert“, sagt ein Schüler im Publikum später über einen ähnlichen Angriff. Auch der Elftklässler Kaan Jumru ist begeistert: „Güngör ist argumentativ und rhetorisch der Überzeugendste“.

Nur Gemurmel rufen dagegen die Forderungen der Linken hervor, die Schulnoten abzuschaffen. Auch nach Steiners Ausführungen zum Sitzenbleiben bleibt es ruhig im Saal. Jumru interessiert sich mehr für Verteilungsfragen: „Wieso kommt so wenig Geld bei den Armen an, obwohl Deutschland eines der reichsten Länder der Welt ist?“, fragt er. Armut, niedrige Löhne und arm trotz Arbeit – und was dagegen tun, wollen auch die Moderatoren auf dem Podium wissen.

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Die Politiker antworten so, wie es in ihren Wahlprogrammen steht: bedingungsloses Grundeinkommen, höherer Mindestlohn und flexible Betreuungszeiten in Kitas. Bis 24 Uhr sollte eine Alleinerziehende ihre Kinder in der Kita lassen können, sagt etwa Sandra Ahrens von der CDU.

Eine kritische Nachfrage aus dem Publikum kassiert sie wenig später: „Meine Mutter arbeitet im Kindergarten und ist alleinerziehend. Soll sie jetzt bis 24 Uhr arbeiten?“ „Um Gottes Willen, nein“, antwortet Ahrens. Trotzdem bleibt der Schüler mit der Frage skeptisch. Allgemeinen Jubel ruft dagegen ein Vorschlag der Grünen hervor: Schulbeginn um 9 Uhr.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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